Wie Besitz die Welt verändert

WildwuX feiert Premiere mit „Die kleinen Leute von Swabedoo“

Während der Arbeitsbesprechungen bei Kaffee und Brötchen wird bei WildwuX immer an den Feinheiten gefeilt. Am Samstag feiert das Theaterprojekt Premiere.
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Während der Arbeitsbesprechungen bei Kaffee und Brötchen wird bei WildwuX immer an den Feinheiten gefeilt. Am Samstag feiert das Theaterprojekt Premiere.

Quelkhorn - Das Sommerfest im Gemeinschaftsgarten unterhalb des Quelkhorner Berges am Wilstedter Kirchweg wird am Samstag, 19. August, durch ein Open-Air-Theater bereichert. Das Impro-Theater WildwuX, das als Projekt des Bundes Deutscher Pfadfinder jeden Sommer im Elbe-Weser-Dreieck tourt, feiert zwischen Gurken und Tomaten im Garten um 18 Uhr Premiere mit dem Stück „Die kleinen Leute von Swabedoo“.

Das überlieferte irische Märchen, das sich um Rückgraterweichung bei Menschen dreht, wird mit einem Ensemble von sieben Laienschauspielern auf die Bühne gebracht. Mit dabei ist eine sechsköpfige Band, die den musikalischen Rahmen dazu liefert. Die künstlerische Leitung liegt in den Händen von Lionel Tomm und Konrad Rohde. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Geiz und Gier zerstören harmonisches Miteinander

Die Inhalte des Stücks richten den Blick auf eine Welt, die ohne Geld und Besitz besser und menschlicher wäre. „Die kleinen Leute von Swabedoo“ sind ein freundliches Völkchen. Immer wenn sie sich sehen, schenken sie sich aus lauter Zuneigung ein kleines Fell. Sie lieben und pflegen diese Gewohnheit und sind glücklich in ihrer überschaubaren Welt. Eines Tages kommt ein listiger Kobold zu ihnen. Er bringt Unruhe in ihr Leben, indem er ihnen zuflüstert, dass diese kleinen Fellchen bald ausgehen würden, wenn man weiterhin zu großzügig mit ihnen umgehe. Zuerst glauben ihm die Leute von Swabedoo nicht, aber dann schleicht sich Misstrauen ein. Sie beginnen, die Fellchen zu horten, es entwickelt sich eine Währung daraus, etwas, was sie nie vorher kannten. Wer die meisten Fellchen besitzt, ist jetzt reicher als die anderen. Die Gesellschaft verändert sich zum Nachteil. Geiz und Gier machen sich breit, die Liebe und Freundschaft schwinden, und niemand weiß, wie er diesem Teufelskreis entkommen kann...

Dieses irische Märchen hat die WildwuX-Truppe zu einem Theaterstück umgearbeitet. Die Open-Air-Theateraufführung mischt gekonnt verschiedene Stilelemente – mit Musik, Performance, Bewegungstheater, Artistik und chorischen Elementen wird das Märchen eigenwillig interpretiert und in das Spannungsfeld zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen gesetzt. Die Zirkuswagen und Trecker, mit denen WildwuX unterwegs ist, sind Teil des Bühnenbilds. „Die kleinen Leute von Swabedoo“ ist in erster Linie ein Stück für Erwachsene und Jugendliche.

Wochenlanges Nomadenleben

In diesem Jahr wurde die in ganz Deutschland agierende Theatertruppe „Rotzfreche Asphaltkultur“ mit ins Boot geholt. Sie stellt die Band und übernimmt auch spielerische Parts. Nach der Premiere im Gemeinschaftsgarten Quelkhorn zieht das Straßentheater weiter nach Wilstedt, von dort nach Otterndorf, Dornum und Bremerhaven.

Bei WildwuX formiert sich jedes Jahr eine neue Gruppe experimentierfreudiger Theaterbegeisterter, die an Wochenenden und in Ferienzeiten ihr eigenes Theaterstück entwickeln. Vor den letzten Proben auf dem Ottersberger Hochschul-Campus, den die Truppe wegen der Semesterferien derzeit ganz für sich hat, werden die Trecker, die die Zirkuswagen ziehen, überholt und flottgemacht. „Da ist auch handwerkliches Geschick gefragt. Wir machen alles gemeinsam. Planen die Tournee, suchen das Stück und die Aufführungsorte aus. Es ist eine ganz besondere Erfahrung und je mehr Publikum wir haben, desto besser. Inzwischen eilt uns auch der Ruf voraus, dass es bei den Aufführungen richtig spannend wird“, sagt Künstler Lionel Tomm, der schon seit mehreren Jahren bei WildwuX ist, zum harten Kern gehört und das wochenlange Nomadenleben in der Wagenburg schätzt. Die Premierenaufführung startet am Samstag um 18 Uhr, ab 16 Uhr bereits sind Bar und Buffet geöffnet. Wer ein Instrument besitzt und sich musikalisch spontan ins Theater einbringen möchte, ist willkommen.

kr

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