„Bergwerk“- Benefizkonzert mit lokalen Berühmtheiten weckt Aufmerksamkeit

„Rock for Refugees“ – ganz bestimmt ein Grund zu feiern

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Ein bemerkenswertes Benefizkonzert erlebten am Wochenende die Besucher im Quelkhorner „Bergwerk“.

Quelkhorn - Von Bernd Hägermann. Dass die Teilhabe am kulturellen Leben für Flüchtlinge und Neuankömmlinge eine der besten Maßnahmen zur Integration sein kann, ist bekannt. Nicht allzu häufig jedoch wird diese Erkenntnis auch praktisch umgesetzt. So wie am Samstagabend im Quelkhorner „Bergwerk“.

Dafür hatten Rabea Medebach und Ralf Eberhardt in monatelanger Vorbereitung die Veranstaltung „Rock for Refugees“ initiiert, an der auch zwei Flüchtlinge teilnahmen. Einer von ihnen war Miro aus Afghanistan. Er spielte als Schlagzeuger und Percussionist bei den Fleitjepiepen.

Schon im Januar war das Benefizkonzert ausverkauft gewesen. Im „Bergwerk“ versammelten sich rund 300 Leute und feierten dort nicht nur die Idee für dieses Konzert und seine Organisatoren, sondern mindestens so sehr eine musikalische Mixtur, die mit den lokalen Berühmtheiten Fleitjepiepen, Schwattbunt, The Small Machine und Ventilator fast so vielfarbig war, wie die Bühnenbeleuchtung.

Moderiert wurde der Abend von Jan Zöhl. Dessen eigentliche Aufgabe ist es, bei der Mini-Big-Band Ventilator, die zehn Mitglieder hat und Pop, Jazz, Funk und Soul spielt, die Trompete zu blasen, um harmonische Passagen sanft oder kräftig durchzupusten. Seine Einlassungen als Moderator des Abends konnten sich ebenfalls hören lassen.

Schwattbunt sind, wie schon der Name vermuten lässt, mehr von plattdeutscher Art, und dabei, ebenfalls wenig überraschend, sehr humorvoll. Sie erzählen in ihren Liedern von dörflichen Begebenheiten und Eigenheiten, ohne jemals ihre rockig-groovige Grundeinstellung zu verleugnen. Schwattbunt macht Spaß und ist gut geeignet für kleine und größere Gesellschaften. Für das „Bergwerk“ mit seinem integrativen Impuls war die Combo geradezu ideal.

The Small Machine gibt es auch in groß. Wo? Natürlich in den Vereinigten Staaten, wo die kompakte Musikmaschine riesige Hallen füllt. Die Variante aus dem Bremer Umland hingegen bescheidet sich als Duo. Namentlich sind das: Gisi Prieser und Mario Eybe. Beide präsentierten Rock&Pop im Akustik-Sound - im Vertrauen auf einen guten zweistimmigen Gesang und die Ausdrucksmöglichkeiten einer akustischen Gitarre. Für ihr Debütkonzert ernteten Prieser und Eybe viel Beifall.

Vierte im Bunde und zweite in der Auftrittsfolge dieser Benefizveranstaltung waren die Fleitjepiepen. Deren Mitglieder muss niemand mehr die Flötentöne beibringen. Sie beherrschen ihr Metier und sind außerdem imstande, mit Bratsche, Akkordeon, Banjo, Steeldrums oder Gitarre durch musikalische Landschaften zu streifen, die gerade in ihrer Unterschiedlichkeit reizvoll sind. Die Musik von Fleitjepiepen ist durchsetzt mit Folk, Klezmer und sogar mit Rap-Elementen.

Gesanglich war das Konzert von Rabea Medebach eröffnet worden. An der Gitarre begleitet von Ralf Eberhardt sang sie „Change the world“. Das hatte schon Eric Clapton gefordert. Ein wenig Veränderung zum Besseren hat dieses Benefizkonzert möglicherweise schon bewirkt. Ganz sicher hat das Konzept Aufmerksamkeit geweckt. Davon zeugen organisatorische Anfragen aus einem Nachbarlandkreis. Der Gesamterlös dieser Benefizveranstaltung kommt den Integrationslotsen in Ottersberg zugute.

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