Benkeler enthüllen ergänzenden Gedenkstein

„Denk mal!“ am Denkmal

Enthüllung des ergänzenden Gedenksteins
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Die Enthüllung des ergänzenden Gedenksteins durch Malin Wiese und Ludwig Söhl (v.r.) verfolgen (v.l.) Ortsbürgermeister Ulf Nienaber, Bürgermeister Tim Willy Weber und Projektinitiator Klaus Werner.

Benkel – Ludwig Söhl war der älteste Anwesende und Malin Wiese die jüngste. Stellvertretend für die versammelte Benkeler Dorfgemeinschaft enthüllten die beiden am Samstag im Beisein von Bürgermeister Tim Willy Weber und Ortsbürgermeister Ulf Nienaber den ergänzenden Gedenkstein am Ehrenmal in Benkel, der zum Nachdenken über Opfer und Täter der Weltkriege anregt. Initiiert hat das Projekt der Benkeler Einwohner Klaus Werner, der sich für veränderte Sichtweisen in der Erinnerungskultur einsetzt.

Der Feldstein mit der Inschrift „Denk mal! Wer waren die Täter, wer die Opfer? 2021“ wurde neben dem Monument platziert, das seit vielen Jahrzehnten an die Benkeler erinnert, die als Soldaten im Ersten oder Zweiten Weltkrieg gefallen sind. Die Idee des ergänzenden Gedenksteins hatte Klaus Werner politisch mit dem Ortsrat abgestimmt, die Inschrift inhaltlich mit der Benkeler Einwohnerschaft. Werner findet es unangemessen, mehr als 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, der unendlich viel Leid und menschliche Opfer bedeutet habe, „immer noch die Taten der Toten zu rühmen und die Helden zu feiern“, wie es die Inschriften des Kriegsdenkmals signalisieren würden. „Diese Menschen starben nicht fürs Vaterland, sondern wurden geopfert für die menschenverachtende Machtbesessenheit ihrer Regierungen“, so Werner.

Das unterstrich bei der Enthüllung des ergänzenden Gedenksteins auch Hans-Jürgen Lange vom Netzwerk Erinnerungskultur im Landkreis Verden: Er würde sich wünschen, dass an den alten Ehrenmälern auch die Lebensdaten der geopferten Soldaten stehen würden, „damit jeder mal darüber nachdenkt, wie jung sie gestorben sind“, so Lange. Das Netzwerk Erinnerungskultur beteiligt sich mit 1000 Euro an der Finanzierung des neuen Gedenksteins, dessen Verwirklichung gut 2000 Euro gekostet hat. Die Inschrift soll die Betrachter dazu auffordern, eigene Gedanken zu entwickeln und zu eigenen Schlussfolgerungen zu gelangen.

Nach der Enthüllung des ergänzenden Gedenksteins übergaben der Schützenverein und die Freiwillige Feuerwehr Otterstedt den Benkelern ein Geschenk in Form einer massiven Holzbank. „Im vergangenen Jahr haben wir eine Friedensbank in Otterstedt aufgestellt. In diesem Jahr stiften wir eine Holzbank für Benkel und wir denken, dass sie an dem Ehrenmal einen guten Platz hat“, sagte Schützenvorsitzender Ronald Blome, als er zusammen mit Ortsbrandmeister Heiko Kruse die einladende Bank neben dem neuen Stein aufstellte.

Eine Holzbank für den Denkmalsplatz überreichen Schützenchef Ronald Blome (l.) und Ortsbrandmeister Heiko Kruse (r.) den Benkelern.

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