Baumschutz-Lobby Fischerhude gegründet

Netzwerk aufbauen und rechtzeitig handeln

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Ina Mahlstedt, Initiatorin der neu gegründeten Baumlobby in Fischerhude, will so viele Interessierte wie möglich um sich scharen und ein Netzwerk schaffen.

Fischerhude - Der wertvolle alte Baumbestand in Fischerhudes Ortskern ist kartiert und steht eigentlich unter Schutz. „Dennoch fallen so viele Bäume, dass man manchmal die Welt nicht mehr versteht“, sagt Ina Mahlstedt.

Der jüngste Fall einer alten Rosskastanie am Dieker Ort auf dem Gelände der nunmehr abgeräumten Brandruine veranlasste die Fischerhuderin, Naturfreunde und Baumschützer um sich zu versammeln und eine Lobby zu gründen, die sich für den Erhalt der alten Großbegrünung einsetzen will. Vergangene Woche hatte Ina Mahlstedt zur Lobby-Gründung ins Gasthaus Körber eingeladen, wozu auch Ortsbürgermeister Wilfried Mittendorf erschienen war. Die meisten aus dem überschaubaren Kreis der Interessierten kannten sich und brachten zunächst einmal Klagen über Baumverluste der jüngsten Zeit vor. „So kann es nicht weitergehen“, empörte sich die Bewohnerin eines alten Künstlerhauses hinter dem Sportplatz. Dort, direkt am Fluss, aber eben auf privatem Grund hätten zahlreiche ortsbildprägende alte Bäume gestanden, die zu Feuerholz verarbeitet worden seien. Zwei der prächtigen Exemplare seien gerade mal übrig, meinte sie und teilte ihre Sorge mit, dass auch diese noch fallen könnten.

Wilfried Mittendorf hatte Kartenmaterial dabei und erklärte anhand dessen, welche Bäume gefällt wurden und mit welcher Begründung. „Ein paar Fällungen waren aus Sicherheitsgründen notwendig und auch Ausastungen waren unvermeidlich“, erläuterte er und zeigte auf, wo Neuanpflanzungen entstanden seien.

Er räumte aber ein, dass es zum Wohle des Ortsbildes nicht schaden könne, den Bäumen mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Im Übrigen seien Maßnahmen an der Großbegrünung stets Thema bei öffentlichen Ratssitzungen. Jeder Bürger könne sich dort informieren und dies vor allem auch im Vorfeld tun.

Ina Mahlstedt griff diese Anregung gerne auf und überlegte mit den Anwesenden, wie die Lobby vorgehen könnte, um unnötige Fällungen zu verhindern. „Was können wir quasi als Sofortmaßnahme tun? Es muss doch möglich sein, etwas zu unternehmen, wenn sich ein weiterer Baumfrevel ankündigt?“ – diese Frage stellte Ina Mahlstedt in den Raum und regte an, die Lobbyisten zu vernetzen, so viele Interessierte wie möglich ins Boot zu holen, sich regelmäßig zu treffen, diese Treffen öffentlich bekannt zu machen und sich im Gemeinderat Gehör zu verschaffen.

Auch sei es notwendig, kranken Bäumen Pflege zukommen zu lassen und nicht sofort die Säge anzusetzen. Natürlich sei Baumpflege nicht zum Nulltarif zu haben, aber man könne sich informieren, was solche Maßnahmen kosten, Patenschaften einwerben und so weiter – nur getan werden müsse etwas, meinte die Initiatorin.

Bewusstsein wecken für

Bedeutung der Bäume

Vielleicht sei es auch notwendig, das Bewusstsein der Menschen für die Schönheit und die ökologische Bedeutung der alten Bäume zu wecken, regte sie an und rannte dabei bei den Lobbyisten offene Türen ein. Allein die spontane Unterschriftenaktion in den vergangenen zwei Wochen habe gezeigt, dass viele Fischerhuder sich für den Erhalt der Großbegrünung interessieren würden. Man dürfe sich eben nicht mit der Tatsache „Ab ist ab“ zufrieden geben und nur im Nachhinein den Verlust eines wertvollen alten Baumes beklagen.

Wer sich für die Baumschutz-Lobby interessiert, kann Ina Mahlstedt unter der Telefonnummer 04293- 608 kontaktieren.

kr

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