Ottersberger Rat verabschiedet Gestaltungssatzung

Bau-Regeln für den Fischerhuder Ortskern treten in Kraft

Modernes Bauernhaus: Beispiele wie diese finden sich bereits im Ortskern von Fischerhude.
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Modernes Bauernhaus: Beispiele wie diese finden sich bereits im Ortskern von Fischerhude.

Ottersberg – Viele Jahre hatte der Flecken Ottersberg für Fischerhude um einen Kompromiss gerungen, der moderne Bauelemente und die Ästhetik des alten Bauerndorfes berücksichtigen und dieses in einer Satzung verankern sollte. Wenn nicht eine Zäsur, dann doch einen Meilenstein in diesem Prozess markierte der Donnerstagabend: Es dauerte keine halbe Stunde, bis der Gemeinderat Ottersberg die Gestaltungssatzung Fischerhude fast einhellig befürwortet und bei einer Enthaltung von Jürgen Baumgartner (Linke) verabschiedet hatte.

Zuvor ging Bauamtsleiter Ralf Schack kurz auf die Einwendungen von Behörden und Trägern öffentlicher Belange ein. Darunter eine Stellungnahme von Geschäftsleuten und eine, die sich auf Fotovoltaik-Anlagen bezieht: „Wir sind der Meinung, dass die Gewerbetreibenden zurechtkommen werden“, so Schack. Auch moderne Technik sei vereinbar mit der Gestaltungssatzung, „wenn es zum Dorf passt“. Weitere Personen befürchteten einen Wertverlust ihrer Grundstücke, wenn ringsherum die Gestaltungssatzung greife. „Wir sehen das anders“, betonte Schack. Vielmehr erhalte sie den Wert der Grundstücke oder steigere ihn sogar noch. „Für uns ist das auch Neuland“, schilderte Schack die Sicht der Verwaltung. In drei bis vier Jahren sei es sinnvoll, zu schauen, wie sich das Regelwerk bewährt habe – und gegebenenfalls nachzubessern. Unterstützend sei noch für dieses Jahr geplant, in Kooperation mit Lothar Tabery, dem Architekten und Fachmann für ländliche Ortsgestaltung, der die Satzung mit aus der Taufe gehoben hatte, eine Fibel zu veröffentlichen.

„Es ist gut, dass der alte Rat die Satzung noch verabschiedet“, sagte Fischerhudes Noch-Ortsbürgermeister Wilfried-Mittendorf (FGBO). Wegen der verhärteten Fronten sei er in dieser Zeit oft persönlich angegriffen worden. „Das hat mich dünnhäutig gemacht“, so Mittendorf. In den mindestens neun Jahren, die es gedauert habe, um die Satzung zu erarbeiten, sei der Beteiligungsprozess ein entscheidender Schritt für die Akzeptanz seitens der Anwohner gewesen. Einerseits hätten Neu-Fischerhuder nicht die gleichen ästhetischen Vorstellungen wie die Alteingesessenen. Andererseits würden viele Gebäude nicht mehr landwirtschaftlich genutzt und würden zu Bauruinen, sofern sich keine neuen Nutzungen finden.

„Ein gutes Lehrstück für die Kommunalpolitik“, nannte Klaus Rebentisch (CDU) den Weg bis zur Erarbeitung der Gestaltungssatzung. „Es gab auch unsachliche Anfeindungen, aber man muss Streitkultur lernen, um einen guten Kompromiss zu erringen.“ Man werde sehen, ob sich die Satzung in der Praxis bewährt.

„Wir freuen uns, dass wir es geschafft haben, es gemeinsam zustande zu bringen“, so Angela Hennings (Grüne). Wie Schack schrieb sie der Satzung eine wertsteigernde Wirkung zu.

SPD-Fraktionschefin Gabriele Könnecke erinnerte an einen Sommerabend, als ein plötzlicher Ruck durch den Arbeitskreis ging und alle Beteiligten einen entscheidenden Schritt weiterbrachte. „In dieser heißen Nacht haben wir die Kuh vom Eis geholt“, stellte Könnecke fest. Der Ratsbeschluss sei ein wichtiger Schritt, aber: „Jetzt geht die Arbeit erst los.“

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