Vater der Fischerhuder Maler

Ausstellung des Kunstvereins über Heinrich Breling und seine Töchter

„Feierabend im Alten Dorf“ malte Heinrich Breling um 1910.
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„Feierabend im Alten Dorf“ malte Heinrich Breling um 1910.

Fischerhude – Unter dem Titel „Heinrich Breling und seine sechs Töchter“ möchte der Kunstverein Fischerhude am Sonntag, 12. Dezember, um 11 Uhr eine neue Ausstellung feierlich eröffnen. Gezeigt wird das Werk des „Vaters der Fischerhuder Maler“, Heinrich Breling, zusammen mit Exponaten der Töchter sowie Fotos und Dokumenten. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Tim Willy Weber wird Wolf-Dietmar Stock in die Ausstellung einführen, „da die Autorin des neuen Buches ,Heinrich Breling und seine Töchter’ pandemiebedingt ihre Reise aus den USA abgesagt hat“, teilt Wolf-Dietmar Stock mit.

Anschließend stellt Simone Ewald von der Paula-Modersohn-Becker-Stiftung das Schaffen der im Giebel des Kunstvereins Ausstellenden vor. Insa Oertel und Ute Jansen begleiten die Eröffnung musikalisch.

Das Frühwerk Brelings ist Stock zufolge durch den Einfluss seines Lehrers Wilhelm von Diez geprägt. „Diez malte in der Tradition der Holländer des 17. Jahrhunderts Volksszenen und historische Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges in kleinformatigen Ölbildern. Breling folgte seinem Lehrer eine Zeit lang auf diesem Weg zwischen Historismus und Realismus“, erläutert der Vorsitzende des Kunstvereins.

Heinrich Breling um 1880

Als sich Heinrich Breling 1908 endgültig mit seiner Familie in Fischerhude, dem Ort seiner Kindheit, niederließ, lag bereits ein bewegtes Leben hinter ihm. Nach dem Kunststudium in Hannover und der Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wurde er Maler am Hof des bayerischen Königs Ludwig II. und Professor an der Münchner Kunstakademie. Später machte er sich als Historienmaler großformatiger Schlachtengemälde einen Namen. „Dabei blieb er stets ein Suchender, der immer wieder neue künstlerische Wege beschritt und seine sechs Töchter ebenfalls darin bestärkte, ihre eigenen Wege zu gehen – höchst ungewöhnlich in einer Zeit, in der die wenigsten Frauen ein selbstbestimmtes Leben führen konnten“, betont Wolf-Dietmar Stock.

Die Gemälde aus Heinrich Brelings Spätwerk hingegen weisen Stock zufolge „den Weg zu einer eindrücklichen wie eigenwilligen Schönheit in der Bildfindung“. Seine besondere Wertschätzung in diesen Jahren soll den französischen Künstlern Cézanne, Gauguin, van Gogh, Monet und Manet gegolten haben, deren sparsamer Einsatz der malerischen Mittel ihn begeisterte. „Mit nichts ist’s gemacht!“, notierte Otto Modersohn 1911 die Worte Heinrich Brelings vor einer Sommerlandschaft Claude Monets anlässlich eines gemeinsamen Ausstellungsbesuchs in Berlin. „Das Zusammenspiel von Luft und Licht und eine strenge Gestaltung zeichnen Brelings großformatige Fischerhuder Bilder aus. Er malt das einfache Leben der Bauern, das tägliche Miteinander in seiner nächsten Umgebung“, so Wolf-Dietmar Stock.

Eine Besonderheit seines Spätwerks sind die Selbstbildnisse, die er unter anderem schuf, um jeder seiner Töchter ein Bild zu hinterlassen. Die souveräne Setzung der Lichter sind charakteristische Merkmale seiner Porträtmalerei.

Brelings Frau Amalie war Pianistin und das Herz der Familie. Ihre Töchter waren ebenfalls künstlerisch begabt. Amelie wurde Malerin und Bildhauerin, Louise Opernsängerin und Malerin, Jossie Klavierlehrerin und Komponistin, Haina Weberin und Olga Tänzerin und Malerin. Einzig Emma schlug einen anderen Weg ein. Sie wurde nach ihrer Zeit als Hauslehrerin im vorrevolutionären Russland und ihrer Ausbildung als Bürokauffrau in Berlin schließlich in der Fischerhuder Gemeindeverwaltung tätig.

Die Ausstellung widmet sich in fünf aufeinanderfolgenden Kapiteln den schöpferisch tätigen Töchtern Amelie, Olga, Louise, und Jossie.

2G-Plus mit Anmeldung

Die Ausstellung „Heinrich Breling und seine sechs Töchter“ unterliegt der 2G-Plus-Regelung. Auch Geimpfte und Genesene müssen einen negativen Corona-Test vorlegen. Besucher der Ausstellung sollten sich zudem vorher anmelden bei der zweiten Vorsitzenden des Kunstvereins Barbara von Monkiewitsch, Telefon: 0172/684336.

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