Ottersberger Ortsbürgermeister blicken auf 2020 zurück und wagen Ausblick auf nahe Zukunft

Aufbruch unter Auflagen

Die Dorfladen-Initiative hat die Geschäftsräume des ehemaligen Kaufhauses Bergstedt für die Sanierung entkernt. Für Ende Februar/Anfang März ist die Eröffnung geplant. 
Archivfoto: Plath
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Die Dorfladen-Initiative hat die Geschäftsräume des ehemaligen Kaufhauses Bergstedt für die Sanierung entkernt. Für Ende Februar/Anfang März ist die Eröffnung geplant. Archivfoto: Plath

Ottersberg – Ein schwieriges Jahr ist vorbei, das vermutlich an vielen Kommunen nicht spurlos vorübergegangen ist. Doch mit dem Jahreswechsel gibt es mancherorts auch guten Grund für Aufbruchstimmung. Was lief gut, was eher mäßig im Jahr 2020? Welche wichtigen Projekte, Wünsche und Hoffnungen verbinden Sie mit dem Jahr 2021? Dazu hat sich unsere Zeitung bei den Ortsbürgermeistern des Fleckens Ottersberg erkundigt.

„Im zurückliegenden Jahr 2020 hat sich trotz Corona einiges in Ottersberg getan“, sagt der dortige Ortsbürgermeister André Herzog. Als Beispiel nennt er die Suche nach einem neuen Standort für die Feuerwehr: „Zum Jahresende konnte der Standort Fährwisch konkretisiert werden, der jetzt näher geprüft wird.“ Weiter habe Herzog gemeinsam mit dem neuen Gemeindebürgermeister Tim Willy Weber die Sportplatz-Sanierung angestoßen. Zudem gab es „zum letzten Jahresdrittel zwei für den Ortskern in seiner Entwicklung bedeutsame Verkäufe von alten Häusern“. Gemeint sind das Peymansche Haus und das ehemalige Schlecker-Grundstück, welches nach dem Abriss durch einen Erweiterungsbau der dort ansässigen Druckerei schon bald neu bebaut werde. Eine Entwicklung, mit der Herzog etwas Bauchschmerzen hat: „Ich hätte mir für dieses Sahnegrundstück etwas anderes gewünscht.“ Positiv sieht Herzog die Entwicklung des Vorplatzes der Aula auf dem Schulgelände.

Für 2021 wünscht sich Herzog, „dass wir wieder zusammen Veranstaltungen wie den Markt oder auch die Seniorentreffs durchführen können“. Seine Hoffnungen richten sich zudem auf eine Zusage für eines der möglichen Förderprogramme zur Sanierung des Sportplatzes sowie auf Standortsuche und Baubeginn für das Feuerwehrhaus.

Otterstedt hat den Neubau des dortigen Feuerwehrhauses bereits erfolgreich abgeschlossen. Mitte des Jahres ist die Ortsfeuerwehr eingezogen. „Leider gab es wegen Corona keine Einweihungsfeier“, sagt Otterstedts Ortsbürgermeister Rainer Hinrichs. Zudem sei der Radweg an der Kreisstraße Richtung Reeßum (Samtgemeinde Sottrum) bis zur Kreisgrenze fertiggestellt worden. Hinrichs hofft auf eine baldige Fortführung der Baumaßnahme. Ein Fortschritt ist Hinrichs zufolge auch beim immer wieder von Blaualgen befallenen Otterstedter See zu verzeichnen: „Der Flecken Ottersberg hat endlich ein Sanierungskonzept beschlossen.“ Eine öffentlich geförderte Studie, die 2021 startet, soll ermitteln, wie der See dauerhaft gesund bleiben kann. Wermutstropfen Nummer Eins des Jahres 2020 ist für Hinrichs, dass das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen kam. 2021 freut sich Hinrichs über den Einzug der altersgemischten Kindergartengruppe in das alte Feuerwehrhaus. Als besonderes Projekt, das von Ehrenamtlichen angeschoben wurde, hebt er die für Ende Februar/ Anfang März 2021 geplante Wiedereröffnung des Dorfladens Bergstedt hervor. „Als Ortsbürgermeister und Privatperson bin ich froh, dass das Projekt umgesetzt werden konnte und der Laden so erhalten werden kann.“

Wenig ereignisreich verlief das Jahr 2020 in Narthauen, bekennt Ortsvorsteher Reinhard Schloo ganz offen, und fügt hinzu: „Allerdings wurden einige von mir adressierte Themen wie zusätzliche Straßenbeleuchtungen und Instandsetzung von Wirtschaftswegen erledigt. Leider konnte die im Februar neu aufgebaute Tresenanlage in unserem Dorfgemeinschaftshaus lediglich einmal genutzt werden“ – Corona habe dies torpediert. Für 2021 wünscht sich Schloo, dass „die Aufstellung des neuen Flächennutzungsplans für unsere Ortschaft endlich Fahrt aufnimmt“. Anlässlich dessen, dass die direkt benachbarte Ortschaft Taaken als eine von 90 Teilgebieten für die Atommüll-Endlagerung gelistet ist, „sehe ich es als eine wichtige Aufgabe an, hier unsere Bürger nicht nur in Taaken und Narthauen über dieses Thema zu informieren, sondern auch die anliegenden Kommunen und Politiker einzubinden“.

Laut Wilfried Mittendorf, Ortsbürgermeister in Fischerhude, erfolgte schon Ende 2019 eine wichtige Weichenstellung: Der Entwurf der Gestaltungssatzung für den Ortskern. Mittendorf bedauert, dass dieses Verfahren aufgrund der Pandemie noch nicht abgeschlossen werden konnte. Bemerkenswert fand Mittendorf die Gedenkfeiern zum 100. Geburtstag von Cato Bontjes van Beek (wir berichteten), die bundesweit Verbreitung fanden. „Der Fischerhuder Komponist Helge Burggrabe hat mithilfe des Arbeitskreises Frauenort Cato Bontjes van Beek und der Kirchengemeinde für unvergessliche Momente gesorgt.“ Positiv sieht Mittendorf zudem „die würdigen Veranstaltungen zum Volkstrauertag trotz Pandemieauflagen und das kostenlos ausgelieferte Weihnachtsessen von Berkelmanns Gasthof mit Hilfe des Besuchsdienstes an ältere Bürger“. Negative Aspekte seien „die verquere Diskussion über ,Stolpersteine’ im Ortsrat“ und die „fehlenden Besuche, Gespräche, Berührungen, besonders in den Altersheimen“ gewesen. Für die Zukunft hofft Mittendorf unter anderem „dass die Gastwirtschaften und Kultureinrichtungen, die den Betrieb einstellen mussten, diese Zeit überstehen“.

In Posthausen gab es 2020 viele Gespräche zum Thema Nachnutzung von älteren Gebäuden. „Wohnen und Arbeiten im Ort sind für uns die zentrale Themen, über alle Altersschichten. Daher haben wir uns sehr gefreut, zum Abschluss des Jahres den Plan für das Quartier Drei Linden vorzustellen“, betont Ortsbürgermeister Reiner Sterna, und weist auch auf den Baubeginn im Gebiet Bremer Damm II und den Anschub für weitere Einfamilienhäuser im Gebiet Bremer Damm III hin. Er lobt die Zusammenarbeit mit den Vereinen und der Kirchengemeinde: „Hier zeigt sich: Gemeinsam und mit neuen Ideen können wir uns helfen!“ Sterna fügt hinzu: „Wir vom Ortsrat hätten gerne mehr öffentliche Sitzungen durchführen wollen, um den Bürgern die Projekte vorzustellen und für Transparenz zu sorgen.“ Wichtig waren laut Sterna auch der Baubeginn für das neue Feuerwehrhaus an der Schulstraße, die Erweiterung der Tierklinik und die weitere Entwicklung des Gewerbeparks an der L 155.

2021 möchte der Heimatverein Posthausen das Thema Moor auf einer öffentlichen Ausstellungsfläche präsentieren. Dauerbrenner sei der Verkehr sowie der Zustand der Straßen und Radwege. „Das allerwichtigste ist aber, dass wir die Pandemie alle gesund überstehen“, so Sterna.

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