Aris-Quartett und Klarinettist Thorsten Johanns begeistern in Fischerhude

Bewegt und intensiv

Das junge Aris-Quartett brillierte in Fischerhude.
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Das junge Aris-Quartett brillierte in Fischerhude.

Fischerhude - Vom ersten Ton an begeisterte das vielfach preisgekrönte junge Aris-Quartett beim jüngsten Kammermusikabend im Fischerhuder Buthmanns Hof. Das Streicherensemble musiziert auf höchstem Niveau und auf herrlichen Instrumenten, mit denen die beiden Geigerinnen Anna Katharina Wildermut und Noemi Zipperling sowie Caspar Vinzens, Viola, und Lukas Sieber, Violoncello, wie verwachsen scheinen.

Das Quartett begann mit dem Streichquartett Nr. 4 e-moll op. 44/2 von Felix Mendelssohn-Bartholdy bewegt und intensiv. Themen wanderten subtil durch die Stimmen, edle Cellopassagen leuchteten, es war ein herrliches Verweben der Stimmen und eine große Ästhetik in dieser Musik.

Besonders intensiv gestaltete das Aris-Quartett das Officium breve in memoriam Andreae Szervánszky des 1926 geborenen ungarischen Komponisten György Kurtág – fünfzehn kleine Sätze mit, wie Cellist Lukas Sieber gut verständlich erklärte, vielen hörbaren Pausen. Das zeichnet diese tiefgehende Musik besonders aus. Jeder dieser kleinen Sätze ist durch eine solche Pause abgetrennt, aber man spürt diese Stimmung von Wehmut und Hoffnung, Trauer und Trost durchgehend. Die Musik klagte und seufzte, bäumte sich auf, die Töne schienen über den Saiten zu schweben. Nach dem Schluss war erst Stille, dann gab es langen Beifall.

Am Ende des Programms stand das berühmte Quintett für Klarinette und Streichquartett A-Dur KV 581 von Wolfgang Amadeus Mozart – und diese Wiedergabe war eine wahre Offenbarung. Den Solopart übernahm Klarinettist Thorsten Johanns, Professor für Klarinette am Conservatorium in Maastricht – Genuss pur sein Klangreichtum in müheloser Technik. Er kostete seine herrlichen Kantilenen großartig aus auf großen Spannungsbögen und im steten Miteinander mit dem Streichquartett. Alle fünf Musiker genossen das gemeinsame Musizieren in mozartischer Leichtigkeit sicht- und hörbar – ein wahres Geschenk an die Zuhörer. Für den langen herzlichen Beifall bedankten sich die fünf Künstler noch mit der Wiederholung des zweiten Trios aus dem Menuetto mit dem anschließenden Menuettthema.

Alles in allem war der Abend ein schöner Ausklang der diesjährigen Konzerte der „Freunde der Kammermusik Fischerhude-Quelkhorn“.

iw

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