Abriss des alten Pfarrhauses / Neue Pastorendienstwohnung „in der Schwebe“

„Ackern, um das Beste für die Gemeinde rauszuholen“

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Wird im August abgerissen: das alte Pfarrhaus in Fischerhude.

Fischerhude - Wer als gewähltes Mitglied dem Vorstand der ev.-luth. Kirchengemeinde Fischerhude angehört, hat gut zu tun in seinem Ehrenamt und seiner Freizeit. „Wir sind am Ackern, um das Beste für die Gemeinde rauszuholen“, sagt die stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Wilma Viebrock. Zu beackern hat das Gremium gleich zwei arbeitsintensive Felder: die Organisation des geistlichen Gemeindelebens seit der Langzeiterkrankung des Fischerhuder Pastors Manfred Ringmann und die bauliche Zukunft der schadstoffbelasteten Pfarrdienstwohnung. Beides beschäftigt den Kirchenvorstand seit Jahren.

Zumindest die Zukunft des alten Pfarrhauses neben dem Gemeindehaus an der Kirchstraße ist geklärt: Die offizielle Dienstwohnung des Pfarrstelleninhabers, aus der das Ehepaar Ringmann schon 2012 wegen erheblicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen durch Schimmelpilzbildung im Gebäude ausgezogen war, wird im Sommer abgerissen. Bereits 2013 hatte sich der Fischerhuder Kirchenvorstand auf Grundlage eines Gutachtens gegen eine Schadstoffsanierung des Hauses und für einen Abriss entschieden – Landeskirche und Kirchenkreis gaben jedoch weitere Untersuchungen und Gutachten in Auftrag, stimmten am Ende aber der Abrissentscheidung der Kirchengemeinde als Hauseigentümerin zu.

Als Termin für die Abrissarbeiten wurde nach Worten von Wilma Viebrock bewusst der August gewählt, weil dann die Kinder im ev. Kindergarten, der im benachbarten kirchlichen Gemeindehaus untergebracht ist, Ferien haben.

Da Pastor Ringmann – angesichts der Umstände von der Pflicht, die Dienstwohnung zu nutzen, befreit – ein eigenes Haus in Fischerhude bewohnt, hatte die Kirchengemeinde bislang keinen Zeitdruck, eine neue Dienstwohnung für den Fischerhuder Pfarrstelleninhaber zu schaffen. Das aber steht mit dem Abriss an; eine Pfarrdienstwohnung ist vorgeschrieben. Dafür eine Immobilie im Ort anmieten? Als Kirchengemeinde selbst neu bauen? Oder die Fischerhuder Kirchenstiftung im Zuge einer Geldanlage für die Gemeinde bauen lassen? „Mehrere Möglichkeiten werden zurzeit durchgeplant. Aber noch ist alles in der Schwebe“, sagt die stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende.

Wahrscheinlich ist jedoch, so ist aus der Gemeinde zu hören, dass die neue Pastorendienstwohnung nicht wieder neben dem Gemeindehaus entstehen wird, um sich hier für den ev. Kindergarten mögliche Erweiterungsoptionen nicht zu verbauen.

Ebenfalls in der Schwebe ist nach Worten von Wilma Viebrock, „wann wir einen neuen Pastor bekommen“. Selbst wenn der seit langem krankgeschriebene Amtsinhaber seine Versetzung in den Ruhestand beantragt habe, „dauert das Verfahren ja“. Zumindest prophylaktisch beschäftigen sich die Gremien des Kirchenkreises Verden nach Auskunft von Superintendentin Elke Schölper schon mit der Fischerhuder Pfarrstelle und der möglichen Art und Weise einer Wiederbesetzung, um auf kommende Erfordernisse vorbereitet zu sein.

Nach einer 25%igen Personalkostenkürzung im Zuge landeskirchlicher Sparmaßnahmen ist die Pastorenstelle in Fischerhude seit 2009 nur noch als Drei-Viertel-Stelle im Stellenplan des Kirchenkreises ausgewiesen und finanziert. Das fehlende Viertel für eine 100%ige seelsorgerische und pastorale Versorgung der rund 2100 Gemeindemitglieder in Fischerhude und Quelkhorn finanziert seitdem die Kirchenstiftung.

Zwar hat die Kirchengemeinde mit dem Achimer Pastor Christoph Maaß einen offiziellen Vakanzvertreter, der zuletzt auch die Konfirmationsgottesdienste hielt, aber seit vielen Monaten organisiert der Kirchenvorstand selbst die Besetzung der Gottesdienste in der Liebfrauenkirche mit Pastoren aus der Region, die als Ruheständler in Fischerhude einspringen. Wie gesagt: Es wird „geackert“ für die Gemeinde. Am 6. Juni sogar den ganzen Tag lang: „Dann“, so Wilma Viebrock, „haben wir als Kirchenvorstand wieder einen Planungstag.“

pee

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