Aber Ankauf Südseite 2004 „wie gesehen“

„Bahn hätte das sauber übergeben müssen“

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Vermüllte Baracken auf der Bahnhofssüdseite.

Ottersberg - Unter der Überschrift „Bahnhof im Norden hui – auf der Südseite (noch) pfui“ berichtete unsere Zeitung vergangene Woche über die vermüllten Baracken an den Gleisen in Ottersberg, wo in Kürze der neue Park-&-Ride-Parkplatz gebaut wird. Im Nachklang meldete sich SPD-Ratsherr Reiner Schnäpp zu Wort.

„Die Deutsche Bahn AG hätte das Gelände sauber übergeben müssen!“, meint Schnäpp, der der Gemeindeverwaltung vorwirft, entsprechende Forderungen an die Bahn versäumt zu haben: „Rechtzeitiges und zeitnahes Handeln hätte der Gemeinde viel Geld gespart“, glaubt Schnäpp. Er selbst habe dazu zwei Anträge gestellt, die vom Bürgermeister ignoriert worden seien.

2010 hatte Schnäpp ans Rathaus geschrieben, dass die Bahn AG die Verunstaltung der Bahnhofssüdseite durch illegale Bauten und Müllansammlungen geduldet habe und auch nach Beschwerden von Bürgern keine Abhilfe geschaffen habe. Auch das Ordnungsamt der Gemeinde, das er 2009 darum gebeten habe, so Schnäpp, habe den Missstand nicht abgestellt. „Der Flecken Ottersberg kann nur ein bereinigtes Gelände (Müllentsorgung, Abbruch Schwarzbauten) übernehmen“, schreibt Schnäpp.

2012 erinnert der Ratsherr den Bürgermeister schriftlich, dass „die Gemeinde für den ordnungsgemäßen Zustand des Grundstückes als Eigentümer verantwortlich ist“. Auf dem Gelände seien schadstoffhaltige Toshi-Platten abgeladen worden, und das Grundstück werde von fremden Personen genutzt sowie von spielenden Kindern, für die das eine Gefahr darstelle. Passiert sei bis heute in dieser Angelegenheit nichts.

Auf Nachfrage unserer Zeitung schilderte Bürgermeister Horst Hofmann, dass die Gemeinde das südliche Bahnhofsgelände bereits 2004 von der Deutschen Bahn AG gekauft habe – und zwar „wie gesehen, mit allem was da drauf ist“. „Damals“, so Hofmann, der zu der Zeit selbst noch Ratsherr war, „waren alle heilfroh, dass die Bahn das Gelände endlich verkaufen wollte, weil wir es für den immer schon geplanten Ausbau der Bahnhofssüdseite unbedingt brauchten.“ Die darauf existierenden Pachtverträge seien mit übernommen worden. Und danach „haben wir immer gesagt, wir bereinigen das Gelände erst, wenn wir hier die neue P+R-Anlage bauen – sonst haben wir in kürzester Zeit den gleichen Müll da wieder liegen“, erläutert der Bürgermeister.

Mit dem Bau der P+R-Anlage auf der Südseite wollte die Gemeinde allerdings bis zum barrierefreien Umbau des Bahnhofs warten, der seinerseits lange auf sich warten ließ. So gingen einige Jahre ins Land. Seit Dezember nun ist auch der Mittelbahnsteig über eine Rampe aus dem Tunnel stufenlos erreichbar – und im Februar/März soll Baubeginn sein für den neuen Parkplatz auf der Südseite.

Den bisherigen Pächtern auf dem Areal war dafür bereits zum vergangenen Sommer von der Gemeinde gekündigt worden – mit der Auflage, „klar Schiff zu machen“. Das gelang im Fall eines ehemaligen Sarggroßhändlers aber ganz und gar nicht, auf dessen vermüllten Baracken die Gemeinde nun auf eigene Kosten sitzen bleibt.

pee

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