Henning Teschs Leidenschaft sind Velomobile und andere Liegeräder

75 km/h – allein mit Muskelkraft

Velomobilfahrer Henning Tesch aus Ottersberg mit seiner neuen Errungenschaft: ein Lastenrad mit E-Motor.
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Velomobilfahrer Henning Tesch aus Ottersberg mit seiner neuen Errungenschaft: ein Lastenrad mit E-Motor.

Ottersberg – Henning Tesch mag ungewöhnliches Fahren. So ist der Ottersberger zwar gerne auf dem Rad unterwegs, allerdings nicht auf herkömmlichen, sondern eher auf tiefer gelegten Rädern. Diese Liegeräder, ähneln Bobschlitten. Wo auch immer der Ottersberger mit seinem windschnittigen Gefährt auftaucht, staunen die Menschen. Und schauen ihm mit einem Lächeln hinterher.

Als neue Errungenschaft hat sich Tesch ein Lastenrad angeschafft. Es ist mit einem E-Motor versehen und sieht ein bisschen aus wie das legendäre Modell T von Ford, das in den USA von 1908 bis 1927 vom Band rollte.

Mit der Ansiedlung eines Händlers für E-Autos und einem Radverleih scheint sich der Flecken Ottersberg, vor allem in Fischerhude, immer mehr zu einer Kommune für Fahrzeuge mit emissionsfreien Antrieben zu entwickeln. Selbst Bürgermeister Tim Willy Weber verzichtet aufs Auto und fährt lieber Rad.

Doch der Reihe nach: Angefangen hat die Leidenschaft fürs Rad bei Henning Tesch in den 1990er-Jahren. Damals tourte er als Teenager auf einem Liegerad die lange Strecke von Hambergen zu den Berufsbildenden Schulen nach Osterholz-Scharmbeck. „Mit dem Liegerad fuhr ich bequem. Bei einem normalen Rad schmerzten mir die Handgelenke und der Rücken, beim Liegerad schmerzte nichts“, erinnert sich Henning Tesch. Und er schmunzelt: „Die Polizei hat mich ständig kontrolliert, weil die Beamten damals Liegeräder nicht kannten. Über das Liegerad habe ich auch meine Ehefrau kennengelernt.“

Doch es blieb nicht beim Fahren: „Damals am Schulzentrum Holter Feld in Bremen-Sebaldsbrück, heute ein Ausbildungszentrum eines Autobauers, haben wir als kleine Gruppe ein Liegerad und später ein Liegedreirad selbst entwickelt und in Kleinserie gebaut. Beim Liegedreirad kippte das Rad nicht ständig um. Das Fahren war angenehmer und viel direkter.“

Die Konstruktion besaß aber auch Nachteile: Ohne eine Hülle um das Rad war der Fahrer der Witterung ausgesetzt. „Bei Regen wurde man von oben und unten nass.“

Schließlich bei einem Aufenthalt in England durfte Henning Tesch ein mit Glasfaser ummanteltes Liegedreirad fahren, damals noch ein Prototyp. Das Velomobil faszinierte ihn dermaßen, dass er sich nach dem Rahmenbruch seines Liegedreirades das Velomobil zulegte und fast täglich von seinem damaligen Wohnort Lilienthal von der Wohnung am Wümmedeich entlang nach Bremen zur Arbeit pendelte. Tesch: „Damals kostete so ein Gefährt 8 000 bis 15 000 Euro, weil nur wenige Firmen Velomobile herstellten.“

Damit nicht genug: „Mit meiner Frau reiste ich kreuz und quer durch das Bundesgebiet, wir schauten uns unterschiedliche Liegeräder an und probierten sie aus. Dafür fuhren wir auch schon einmal in eine Ortschaft in die Nähe von Liechtenstein.“ Dann stand der Ottersberger vor seinem Wunschmodell eines Liegerades, das aus Carbon bestand und aussah wie ein geschlossener Bobschlitten. „Nicht nur die Optik hat mich überzeugt, sondern auch das Fahrverhalten und die -leistung. Mit reiner Muskelkraft kann ich bequem bis zu 75 km/h schnell fahren. Untrainierte erreichen ein Tempo bis 50 km/h“, berichtet Velofahrer Henning Tesch.

Vor Jahren radelte er jährlich bis zu 15 000 Kilometer mit dem Velo, wobei der Carbon-Schlitten 25 Kilogramm wiegt und das Aussehen des Cockpits vergleichbar mit einem aus der Formel eins ist. Lange Strecken fährt er weiterhin gerne. „Von Ottersberg radeln wir mit dem Velo nach Bad Zwischenahn oder nach Cuxhaven zum Fischbrötchenessen. Da strampeln wir bis zu 400 Kilometer am Tag runter“, schildert der Radwanderer.

Sein neues Lastenrad wurde konzipiert und gebaut in Berlin. „Man kann es mit 200 Kilogramm Zusatzgewicht beladen und ist eigentlich für Geschäftsleute gedacht, die mitten in der Stadt schnell Ware ausliefern wollen. Das Nettogewicht des Lastenrades liegt bei 180 Kilogramm. Das Fahren unterstützt ein 250 Watt-E-Motor. Mit dem Lastenrad erledigen wir unseren Einkauf. Bis zu 25 km/h schnell sind wir damit unterwegs. Wenn der Akku nicht aufgeladen ist, bewegt sich das Rad kaum“, berichtet Henning Tesch und hat damit auch keine Sorge, dass es irgendwie abhandenkommt.  woe

Kontakt

Henning Tesch hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und betreibt in Ottersberg ein Vetriebs- und Serviceunternehmen für Velomobile. Wer mal Probe fahren möchte, kann per E-Mail an info@velomobil.net Kontakt aufnehmen.

Blick ins Cockpit.

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