Surheide-Anwohner Peter Schröck übergibt Listen im Rathaus

217 Kritiker-Unterschriften gegen Ruheforst-Pläne

Peter Schröck und Christian Heinrich
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Surheide-Anwohner Peter Schröck (rechts) überreicht das Paket mit 217 Unterschriften von Kritikern der Ruheforst-Pläne an Vize-Verwaltungschef Christian Heinrich.

Quelkhorn – „Ruheforst Surheide – eine gute Idee?“ Die an Politik und Verwaltung gerichtete Frage ist im Grunde rhetorischer Natur. Die Antwort steht für die sich gerade zusammenschließenden Projektgegner aus Quelkhorn und Fischerhude bereits fest. Sie halten den geplanten Bestattungswald eben für keine gute Idee. 217 Kritiker-Unterschriften, an Haustüren und in Geschäften gesammelt, übergab Initiator Peter Schröck am Donnerstagnachmittag am Rathaus in Ottersberg.

Vize-Verwaltungschef Christian Heinrich nahm den Karton mit den Unterschriftenlisten entgegen und will den Stapel zur Kenntnis an die Entscheidungsträger in der Politik weiterreichen.

Die Kritik der Einwohner richtet sich gegen die ihrer Ansicht nach „noch längst nicht zu Ende gedachten Auswirkungen“ des Ruheforst-Projekts in der Surheide in Quelkhorn. Das planen seit längerer Zeit schon die im Realverband Surheide organisierten Waldbesitzer zusammen mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die politische Mehrheit im Flecken Ottersberg, der der kommunale Träger des Ruheforsts werden würde, unterstützt das Vorhaben.

Der bisherigen Planung zufolge wollen die Waldbesitzer für den Ruheforst fünf Hektar ihrer Flächen für 99 Jahre aus der betrieblichen Forstbewirtschaftung nehmen. Üblicherweise werden pro Hektar 80 Bäume für Bestattungen ausgewählt – auf den Waldgrundstücken in der Surheide also insgesamt rund 400. Jeder dieser Bäume wäre laut Ruheforst-Konzept möglicher Mittelpunkt eines sogenannten Ruhebiotops, das in kreisförmiger Anordnung Platz für jeweils zwölf Urnengrabstellen bietet. Die Asche der Verstorbenen wird in biologisch abbaubaren Gefäßen im Waldboden beigesetzt. Über Namen und Daten der Bestatteten geben Schilder am Baumstamm Auskunft.

Für die Kritiker des Vorhabens hat das mit Wald nicht mehr viel zu tun: „Dieses bisher noch weitgehend naturbelassene Areal soll ohne erkennbaren Grund kommerziellen Interessen geopfert und überregional von einer Ruheforst GmbH vermarktet werden“, heißt es auf den Unterschriftenlisten. Die Unterzeichner fordern die Gemeinde auf, „die Argumente für dieses Projekt öffentlich zur Diskussion zu stellen, Erklärungen zu geben und Transparenz zu schaffen“.

Als Etappenziel wertet Peter Schröck die Einberufung einer Einwohnerversammlung durch den Bürgermeister. Schauplatz des öffentlichen Informations- und Diskussionsabends ist am Dienstag, 29. Juni, ab 19.30 Uhr die Aula der Wümmeschule. Interessierte müssen sich coronabedingt im Rathaus für die Teilnahme anmelden (telefonisch unter 04205/317012 oder per E-Mail an mann@flecken-ottersberg.de).

Schröck spricht von einer „grundlegenden Umwälzung des Ortsbildes vom Wald zum Friedhof“ und möchte von der Politik deren „Argumente für den Ruheforst“ erläutert haben. Was nach Ansicht der Kritiker dagegen spricht, sei der zu erwartende Publikums- und damit Straßenverkehr. Das sei nicht nur für die Anwohner, sondern auch „für die Tiere schlecht“, die in Wald und Heide aufgescheucht würden.

Von Petra Holthusen

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