Update: Mädchen wohlauf

Erlösende Nachricht: 13-Jährige aus Ottersberg wieder aufgetaucht

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Machen sich große Sorgen: Frank Rieckenberg und Mutter Britta Naujokat.

Eigentlich wollte sich das Mädchen mit einer Freundin zum Shoppen treffen. Am Samstag stieg die 13-Jährige dafür um 10.46 Uhr in den Metronom. In Bremen angekommen, schickte sie ihrer Mutter eine Nachricht. Wenige Minuten später brach der Kontakt ab. Jetzt kann die Familie aufatmen.

Update, 6. März: Gute Nachrichten aus der Gemeinde Ottersberg: Das 13-jährige Mädchen aus Otterstedt ist gesund zurück bei ihrer Mutter und deren Lebensgefährten. Am Dienstagabend ist ihr Aufenthaltsort herausgefunden geworden – „mithilfe der Polizei“, wie ihre Mutter auf Anfrage unserer Zeitung betont. Und weiter: „Wir sind einfach unglaublich erleichtert. Wir hatten uns schon die schlimmsten Szenarien ausgemalt.“ Es ist lediglich bekannt, dass das Mädchen außerhalb des Landes Niedersachsen gefunden werden konnte. Es bestehen keine Hinweise auf strafbare Handlungen. Das Mädchen war am Samstag in den Zug nach Bremen gestiegen und verschwunden. Tagelang hat es von der Schülerin kein Lebenszeichen gegeben. Zahlreiche Hinweise sind bei ihren Eltern und der Polizei eingegangen. 

Update, 5. März 

Mehr als drei Tage nach dem Verschwinden der 13-Jährigen aus Otterstedt haben die Ermittler weiterhin keine Hinweise auf den Aufenthaltsort des Mädchens. „Leider gibt es immer noch nichts Neues“, erklärt ihre Mutter, Britta Naujokat, auf Anfrage unserer Zeitung. „Wir hoffen immer noch, sie ganz schnell zu finden.“ Eine Sprecherin der Polizei ergänzt: „Die Ermittlungen laufen.“ Es gebe jedoch weiterhin keine Hinweise auf ein Verbrechen. 

Artikel vom 4. März

Otterstedt - Von Lea Oetjen. Seit Samstag hat die Familie kein Lebenszeichen von der Schülerin. Die Sorge um ihre Tochter steht Britta Naujokat förmlich ins Gesicht geschrieben. Ihre Stimme zittert und ihre Augen füllen sich immer wieder mit Tränen, als sie vom vergangenen Samstag, 2. März, erzählt. „Sie wollte mit einer Freundin zum Shoppen nach Bremen fahren. Ich hab sie zum Bahnhof gebracht“, erzählt sie. Sie seien sehr spät dran gewesen, „der Zug fuhr schon ein, als ich gerade angehalten habe“. Das Mädchen sei zum Gleis gerannt und eingestiegen – alleine. „Als ich ihre Freundin am Bahnhof nicht gesehen habe, wurde ich gleich skeptisch“, erinnert sich Britta Naujokat. Sofort habe sie bei ihrer Klassenkameradin angerufen und sich erkundigt. Diese habe ihre dann offenbart, dass sie das Mädchen bereits am Abend zuvor abgesagt hatte.

Von Höxter nach Otterstedt gezogen

„Da habe ich natürlich sofort meine Tochter angerufen, um sie zur Rede zu stellen“, so Britta Naujokat. Am Telefon habe die 13-Jährige viele Ausreden gehabt. „Ich habe sie aufgefordert, mit dem nächsten Zug zurück nach Ottersberg zu fahren.“ Aber sie gehorchte nicht. Aus Sorge alarmierte ihre Mutter bereits um 11.01 Uhr den Notruf, mit der Hoffnung ihre Tochter am Bremer Hauptbahnhof abfangen zu können, vergeblich. Um 11.20 Uhr erreichte Britta Naujokat eine Sprachnachricht. 

Nachrichten wurden nicht gelesen

„Sie hat mir gesagt, dass sie mich lieb hat. Im Hintergrund waren deutlich Bahnhofsgeräusche zu hören“, ist sich ihre Mutter sicher, dass sie in Bremen angekommen ist. Nachrichten, die sie an ihre Tochter geschickt hat, sind zwar angekommen, aber nicht gelesen worden. „Bis 15.28 Uhr. Seitdem ist ihr Handy aus.“

Mutter und Tochter sind erst vor drei Wochen aus dem Landkreis Höxter in die Gemeinde Ottersberg, nach Otterstedt, gezogen. „Wir haben uns hier gut eingelebt“, wie Britta Naujokat findet, die zu ihrem Lebensgefährten Frank Rieckenberg gezogen ist. Das Mädchen, das zurzeit auf die Wümmeschule geht, habe sogar schon eine gute Note mit nach Hause gebracht. „Sie war allerdings etwas traurig, hier keinen Karneval feiern zu können. Daher habe ich erst gedacht, dass sie sich in der alten Heimat aufhält“, so Britta Naujokat.

Alle Freunde und Familie abtelefoniert

Diese Hoffnung hat sich jedoch bislang nicht bestätigt. „Alle Freunde und die ganze Familie haben wir abtelefoniert. Leider ohne Erfolg.“ Die 13-Jährige habe viele Bekannte aus dem Internet. Ein engerer Freund sei laut Britta Naujokat bereits von den Beamten vernommen worden. „Er hat wohl nichts mit der Sache zu tun. Seine Aussage scheint glaubhaft gewesen zu sein.“

Die Suche geht weiter. Auch der Facebook-Aufruf von Britta Naujokat hat bisher nicht zum erhofften Hinweis auf den Aufenthaltsort des Mädchens geführt – obwohl er bereits bundesweit geteilt und tausendfach kommentiert wurde. Alle Nachrichten seien „echt nett, aber leider nicht konkret, nicht greifbar“, fasst Rieckenberg zusammen.

„Das ist alles echt komisch, ich mache mir große Sorgen“, sagt Britta Naujokat, ehe ihre Stimme bricht. Das Mädchen habe wenig Geld dabei gehabt. Zudem sei es für das Mädchen sehr ungewöhnlich, mehrere Stunden nicht online zu sein. „Sie ist normalerweise ein richtiges Handyjunkie“, weiß ihre Mutter. 

Doch seit Samstag sind alle Accounts der 13-Jährigen ohne Aktivitäten. Britta Naujokat und Frank Rieckenberg sind sich einig, dass es wahrscheinlich ein „gezieltes Weglaufen“ war. „Sie wollte sich bestimmt heimlich mit jemanden treffen. Was jedoch danach passiert ist, wissen wir nicht.“

„Seit Samstag kein einziges Lebenszeichen“

Vor rund einem Jahr sei die 13-Jährige schon einmal nach kleinen Streitigkeiten weggelaufen. „Aber nur für 28 Stunden, und sie war die ganze Zeit für uns erreichbar“, klagt Britta Naujokat. „Ich habe große Angst um meine Tochter. Es gibt seit Samstag kein einziges Lebenszeichen.“

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