Arbeitskreis Down-Syndrom besteht 20 Jahre / Betroffene melden sich zu Wort

Es ist normal, anders zu sein

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Nadine und Imke Liebetruth und Sara Lührs beteiligen sich an „It´s normal to be different“.

Kirchlinteln - Hier finden Eltern und Freunde eines Kindes mit Trisomie 21 Rat und Hilfe: Der Arbeitskreis Down-Syndrom besteht seit 20 Jahren als eingetragener Verein. Dies wurde am Sonnabend im Lintler Krug mit einem bunten Programm gewürdigt.

Viele Gäste feierten das Jubiläum des Arbeitskreises Down-Syndrom im Lintler Krug. ·

Die Mitglieder des Arbeitskreises feierten gemeinsam mit Angehörigen, Freunden und Bürgern der Gemeinde. Die Grußworte sprachen Landrat Peter Bohlmann und Kirchlintelns Bürgermeister Wolfgang Rodewald. Für Menschen mit Behinderungen habe sich in unserer Gesellschaft viel zum Guten verändert, sagte Bohlmann. Dies sei auch ein Verdienst des Arbeitskreises. „Ihre Arbeit hat dazu beigetragen, Vorurteile zu mindern“. Auch die Verbindung zum Landkreis sei ein wichtiger Teil der Arbeit. Diese würde in Zukunft, wegen der Inklusion, noch mehr an Bedeutung gewinnen.

Wilfried Liebetruth, Vorsitzender des Arbeitskreises, erinnerte an die Entstehungsgeschichte. „Alles fing nicht erst 1992, sondern schon zehn Jahre früher an“, berichtete er. Denn 1982 wurde seine Tochter Imke geboren, mit einem Chromosom mehr als die meisten Menschen. Da es damals noch nicht so viele Informationsmöglichkeiten über das Down-Syndrom gab, suchte er gemeinsam mit seiner Frau Jutta weitere Kontakte.

Im Laufe der Zeit entstand so mit anderen betroffenen Eltern eine Selbsthilfegruppe. Daraus wurde zehn Jahre später der Verein. „Aus den zwölf Gründungsmitgliedern sind mittlerweile 79 geworden“, so Liebetruth. Mit „Down-Syndrom.de“ betreibt der Verein seit 1996 eine Webseite. Aktivitäten wie Basteln, Malen, Tanzen sowie Veranstaltungen für Jugendliche und Erwachsene gehören zu den Angeboten.

Auch die Geschwister der „Downies“ kamen zu Wort. Dörte Liebetruth und Johannes und Julius Ritz erklärten, dass sie durch ihre Schwestern mit Down-Syndrom eine besondere Sichtweise kennen gelernt haben. Johannes und Julius Ritz sagten, in ihrer Familie sei der Zusammenhalt sicher stärker als in vielen Familien, in denen es keine behinderten Kinder gibt.

Schließlich stellten sich junge Erwachsene mit Down-Syndrom vor und sagten, was sie bewegt. Alex Höhne berichtete von den Seminaren von Marlies Winkelheide, in denen gespielt und gebastelt, aber auch über das Down-Syndrom, Gefühle und das Erwachsenwerden gesprochen wird. „Ich bin froh, dass es diese Seminare gibt“, sagte er. Imke Liebetruth erzählte von ihrer Malgruppe und ihrer Zusammenarbeit mit Schülern der BBS Syke bei dem EU-Projekt „It‘s normal to be different“. Die Liebe war das Thema ihrer Schwester Nadine. „Ich möchte einen Freund haben, mit dem ich kuscheln kann, der mich gern hat und der mir auch mal ein Bild malt“, ist ihr größter Wunsch.

Abends ging es mit DJ Hausmeister und der Band HauDrauf richtig zur Sache, Jugendliche mit und ohne Down-Syndrom, Eltern und Gäste feierten gemeinsam bis spät in die Nacht. · ahk

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