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Nordbrücke: Jetzt die Suche nach dem Gefechtskopf

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Von: Heinrich Kracke

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Verrosteter Torpedo.
Einen Torpedo-Rumpf förderten Bauarbeiter auf der sogenannten Allerinsel zu Tage. © Straßenbaubehörde.

Beim Neubau der Allerbrücke hat sich der Metallfund auf der Allerinsel als Torpedo entpuppt.

Verden – Über Monate hatte der Metall-Körper auf der sogenannten Allerinsel die Bauarbeiter der neuen Nordbrücke in Atem gehalten. Jetzt konnte der Kampfmittelräumdienst Teil-Entwarnung geben. Den Angaben zufolge handelte es sich um einen Torpedo, ja, aber Gefahr ging nicht mehr von dem Weltkriegs-Überbleibsel aus. Ein Gefechtskopf inklusive Zünder wurde nicht entdeckt. Ans Tageslicht kam lediglich das Antriebsheckteil und ein Rest der Batterien aus der sogenannten Mittelsektion des Torpedos.

Für eine vollständige Entwarnung reichte es indes noch nicht. Zwei Theorien gehe man jetzt bezüglich des Gefechtskopfes nach. Entweder sei er an den letzten Kriegstagen von deutschen Truppen zum Sprengen der Allerbrücke verwendet worden, und der Rest einfach liegengeblieben, so Adrian Andritzki aus der Straßenbaubehörde. Oder man laufe Gefahr, das explosive Detail liege doch noch irgendwo im Boden. Einerseits werde man sich auf die Suche nach historischen Belegen begeben, auf denen die Ereignisse aus dem Frühjahr 1945 genauer festgehalten sind, beispielsweise im Verdener Stadtarchiv, andererseits werde die baubegleitende Firma, die für das Aufspüren möglicherweise gefährlicher Stoffe seit Herbst vergangenen Jahres im Einsatz ist, weiterhin rund um Hauptfluss und Alter Aller eingesetzt.

Schon am vorvergangenen Mittwoch wurden die schweren Metallteile auf der Landzunge zwischen den beiden Flussteilen freigelegt, wie die Behörde bestätigt. Gleich darauf hatten Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes ihre Arbeit aufgenommen. Allem Anschein nach war der Fund nicht etwa von alliierten Streitkräften hinterlassen worden, die sich zuweilen nach Luftangriffen übrig gebliebener Trägermunition einfach durch Abwurf auf freier Fläche entledigten. Vielmehr deutet jetzt alles auf Wehrmacht-Verbände hin, die den Torpedo vor Ort ausweideten.

Metallsonden hatten bereits im November vergangenen Jahres angeschlagen. Da die unliebsame Entdeckung nicht gleich verifiziert werden konnte, war eine Umplanung für die Brücke erforderlich. Betroffen ist der stadtseitige der drei neuen Brückenpfeiler auf der Allerinsel. Für ihn wurden wie berichtet die Spundwände um die betroffene Stelle herumgezogen.

Die mächtigen Torpedo-Teile sind kein Einzelfall. Andere Metallfunde auf der Allerinsel wurden fix identifiziert. Jene Stahlteile etwa, die sich erstaunlich nahe der alten Brücken-Rammpfähle befanden. „Dabei handelt es sich um Stahlseile der damaligen Dampframmen. Waren diese Verschließteile aufgebraucht, landeten sie in der Baugrube.“ Recycling war beim Bau 1933 und Wiederauf 1951 noch kein Thema.

Bagger auf Baustelle am Fluss.
Nachdem auf der sogenannten Allerinsel die Spundwände für die kommenden Brückenpfeiler eingeschlagen und der Boden entwässert war, konnte ein Bagger die Arbeit an der Stelle des nicht verifizierten Metallfundes die Arbeit aufnehmen. © Straßenbaubehörde

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