Der Achimer Senioren- und Behindertenbeirat hat in seinen zehn Jahren aber auch schon eine Menge erreicht

Noch sind viele Barrieren zu beseitigen

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Knut Pickert ist seit vielen Jahren der Motor des Achimer Senioren- und Behindertenbeirats.

Achim - Ohne großes Tamtam feierte der Senioren- und Behindertenbeirat Achim am Dienstagabend im Ratssaal sein zehnjähriges Bestehen. „Wir müssen unsere Arbeit kontinuierlich fortführen“, erklärte Knut Pickert, Vorsitzender des Senioren- und Behindertenbeirates, den zahlreich erschienenen Besuchern des 17. Forums beziehungsweise des fünften runden Tisches.

Die Anwesenden erfuhren, dass sich der Ausschuss trotz der mangelnden Kontinuität seiner Mitglieder – im Mai 2011 musste der neunköpfige Beirat bereits zum vierten Mal gewählt werden – erfolgreich für den Abbau zahlreicher Barrieren, Vorurteile und Mängel einsetzen konnte. So verfügt sowohl der Achimer als auch der Badener Bahnhof inzwischen über Fahr-stühle, die in letzter Zeit auch nicht mehr stecken bleiben.

Des Weiteren wurden die Zahl der Altenheimplätze in Achim verdoppelt und große Fortschritte bei der Inklusion erzielt. Durch den Einsatz des Bürgerbusses wurde das Streckennetz des öffentlichen Nahverkehrs ausgebaut und somit die Mobilität von Senioren und von Menschen mit Handicaps erheblich verbessert. „Wir brauchen unser Licht definitiv nicht unter den Scheffel stellen“, betonte Pickert. Allerdings sei noch vieles anzupacken.

Der Uesener forderte die Anwesenden auf, sich Gedanken darüber zu machen, wo Sperren in Fuß- und Radwegen Rollstuhlfahrern, Müttern mit Kinderwagen und Senioren mit Rollatoren das Leben erschweren. Der Behindertenbeirat nimmt Hinweise gerne entgegen und wird diese dann prüfen.

Zudem informierte der Vorsitzende, dass mit Hilfe der Spende des Bestattungsinstituts Wellborg Renovierungsarbeiten im Generationentreff an der Langenstraße vorgenommen werden können.

Anfang Mai 2013 wird es anlässlich des Europäischen Protesttages der Menschen mit Behinderung wieder eine „Woche der Inklusion“ geben. Im Rahmen dieser Veranstaltung organisiert die Waldheim Begegnungs- und Beratungsstätte unter dem Motto „1000 Füße auf der Straße“ einen I-Run. Die Idee, die dahinter steckt, ist, dass Personen mit und ohne Beeinträchtigung miteinander in Kontakt kommen sollen. Die Schirmherrschaft der Aktion übernimmt Willi Lemke, ehemaliger Manager und heutiger Aufsichtsratschef des Fußball-Bundesligisten SV Werder Bremen und früherer Bremer Bildungssenator.

Während des Treffens kamen auch Gäste zu Wort. Kinderärztin und Ratsfrau Dr. Petra Gölz regte an, eine Selbsthilfegruppe für Eltern mit gehandicapten Kindern zu gründen. Gerd Lepczynski berichtete, dass einige Mitglieder des Vereins „Gemeinsam mit Senioren“ regelmäßig bei Bewohnern in allen vier Altenheimen der Stadt vorbeischauten. Es gebe allerdings einen Mangel an Menschen, die Ältere zu Hause besuchten. „Wer Interesse hat, soll sich bei uns melden“, bat der Achimer. Dietmar Rüster von der Awo Uphusen schlug vor, die Sprechstunden des Senioren- und Behindertenbeirates in den einzelnen Ortsteilen abzuhalten. „Für viele Betroffene ist der Weg in die Innenstadt nämlich zu weit“, wusste Rüster.

Des Weiteren beschwerten sich einige über die zu engen Parkplätze in Achim, über mangelnde Stellplätze für Autofahrer mit Handicap und über die Erschwernis, einen Parkausweis für Behinderte zu bekommen.

Alle gratulierten dem Senioren- und Behindertenbeirat zu seinem zehnten Geburtstag.

„Der Beirat ist ein mustergültiges Beispiel für ehrenamtliches Engagement“, lobte Bürgermeister Uwe Kellner. Er hofft, dass die Mitglieder ihre Aufgaben weiterhin mit so viel Elan und Leidenschaft angehen wie bisher. · as

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