Erfolgsgeschichte Müllerhaus: Kulturkreis-Vorsitzende zieht positive Bilanz

„Noch immer weht hier der Geist der Anfangszeit“

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Das Müllerhaus mit seinen kulturellen Angeboten ist aus der Geest nicht mehr wegzudenken.

Brunsbrock - Renate Bormann-Klenke, Vorsitzende des Kulturkreises Lintler-Geest, sieht ziemlich zufrieden aus. Und dafür gibt es einen guten Grund: Hinter dem Müllerhaus in Brunsbrock liegt ein weiteres erfolgreiches Jahr. „Vieles von dem, was wir uns vorgenommen hatten, konnten wir umsetzen. Aber besonders freut mich, dass noch immer so viele Menschen mit viel Herzblut dabei sind“, lobt sie.

In dem schmucken alten Fachwerkhaus in der Lintler Geest, das vom Kulturkreis ohne öffentliche Gelder betrieben wird, veranstaltet dieser regelmäßig kulturelle Veranstaltungen – ehrenamtlich. Der Verein gründete sich bereits 1996, im Rahmen der Bewerbung für den europäischen Dorferneuerungspreis, der im Jahr 2000 erfolgreich in die Gemeinde geholt werden konnte. „Im Prinzip führen wir hier die visionäre Arbeit von Harald Nordhausen fort, der damals der treibende Motor war“, so Bormann-Klenke. „Und der Geist aus dieser Anfangszeit weht hier noch immer.“

Dass die Ehrenamtlichen noch genauso motiviert sind wie damals, sei hilfreich: Schließlich gebe es im Müllerhaus viel zu tun, das habe sich gerade im nun abgelaufenen Jahr gezeigt. Allein die sonntäglichen Café-Nachmittage bedeuten viel Arbeit: „Die Kaffeetafel muss gut bestückt sein. Das bedeutet, die Helfer müssen jedes Wochenende backen. Und natürlich müssen am Sonntag Ehrenamtliche vor Ort sein und Kaffee und Kuchen verkaufen. Sie sorgen auch dafür, dass hier die Vorräte immer aufgefüllt sind“, so Bormann-Klenke.

Besonders viel Stress bedeuten natürlich die großen Veranstaltungen, wie „Kunst, Kultur, Kirchlinteln“ oder der Kunsthandwerkermarkt, zu dem in diesem Jahr rund 700 Besucher ins Müllerhaus strömten. Aber das sei, so Bormann-Klenke, positiver Stress, den man gerne in Kauf nehme. „Wir wollen vor allem eines: das Haus mit Leben füllen.“

Und das hat in 2012 gut funktioniert. Nicht nur die Bürger aus der Region profitierten vom Müllerhaus. „Auch die Touristen, natürlich. Kulturelle Angebote sind, das darf man nicht vergessen, immer auch ein Wirtschaftsfaktor.“

Neben den „Selbstläufern“, wie dem regelmäßigen Frauenfrühstück, das 2012 bereits zum 25. Mal angeboten wurde, den Brunsbrocker Abenden mit spannenden Themen oder den sehr beliebten Konzerten der Band Souly, hätten sich auch neue Schwerpunkte herauskristallisiert. „Die Gesundheits-Seminare werden gut angenommen. Seien es Kunsttherapie, Ernährungskurse oder die Selbsthilfegruppe Burnout-Syndrom.“ Kleine Konzerte mit Klassik und Volksmusik erfreuten die Zuhörer. „Darunter auch mein persönliches Highlight: Ein Auftritt von Sängern aus St. Petersburg. Das war ein magischer Abend“, schwärmt Bormann-Klenke.

Die monatlich wechselnden Ausstellungen kamen ebenfalls gut an – auch bei den Künstlern. „Wir haben uns in der Szene einen guten Ruf erarbeitet, weil wir die Aussteller gut betreuen.“ Das und natürlich das charmante Ambiente des Müllerhauses haben zur Folge, dass alle Termine in 2013 bereits ausgebucht sind. „Das macht uns stolz“, so Bormann-Klenke. Die erste Ausstellung im neuen Jahr beginnt am Sonntag, 6. Januar, um 15 Uhr, mit einer Vernissage. Diesmal wird Hobbyfotografin Janna Grotum ihre Werke zeigen.

Auch zukünftig sollen einmal jährlich Schüler aus Kirchlinteln die Chance bekommen, im Müllerhaus ihre Arbeiten aus dem Kunstunterricht zu zeigen. „Die Kinder und Jugendlichen liegen uns sehr am Herzen“, so die Kulturkreis-Vorsitzende. „Wir wollen schließlich so eine Art Mehrgenerationenhaus sein.“

Nach einer hochkarätigen Lesung mit Achim Amme, der Märchen für Erwachsene vortrug, wuchs der Wunsch, in Zukunft vermehrt Lesungen anzubieten. „Wir sind im Gespräch mit der Verdener Buchhandlung ‚vielseitig‘, mal gucken, was daraus wird.“

Die Arbeit im Müllerhaus stützt sich vor allem auf zwei Säulen: den unermüdlichen Einsatz der Ehrenamtlichen und, auch ganz wichtig, auf Spenden. „Seien es Sponsoren aus der Wirtschaft, die wir verstärkt ins Boot geholt haben, oder private Spender: Wir sagen herzlich Danke.“

Das Haus selbst sei, so die Vorsitzende, der Hauptgrund für die Leidenschaft der Ehrenamtlichen. Das schöne Gebäude, die dazugehörige Mühle, eingebettet in die reizvolle Landschaft der Lintler Geest: „Ich kann verstehen, dass die Menschen hier gerne heiraten“, sagt Bormann-Klenke. Vor einigen Tagen wurde im Müllerhaus übrigens die 101. Trauung gefeiert. · rei

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