Elfriede und Gerhard Lebedies feiern eiserne Hochzeit / Neuanfang in Daverden

Noch in der alten Heimat Tilsit kennengelernt

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Lange gemeinsame Wegstrecke: Elfriede und Gerhard Lebedies sind heute 65 Jahre verheiratet. ·

Daverden - Auf 65 Ehejahre können Elfriede und Gerhard Lebedies zurückblicken. Am 27. Februar 1948 schlossen sie vor dem Daverdener Standesbeamten Hinrich Gätje den Bund fürs Leben, einen Tag später wurde dieser Treueschwur dann noch von Pastor Hermann Willenbrock kirchlich besiegelt.

Gerhard Lebedies wurde am 1. März 1921 in Tilsit geboren, Elfriede Schönig 1926 in einem Dorf nur acht Kilometer entfernt von der ostpreußischen Stadt. Ihr Vater war Polizist, der dann nach Tilsit versetzt wurde. So lernten sich die Beiden kennen, als der junge Soldat Gerhard Lebedies im Zweiten Weltkrieg gerade auf Heimaturlaub war.

Da die russischen Truppen immer näher kamen, siedelte Elfriede Schönig mit ihrer Mutter und einem Bruder zu Verwandten nach Sachsen um – ein weiterer Bruder ist verschollen. Der Vater kam dann später hinzu. Bald zog die Familie nach Nordhausen um. Von dort gelang der jungen Frau die Flucht über die grüne Grenze im Harz. Über das Lager Friedland kam sie dann nach Daverden.

Gerhard Lebedies wuchs in Tilsit, das heute Sowetsk heißt und zur russischen Oblast Kaliningrad gehört, mit fünf Geschwistern auf. Die Familie machte sich zum Ende des Krieges mit vielen anderen Flüchtlingen mit Pferdegespannen auf den Weg in den Westen; am 3. März 1945 kam der Treck in Daverden an. Gerhard Lebedies wurde allerdings erst am 13. Juli 1945 aus englischer Gefangenschaft entlassen. Zunächst waren sie der Familie Köhnsen zugewiesen worden, später besorgte Ulrich Goerke eine Wohnbaracke, die auf dem Dreieck am Köbens aufgestellt wurde.

Doch vorher schon trafen sich die Beiden in Daverden wieder. Die Verlobung ließ nicht lange auf sich warten, und Ende Februar 1948 wurde Hochzeit gefeiert. „Es war so warm damals, wir sind zu Fuß zur Kirche gelaufen“, erinnert sich Elfriede Lebedies. Die Hochzeitsgesellschaft kehrte anschließend in der Gastwirtschaft Flammann zum Essen ein. Da Gerhard Lebedies inzwischen Flüchtlingsbetreuer geworden war und für die Verteilung der Gutscheine zuständig war, kam eine ansehnliche festliche Runde zusammen.

Elfriede Lebedies arbeitete anfangs in einer Gaststätte in Verden, dann in einem Verdener Haushalt, während Gerhard Lebedies zunächst als Fahrer bei den englischen Soldaten tätig war. Später wechselte er zur Firma Borgward und nach deren Konkurs als Maschinenschlosser zum Bahn-Ausbesserungswerk Bremen-Sebaldsbrück.

Das frisch gebackene Ehepaar zog in eine Wohnbaracke bei Blöthes an der Hauptstraße. Dort kamen 1950 Sohn Wolfgang, 1953 Sohn Norbert und 1958 Tochter Carola zur Welt. In jenem Jahr siedelte die junge Familie in das neu gebaute eigene Haus an der Elbinger Straße um.

Während Tochter Carola ganz in der Nähe, in Verden, wohnt, hat sich Norbert mit Familie in Wandlitz bei Berlin niedergelassen. Wolfgang hat dagegen in den USA ein neues Zuhause gefunden. Gerhard Lebedies Bruder Werner lebt dagegen auch in Daverden, seine Schwester Linda in Bremen. Neun Enkelkinder und sechs Urenkel gehören inzwischen zur großen Familie Lebedies.

Doch eine größere Feier wird es nicht geben, denn Gerhard Lebedies hat sich nach einem Schlaganfall im Mai vorigen Jahres nicht wieder richtig erholt. Da er aber seit 1958 dem Schützenverein angehört und noch im Rentenalter das Deutsche Sportabzeichen schaffte, wird der Kreis der Gratulanten sicherlich beachtlich sein. · hu

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