40-Tonner und Großtraktoren traktieren öffentliche Bahlumer Hofzufahrt / Die Adams wollen „befahrbare Straße“ zurück

Und niemand repariert ihnen den Weg

Erhard Adam zeigt  hier eine besonders schwer beschädigte, schon leicht „hochgewuppte“ Betonplatte auf dem langen Weg, der zu dem von ihm gepachteten Hof führt.

Achim - BAHLUM (la) · Der Weg sei im Eimer. „Von insgesamt gut 90 Betonplatten sind knapp 30 noch heil“, schätzt Margret Adam. „Wir haben ihn aber nicht zerstört“, betont ihr Ehemann Erhard.

Die Schäden seien von großen Traktoren, Mähdreschern und 40-Tonner-Lkw verursacht worden. Etwa 30 Laster waren im vorigen Herbst zum Rüben-Abtransport von Feldern an der Straße eingesetzt worden.

Repariert wurde der rund 400 bis 500 Meter lange öffentliche Wegabschnitt nicht. Dieses letzte Stück der Straße „Zur Jacobsmühle“, die in Bahlum von der Landesstraße nach Syke abzweigt, führt als Sackgasse bis zu dem von den Adams vor rund elf Jahren gepachteten Hof. Das Paar zog aus Riede zu und erfüllte sich mit dem ländlich-abgelegenen Anwesen einen kleinen Traum.

Der heute 66-jährige Erhard Adam betreibt hier eine kleine Schlosserei. Zu den Spezialaufträgen gehörte auch schon die Anfertigung einer großen Werder-Raute aus Metall für eine Feier des Vereins in Bremen. Margret Adam ist in einem Imbiss in Riede tätig.

Die Freude über das Landleben ist seit längerem wegen der schwer in Anspruch genommenen Straße zum Hof getrübt.

Niemand wollte sie offenbar erneuern. Samtgemeindebürgermeister Gerd Schröder und sein Emtinghausener Amtskollege Hanfried Lübkemann hätten abgewinkt, berichtet Erhard Adam. Grund: der finanzielle Aufwand zur Instandsetzung des langen Abschnitts wegen nur eines Anliegers sei nicht vertretbar. Der Hofbesitzer wird ebenfalls nicht in die Reparatur investieren.

Eigentlich müssten die Groß-Landwirte herangezogen werden, da sie ja durch ihre Maschinen die Schäden verursachten, findet Pächter Adam. „Wir wollen gar keine neue Straße, sondern nur eine wieder gefahrlos mit dem Auto befahrbare“, verdeutlicht seine Ehefrau.

Ausbesserungen sind offenbar aber nun doch in Sicht. Das teilte Bürgermeister Lübkemann gestern auf Nachfrage der Zeitung mit. Sobald der betreffende Gemeindemitarbeiter seinen Urlaub beendet habe, sollten die vom Rat schon beschlossenen Reparaturen beginnen.

Die gesamte Situation mit den landwirtschaftlichen Wegen sei etwas unglücklich, gibt Lübkemann zu. Sie seien in Vor-Euro-Zeiten ausgebaut worden, weil kurzfristig 500 000 DM an EU-Zuschüssen lockten. Sehr kurzfristig sei auch alles im Samtgemeinderat entschieden worden.

Leider würden für die Wege im Gegensatz zu Wohnstraßen keine Anliegerbeiträge erhoben. Das hätte eine Sanierung erleichtert, weil Nutzer der Felder und Äcker mit heranziehbar gewesen wären.

Erhard Adam zeigte sich erfreut über die Ausbesserungs-Ankündigung, bleibt aber skeptisch und möchte abwarten, was wirklich passiert. Außerdem sollten seiner Ansicht nach die Felder künftig soweit möglich von anderen Wegen aus beackert und abgeerntet werden.

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