Oytener „Tag der Ehrenamtlichen“: Bürgerschaftspräsident appelliert an Jugend

Nicht sich selbst der Nächste

Selber ehrenamtlich aktiv ist der Bremer Bürgerschaftspräsident Christian Weber (Mitte) , hier im Gespräch mit dem Oytener Bürgermeister Manfred Cordes. ·
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Selber ehrenamtlich aktiv ist der Bremer Bürgerschaftspräsident Christian Weber (Mitte) , hier im Gespräch mit dem Oytener Bürgermeister Manfred Cordes. ·

Oyten - Als Präsident der Bremer Bürgerschaft weiß Christian Weber sehr wohl, dass an besonderen Tagen für Ehrenamt und Ehrenamtliche von Politikern gerne Sonntagsreden gehalten werden. Die klingen schön, aber bewirken wenig. Doch Weber ist selber ein „Ehrenamtler“.

In vielen Funktionen - unter anderem als Vorsitzender des Bremer Turnerbundes und in karitativen Einrichtungen - trägt er seinen nicht geringen Teil zum Gemeinwohl bei.

Am Wochenende sprach der Landtagspräsident als Festredner zum „Tag der Ehrenamtlichen“ im Rathaus Oyten. Weber formulierte, was vor allem notwendig ist: „Die Politik muss das Ehrenamt viel mehr stärken.“ Und zwar über das Lob hinaus.

Weber stellte die Frage: „Wie ginge es bei uns zu, wenn jeder nur sein eigenes Ding machen würde?“ Zunächst holprig, dann gefährlich. Das Ehrenamt trage maßgeblich bei zum Zusammenhalt in der Gesellschaft und zum Fortbestand der Demokratie.

Webers Folgerung: „Wenn den Menschen alles egal ist, gehen sie auch nicht mehr zur Wahl.“ Das „hochwirksame Gegengift“ gegen jedwede Form von Gleichgültigkeit sei hinlänglich bekannt: das Ehrenamt. Christian Weber sprach in seiner kurzen Rede von der integrativen Kraft des freiwilligen Engagements, aber auch von den Veränderungen, die im Ehrenamt notwendig seien: „Der Funke muss noch mehr auf junge Menschen überspringen. Sie müssen für die gute Sache gewonnen werden.“

Das Ehrenamt habe viel zu bieten: Die Stärkung des Selbstvertrauens, den Umgang mit interessanten Menschen oder die Möglichkeit, in der Gesellschaft präventiv gegen Vereinsamung oder Gewalt zu wirken.

Begrüßt worden waren die rund 200 ehrenamtlich Tätigen von Christian Webers Parteigenossen Manfred Cordes. Oytens Bürgermeister dankte in seiner Rede den Abordnungen aus unterschiedlichen Bereichen, die sich in Vereinen, Organisationen, karitativen Einrichtungen oder Initiativen für das gemeinschaftliche Gefüge einsetzen. Viele Worte machen die meisten Protagonisten darüber nicht: „Eine Wesenszug vieler ehrenamtlich tätiger Menschen ist ihre Bescheidenheit“, sagte Cordes. Es werde nicht geredet über das Tun, sondern gehandelt.

Das sei löblich, aber an einem Tag wie diesem nicht angebracht: „Wir reden jetzt darüber und bedanken uns“, betonte der Oytener Bürgermeister und fügte hinzu: „Ohne die Ehrenamtler würde unsere Gesellschaft ungemütlicher aussehen.“ Cordes mahnte: „Wenn jeder nur sich selbst der Nächste ist, wird es bald keinen Nächsten mehr geben.“

Musikalisch gerahmt wurde die Festveranstaltung vom Bassener Chor „Sunshine Charmonica“. · häg

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