Trauergruppe der Achimer Hospizhilfe: Zuhören, Zeit und „Neuorganisation“

Nicht allein durch Tränensee

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Frauke Haar und Reinhard Menthe widmen sich in der Achimer Hospizhilfe-Gruppe besonders der Trauerbegleitung. ·

Achim - Tod und Frühling passen scheinbar gar nicht zusammen. Doch auch in dieser lebensfrohen Jahreszeit sterben Menschen, und Hinterbliebene drohen am Verlust zu verzweifeln. Für sie gibt es – natürlich nur auf Wunsch und kostenfrei –  die fachkundige Trauerbegleitung der Achimer Hospizhilfe auf rein ehrenamtlicher Basis.

Nicht etwa das Erteilen kluger Ratschläge sei hier wichtig, sondern zunächst mal Zuhören – auch am Telefon – und sich Zeit nehmen, weiß Reinhard Menthe aus Erfahrung.

Der 63-jährige, frühere Bankkaufmann aus Etelsen hat sich in der Hospizhilfe Achim auf Trauerbegleitung ebenso spezialisiert wie die gelernte Apothekerin und Krankenschwester Frauke Haar. Als dritte Kraft steht Anja Meyer bereit.

Vor allem bei noch „frischen“ Trauerfällen ist Begleitung gefragt, damit manche Betroffene nicht ganz allein bleiben „beim Abarbeiten des großen Tränensees“, so Reinhard Menthe. Sprachlosigkeit nach dem schweren Verlust gelte es zu überwinden, sich mit anderen in ähnlicher Situation auszutauschen und dann auch zu lernen, das eigene Leben wieder neu zu organisieren.

Ziel der Trauerbegleitung ist es also, diese und den Trauerkreis nach einiger Zeit für Betroffene überflüssig zu machen, weil sie wieder auf eigenen Beinen stehen können und Lebensmut zurückgewonnen haben. Bestimmte Fristen sind natürlich nicht gesetzt.

Auch auf den ersten Blick banale Probleme, die sogar komisch klingen, treten bei Gesprächen zutage, berichtet Menthe. Der oder die „ist wieder zu haben“, heißt es schnell mehr oder weniger offen wenn jemand Partner oder Partnerin verloren hat. Das kann durchaus zu Misstrauen in alten Freundeskreisen führen oder eben dazu, dass der oder die Hinterbliebene sich allein plötzlich als „fünftes Rad am Wagen“ empfindet.

Große Umorientierung ist zudem vonnöten, wenn Rollen in einer Ehe geschlechterspezifisch strikt getrennt waren: Der Mann hat beispielsweise nie gelernt, sich auch nur Suppe selbst zu kochen, und für die Frau sind alle finanziellen Belange und Formalitäten völliges Neuland. Auch hier kann die Gruppe natürlich Unterstützung bieten.

Seit Anfang des Jahres trifft sich die Achimer Trauergruppe an jedem zweiten und vierten Donnerstag des Monats jeweils um 17.30 Uhr im Kasch. Nächster Termin ist nach den Ferien am 12. April. Für alle weiteren Auskünfte stehen Frauke Haar unter Telefon 04235/8453 und Anja Meyer unter 04207/66 81 95 gern zur Verfügung. · la

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