Oytener Krimiautor Hans-Jürgen Rusch stellte in der Bücherei seinen Roman „Gegenwende“ vor

Neues von Löffler und Müller

Hans-Jürgen Rusch las in der Oytener Gemeindebücherei aus seinem zweiten Krimi.

Oyten - (kr) · Einen festen Platz in der Krimiabteilung einer gut frequentierten Bücherei zu haben, davon träumen viele Autoren. Dem Oytener Hans-Jürgen Rusch ist es gelungen. Sein im vergangenen Jahr erschienenes Erstlingswerk „Späte Rechnung“ kam so gut an, dass er nicht zögerte, einen zweiten Kriminalroman zu schreiben. Am Donnerstagabend stellte er sein im Gmeiner-Verlag erschienenes neues Buch „Gegenwende“ in der Gemeindebücherei Oyten vor, allerdings vor nur wenigen Zuhörern.

Eingestimmt mit militärischen Bildern auf Großleinwand, vermittelte der Autor seinen Zuhörern Kostproben aus dem Buch, in dem wie schon bei „Späte Rechnung“ die Kommissare Löffler und Müller in einem spektakulären Mordfall ermitteln. Zwei zeitliche Ebenen – einmal das Jahr 1990, als die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten ganz frisch war, und das Jahr 2007 – bilden die Basis eines geheimnisvollen Geschehens, bei dem zwei Männer, unterwegs mit ihrer Segeljacht nach Helgoland, auf offener See entführt werden. Wenig später entdeckt die Journalistin Svenja Windisch auf einer Autobahnbaustelle nahe Bremen ein männliches Skelett. Svenja wittert eine große Story, die Story ihres Lebens. Doch ihre Recherchen führen sie zurück in ihre eigene Vergangenheit. Zurück in die ersten Monate des Jahres 1990, als sich ganz Deutschland im Ausnahmezustand befand und nach einer neuen Identität suchte. Damals lernte Svenja während eines Sturms auf die Stasi-Zentrale in Berlin den Stralsunder Bürgerrechtler Robert Bigalke kennen. Und sie erfuhr von einem drohenden Militärputsch, der „Gegenwende“. Niemand wusste, ob die Meldung der größten deutschen Boulevardzeitung eine Ente war – oder ob es in der DDR tatsächlich Pläne gab, der Wende mit einer Gegenwende den Garaus zu machen...

Hans-Jürgen Rusch, selbst ehemaliger DDR-Bürger, machte mit den Leseproben aus seinem deutsch-deutschen Krimi Appetit auf mehr und die zeitgeschichtlichen Bilder auf der Leinwand trugen dazu bei, Neugierde auf Hintergründe zu wecken, die den schwierigen Start in die gemeinsame neue deutsche Geschichte begleiteten. Der kenntnisreiche wie explizite Blick des Autors auf Details, die Schauplätze hier in der Region und die Darstellung der Charaktere verleihen dem Buch eine flüssige Handlung und lassen immer mal wieder Ruschs trockenen Humor durchblitzen.

Die Hauptfiguren Löffler und Müller, aber auch die ehrgeizige Journalistin Svenja sind durchaus sympathische Protagonisten in diesem spannenden Kapitel deutscher Geschichte. Die Hintergründe des Kriminalfalls, die sich über 17 Jahre erstrecken und die Beteiligten am Ende wieder einholen, sind nicht nur lesenswert, sie lassen auch auf eine Fortsetzung der Krimireihe hoffen, die Rusch für 2011 avisierte.

Hans-Jürgen Rusch ist Jahrgang 1957 und studierter Schiffselektroniker. Bis zur deutschen Wiedervereinigung diente er als Marineoffizier in Peenemünde und Stralsund. 1991 wechselte er nach Bremen und baute sich eine neue berufliche Existenz auf. Seit 2005 leitet er ein eigenes Unternehmen, lebt in Oyten und betreibt die Schriftstellerei mit zunehmendem Erfolg.

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