Anwohner klagen oft über Mängel, scheuen aber die hohen Ausbaukosten

Neue Straße nur zum Nulltarif

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Auch die Langenstraße, Teil des Weser-Radweges, ist in einem erbärmlichen Zustand.

Achim - 87 Straßen und Wege, die nicht ausgebaut beziehungsweise mangelhaft sind, stehen in einer städtischen Prioritätenliste. Anwohner fordern oft den Ausbau, doch, wenn sie die Kosten hören, die sie zu tragen hätten, halten sie „ihre“ Straße dann noch für einige Jahre für gut genug.

So ist es zum Beispiel geschehen bei der Badener Straße „An der Wasserburg“. Wie eine Anwohnerversammlung ergab, sind die Anwohner trotz zahlreicher Beschwerden nicht bereit, die aufgrund des fehlenden Unterbaus stark verformte Straße kostengünstig in Eigenregie auszubauen.

Auf die Unfallgefahr weist deshalb jetzt ein Warnschild hin. Sollte sich der Zustand der Straße doch noch verschlechtern, wird die Stadt sie ausbauen und die Anwohner kräftig zur Kasse bitten.

Bei den meisten der mangelhaften Straßen sind das 90 Prozent Anwohneranteil, denn es handelt sich um Anliegerstraßen.

Eigenhilfe haben dagegen Anwohner am Ölhafen praktiziert. Mit viel Geld haben sie das Straßenstück, das zu ihren Häusern am Ölhafen führt, mit einer neuen Decke versehen lassen. Da die vordere Strecke am Weserhang, zugleich ein Teil des Weser-Radweges, noch mit Schlaglöchern und Pfützen versehen ist und immer wieder notdürftig von der Stadt geflickt werden müsste, möchte Anwohner Hans-Joachim Hillbrecht auch dieses Stück auf Kosten der Anwohner mit neuer Straßendecke versehen. Doch dafür wollen einige seiner entfernten Nachbarn kein Geld ausgeben.

Die Stadt beschränkt sich in nächster Zeit auf den Ausbau des Paradiesviertels, also Langenstraße, Paradiesweg, Sandweg, Weberstraße, An der Marsch und Parallelweg, die keinen Regenkanal haben, oft genug Schlammstrecken oder Staubpisten sind. Nach einem Jahrzehnt soll in diesem Frühjahr Einigung über die finanzielle Beteiligung der Anwohner am Ausbau in 2014 erzielt werden.

Die Rotenburger Straße in Baden wird ausgebaut, Holzbaden durch eine neue Erschließungsstraße zum Lahof-Wohngebiet entlastet, An der Bahn zwischen Bierden und Uphusen zurückgestellt und der oft überflutete Ueser Weg 2015 in Angriff genommen.

Bei allen anderen Straßen müssen die Anwohner abgestimmt mit der Stadt in Eigenregie vorgehen oder den Großteil des städtischen Ausbaus finanzieren. · mb

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