Stadt investiert viel für Kinder und Jugendliche

Neue Kindergärten und Problemstau an Schulen

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Uesen bekommt zum neuen Kindergartenjahr auf dem Ex-Kasernengelände einen komplett neuen Kindergarten mit Krippengruppen. ·

Achim - Von Manfred BrodtKaum ein Plus im Haushalt leistet sich die Stadt Achim auch im neuen Jahr und in folgenden Jahren eine Menge für Kinder und Jugendliche im Kindergarten- und Schulbereich. Manches Problem schieben die Verantwortlichen aber auch jahrelang vor sich her.

Am eindrucksvollsten ist die Entwicklung im Kindergartenbereich, wo die Stadt nicht nur dem gesetzlichen Anspruch gerecht werden will, bis August für jedes dritte Kind unter drei Jahren eine Betreuung in der Krippe oder bei der Tagesmutter anzubieten. Der Kindergarten in Baden wird aus diesem Grund um eine Krippe erweitert werden, aber auch von Grund auf renoviert werden.

Ein komplett neuer Kindergarten entsteht für Uesen auf ehemaligem Kasernengelände, natürlich mit Krippe in gleich zwei Gruppen. Die Immobilie und das Grundstück des alten Kindergartens an der Heinrich- Laakmann-Straße, hofft die Stadt, dafür möglichst gewinnbringend an einen Wohnungsbauinteressenten zu bringen. Inwieweit dann noch Bäume dort gefällt werden müssen, wird später entschieden.

Der Bedarf an weiteren Kindergartenplätzen ist jedenfalls vorhanden, denn der Zuzug von jungen Familien ist in Uesen und Baden angesichts neuer Wohngebiete auf dem Kasernengelände, am Turnplatz und am Lahof ungebrochen.

Das ist auch in Bierden nicht viel anders, wo die Häuser in dem neuen Baugebiet Kämpe nur so aus dem Boden schießen. Hier soll auch ein neuer Kindergarten in Kooperation mit der Lebenshilfe entstehen, allerdings erst später. 2013 wird dafür weiter geplant werden und überlegt werden, inwieweit die Hortangebote dieses Kindergartens die Ganztagslösung für die Schule sein könnten.

Neue Ganztagsschulen sind in Achim jedenfalls aus finanziellen Gründen erst einmal auf Eis gelegt.

Fachbereichsleiterin Wiltrud Ysker hat auch 2013 viel zu „wuppen“.

Das gilt besonders auch für Uphusen, wo es aber noch drängendere Probleme als das Ganztagsangebot gibt. Jahrzehnte alte Gardinen, herunterbrechende Fensterbänke, kein Werkraum, fehlende Akustikdecke und vieles mehr sind viel aktuellere Probleme, und das seit Jahren. Bevor aber nicht vom Rat im Frühjahr die Frage entschieden ist, ob die Grundschule an Ort und Stelle saniert und erweitert oder in einen Neubau am Arenkamp umziehen wird, wird zunächst gar nichts geschehen. Bürgermeister Uwe Kellner und auch Gebäude-, Grundstücks-Fachbereichsleiter Steffen Zorn sind skeptisch, was einen Neubau am Arenkamp anbelangt. Zwar hätte man dann gleich die Sporthalle nebenan, käme aber wohl um die aufwändige und teure Auskofferung des alten, dioxinverseuchten Sportplatzes dort nicht herum.

Sollte der Rat deshalb entscheiden, am alten Schulstandort zu bleiben, müsste auf jeden Fall der Altbau, in dem die Arbeiterwohlfahrt ihre Tagesstätte hat. abgerissen werden.

Während die Verantwortlichen der Stadt diese Probleme im Blick haben, schieben sie die Zukunft der Hauptschule und Realschule weiterhin vor sich her. Während andere Gemeinden bereits mit einer Oberschule oder wie Oyten mit einer integrierten Gesamtschule auf die sinkenden Schülerzahlen reagiert haben, belässt es die Stadt einstweilen weiter bei der unter Schwund leidenden Hauptschule und der Realschule. Nach Ansicht von Bürgermeister Uwe Kellner und Kita-Schul-Fachbereichsleiterin Wiltrud Ysker ist das auch vertretbar und soll ohnehin gegen den Willen der Schulleitungen und Kollegien nichts entschieden werden. Die entsprechende Arbeitsgruppe zur Zukunft dieser weiterführenden Schulen in Achim hat 2012 gar nicht mehr getagt.

Nun wartet man erst einmal das Ergebnis der Landtagswahl ab, das auch für diese Frage die Richtung angeben wird.

Unabhängig davon gilt es, die noch recht junge Mensa der Hauptschule „neu zu strukturieren“, weil ihre Essensangebote kaum angenommen werden.

Bliebe da noch das neue Uno-Wort „Inklusion“. Bis zum Jahr 2018 soll nach dem Willen des Bundesgesetzgebers die Inklusion in Schulen, sprich die Aufnahme von Behinderten in Regelschulen, erreicht sein. Enorme finanzielle Aufwendungen für Personal und bauliche Vorrichtungen inklusive Fahrstühle werden da nötig sein, und Bürgermeister Uwe Kellner prophezeit jetzt schon, dass die Kommunen das nicht aus eigener Kraft werden stemmen können.

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