Toys Company Achim eröffnet: Viele Gäste staunten über die Modellfirma für Langzeitarbeitslose

Neue Chance für einsame Teddys

Achims Fachdienstleiterin Wiltrud Ysker (2. v. l.) und Heinz Möller (SPD-Kreistagsabgeordneter, r.), schauen dabei zu, wie sich FDP-Landtagsabgeordneter Dr. Gero Hocker (l.) und Andreas Mattfeldt (CDU-Bundestagsabgeordneter, 3. v. l.) um einen niedlichen Stoffraben zanken. Behalten durften die Politiker das Kuscheltier nicht: Dafür müsste man bei der Toys Company Achim nämlich erst einmal seine Bedürftigkeit nachweisen und dann genügend „Teddypunkte“ sammeln.

Achim - (rei) · Viele waren gekommen, einige hatten sogar Geschenke dabei, und alle waren sehr neugierig: Zahlreiche geladene Gäste aus Politik, Verwaltung und Verbänden kamen gestern zur offiziellen Eröffnung der Toys Company am Fritz-Lieken-Eck. Nach nur zwei Monaten Vorbereitungszeit hat die Modellfirma nun die Türen für alle interessierten Erwachsenen – vor allem aber natürlich für ihre kleinen Kunden – geöffnet.

Seit dem 1. Dezember werden hier gespendete ausgediente Spielwaren, einsame und verlassene Stofftiere und kaputte Fahrräder gesammelt, aufgearbeitet, gelagert, verwaltet und mittlerweile auch an Kinder verteilt. Diese müssen zunächst ihre Bedürftigkeit nachweisen. Anschließend erhalten die Kinder eine „Teddy-Punktekarte“, einem Sparbuch nicht unähnlich. Jeden Monat werden neue Punkte eingeklebt. Für diese Punkte können sich die Kinder dann etwas aussuchen. Je nach Warenwert werden ihnen dann wieder Punkte abgezogen.

Projektbetreuerin Liane Gehrmann klärte die neugierigen Gäste, zu denen auch Landtagsabgeordneter und FDP-Kreisvorsitzender Dr. Gero Hocker und CDU-Bundestagsabgeordneter Andreas Mattfeldt gehörten, noch einmal über das Konzept hinter der Toys Company auf: Die Firma bietet etwa 50 Langzeit-Arbeitslosen „einen Weg aus der Schockstarre, sorgt dafür, dass relevante Fertigkeiten und Qualifikationen nicht verloren gehen.“ Im Gegenteil: Das Konzept beinhaltet Qualifizierungsmodule, in denen sich die Mitarbeiter weiterbilden können. Wer sich für den kaufmännischen Bereich interessiert, kann EDV-Kurse belegen, Lagerarbeiter haben die Möglichkeit, einen Gabelstapler-Führerschein zu machen – in der Toys Company gibt es nämlich nahezu alle relevanten Abteilungen. Alle Abläufe werden von Arbeitslosengeld (ALG)-II-Empfängern geplant und durchgeführt. „Ob Buchhaltung, Marketing, Werkstatt, Lagerlogistik oder Verkauf: Alle Abteilungen liegen hier in der vollständigen Verantwortung unserer Mitarbeiter, wir geben nur Impulse“, sagt Gehrmann. Der Flyer, das schöne Logo mit dem Teddy sowie der knackige Slogan „Wir geben Ihrem Spielzeug eine zweite Chance“ – all dies wurde zum Beispiel von den Mitarbeitern aus der Marketingabteilung entwickelt; Menschen, die bis vor kurzem noch arbeitslos waren.

Die Gäste konnten gestern in der so genannten leisen Werkstatt zusehen, wie Puppenkleider genäht wurden, oder in der „lauten Werkstatt“ die Mitarbeiter beim Fahrräderreparieren beobachten. Viel Lob gab es für die blitzblank geputzten Lagerräume und die eingespielten Arbeitsabläufe. Im Anschluss an die Führung tischten die Gastgeber ein reichhaltiges Buffet auf. Liane Gehrmann: „Die Mitarbeiter der Company identifizieren sich mit ihrer Firma. Ich glaube, das liegt daran, dass ihre Arbeit hier sinnvoll ist und Bedürftigen hilft.“

Liane Gehrmann und ihr Kollege Michael Rosilius arbeiten für die DEKRA-Akademie, die schon seit vielen Jahren berufliche Weiterbildungsmaßnahmen anbietet und nun die Toys Companies ins Leben gerufen hat, von denen es übrigens bundesweit etwa bereits 60 Niederlassungen gibt. Träger im Landkreis Verden ist die „Arbeit im Landkreis Verden“ (ALV).

Ihren Sitz hat die Firma im Fritz-Lieken-Eck 1, im Gebäude der Firma Lieken gegenüber dem Bahnhof. Telefonisch erreichbar ist sie unter 04202/5232334. Die Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 8 bis 16 Uhr.

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