Fischerhuder Gesangstalent Marlon Bertzbach (18) schaffte es bis ins Finale der VOX-Castingshow

Der nette Junge mit dem X-Faktor

Stimmstarker X-Factor-Finalist: Marlon Bertzbach (18) aus Fischerhude.

Fischerhude - Von Petra Holthusen· Aus dem beschaulichen Fischerhude auf den Fernsehbildschirm: Da sitzt er mit seinem karierten Hemd und dem schüchternen Lächeln und legt alles in sein „I like“.

Marlon Bertzbach bringt den Chartbreaker von Keri Hilson so gefühlvoll und tiefsinnig rüber, dass Jurorin und Mentorin Sarah Connor, wie’s scheint, die Tränen wegblinzeln muss und die jubelnde „I love Marlon“-Fangemeinde auf der Tribüne schier außer sich gerät. Keine Frage, das 18-jährige Gesangstalent kommt gut an in der Castingshow X-Factor des Fernsehsenders VOX. Privatfernsehen, wie es singt, weint und lacht. Und Marlon mittendrin.

Bis ins Finale mit neun Teilnehmern in drei Kategorien hat es Marlon Bertzbach nach erfolgreichem Bestehen der verschiedenen Casting-Phasen geschafft. Ab jetzt entscheiden die Fernsehzuschauer jeden Dienstagabend per Telefon-Voting, wer weiterkommt und wer fliegt. Locker meisterte Marlon Bertzbach mit seiner natürlich-zurückhaltenden Art, seiner starken Stimme und seiner ausdrucksvollen Version von „I like“ die erste Live-Show des Finales. „Der wird noch weit kommen“, war danach der Tenor bei Juroren und Fans zu Hause, während das Küken der Show sich mit großen staunenden braunen Augen ein ums andere Mal artig für die Komplimente bedankte. Auch im Internet schmelzen weibliche Fans nur so dahin: „boar der singt hamma und sein Lächeln mega süß“, heißt es da so verknappt wie verliebt.

Wer bei X-Factor ganz weit kommt, nämlich bis auf’s Siegertreppchen, gewinnt laut VOX einen Plattenvertrag bei Sony Music und die Aussicht auf eine Karriere im Musikgeschäft. Und „Musiker zu werden“ und als solcher sein täglich Brot zu verdienen, das ist der erklärte große Traum des 18-jährigen Fischerhuders, der im Sommer die Realschule in Ottersberg abschloss und sich seitdem als Rädchen in der TV-Talentshow-Maschinerie dreht – bislang sehr erfolgreich.

Seit frühester Kindheit macht Marlon Bertzbach Musik ; singt und spielt Gitarre in einer künstlerisch talentierten Familie mit drei Geschwistern. Auch Vater Tobias Bertzbach machte seine musikalische Leidenschaft zum Beruf und bricht, nach einer ersten Laufbahn als Biobauer, seit einigen Jahren als Salonsänger „die Herzen der stolzesten Frau’n“. Gespannt und stolz verfolgt er die Casting-Geschichte seines Sohnes. Ein wenig elterliche Sorge mischt sich auch in die Gefühle. „Aber ich erlebe ihn da total glücklich und bei Sarah Connor auch gut aufgehoben“, sagt Tobias Bertzbach, der Marlons ersten Fernseh-Live-Aufritt am Bildschirm während einer Wanderwoche im Thüringer Wald verfolgte: „Aber ich war selbst so aufgeregt, ich musste mir das danach nochmal in Ruhe auf Video anschauen...“

Bruder Lennard Bertzbach (22) ist Musiker und Schauspieler und eroberte als „Wilder Fußballkerl“ und in „Die Welle“ die deutsche Kinoleinwand. Viel Beachtung in der Region fanden zuletzt gemeinsame musikalische Auftritte von „Bertzbach & Söhne“.

Auf der Fernsehbühne sitzt Marlon Bertzbach nun alleine. Mal mit, mal ohne Gitarre, auf jeden Fall mit Ruhe. Unverfälscht kommt an; dazu das auffallende gesangliche Talent – manche schreiben dem netten großen Jungen vom Lande schon die Favoritenrolle zu. Oder den wahrhaften „X-Faktor“, was immer das auch heißen soll.

Ob ihm der Castingsieg tatsächlich zu wünschen ist, ist eine andere Frage: Mediale Vermarktung und Entblößung überstehen wohl die wenigsten TV-gekürten Supertalente unbeschadet.

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