Ortsrat Posthausen tagte / Hermann Henke (CDU): Unterschutzstellung käme kalter Enteignung der Landwirte gleich

Nein zu Torfabbau und Grünen-Plänen

Soll nach dem Willen des Ortsrates auf 50 Stundenkilometer begrenzt werden: Die Geschwindigkeit am Bremer Damm, der schnellen Verbindungsstraße zwischen Posthausen und Hellwege.

Posthausen - (woe) · Einstimmig lehnte der Ortsrat Posthausen am Mittwochabend den angedachten Torfabbau im Bereich Posthausen und Badenermoor ab.

Damit erteilten auch die Posthausener Kommunalpolitiker der von der Landesregierung geplanten Änderung des Landesraumordnungsprogrammes, die ein neues Vorranggebiet zur Rohstoffgewinnung ermöglichen soll, eine Abfuhr.

Der Landkreis, die Stadt Achim und die Gemeinde Oyten haben sich bereits gegen das vom Bundesverband der Torfindustrie gewünschte Abbaugebiet in Badenermoor und Posthausen ausgesprochen. Insgesamt geht es um 157 Hektar, von denen mehr als 40 Hektar zum Flecken Ottersberg gehören.

„Wenn dort Torf abgebaut wird, gehen die Flächen der Landwirtschaft verloren“, machte der frühere Posthausener Ortsbürgermeister Hermann Henke (CDU) deutlich. Zugleich wandte er sich heftig gegen Pläne der Grünen, das Gebiet unter Naturschutz stellen zu wollen: „Das finde ich noch schlimmer. Es würde eine kalte Enteignung der Landwirte bedeuten“.

Jeder Landwirt, der in dem Bereich eine Fläche habe, wäre bei der angedachten Abbauplanung „in seiner Existenz bedroht“, betonte Reiner Meyer (CDU).

Weiteres Thema der Ortsratssitzung war die Verbindungsstraße zwischen Hellwege und Posthausen. Der Ortsrat möchte, dass die Geschwindigkeit auch im Posthausener Bereich auf 50 Stundenkilometer begrenzt wird.

Der Gemeinderat Hellwege hat das für den dortigen Abschnitt schon beschlossen.

Zudem beschäftigte sich der Ortsrat mit dem Bebauungsplan „Posthausen östlich der Landesstraße L 155“, der für den Bereich der Alten Posthauser Straße bis zum Blumengeschäft gilt. Es geht darum, ein Grundstück zu erschließen, das durch eine Hofteilung vor etlichen Generationen planungsrechtlich zu einer „Insel“ wurde. In Absprache mit dem Landkreis und dem Straßenbauamt erarbeitete das Ottersberger Bauamt eine Lösung, „damit die Fläche erschlossen werden und ein landwirtschaftlicher Betrieb sich im gewissen Rahmen auch entwickeln kann“, so der Ottersberger Bauamtsleiter Ralf Schack.

An dem Abend wurde auch deutlich, dass planungsrechtlich das Bauamt des Fleckens tief in die Trickkiste greifen muss, um dem Landkreis Baumöglichkeiten abzuringen. Das geht soweit, dass sich in einem Fall Flecken und Landkreis um die Definition Wald zofften, „weil der Kreis rechtlich schweres Geschütz aufgefahren hatte“, so Schack.

In einem weiteren Fall gibt es den Wunsch, in Wümmingen auf zehn Hektar Bauplätze zu schaffen. Hier soll erst ein städtebauliches Konzept erarbeitet werden. Außerdem will der Flecken im Bereich Mitteldorf/Hintzendorf für künftige Planungen pro Grundstück nur ein Wohnhaus erlauben.

Damit schließt er eine planungsrechtliche Lücke, die jemand genutzt und auf seinem Grundstück gleich drei Häuser errichtet hatte.

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