Nach der Silvesternacht in Köln: Auch in Verden strömen Frauen in Kurse

Selbstverteidigung boomt

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Ulrike Maaß zeigt, wie sich Frauen gegen Angreifer wehren können.

Verden - Wie soll ich mich verhalten, wenn ich dumm angemacht oder sogar begrapscht werde? Welche Möglichkeiten und Handgriffe gibt es, um körperliche Attacken abzuwehren? Dass Selbstverteidigung und Selbstbehauptung auch ohne tiefergehende Kenntnisse und sportliches Talent geht, vermittelt die Selbstverteidigungsexpertin Ulrike Maaß seit Jahren in ihren Kursen. Das Ziel: „Eine Steigerung des Selbstbewusstseins und des damit verbundenen sicheren Auftretens der Kursteilnehmerinnen.

Seit den Ereignissen in Köln in der Silvesternacht, treibt die Angst vor den Flüchtlingen sonderbare Blüten. Vor allem Frauen decken sich mit Abwehrsprays ein und Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskurse boomen wie nie zuvor.

Die Übergriffe haben auch viele Menschen aus Verden und Umgebung verunsichert, wie Ulrike Maaß bestätigt. Die Kampfsportlerin ist unter anderem Referentin für Selbstbehauptung und Selbstverteidigung im DKV (Deutscher Karateverband), ehemalige Kaderathletin und Vereinsleiterin von Bushido Verden.

„Die Nachfrage nach Kursen ist sprunghaft gestiegen“, sagt Maaß. Sie hat sich deshalb entschieden, erneut spezielle Kurse und Workshops für Frauen und Mädchen anzubieten, die sich im Notfall ja zumeist gegen einen körperlich überlegeneren Gegner behaupten müssen. Die Regeln in den Kursen, die Maaß seit vielen Jahren anbietet, sind einfach. Wie entkomme ich einem Würgegriff? Wie reagiere ich, wenn jemand an meinen Haaren reißt, mich am Arm packt oder mich umstößt und festhält?

„Die Frauen lernen, wie sie sich aus prekären Situationen befreien können“, erklärt Maaß. Zunächst bietet sie am Dienstag, 16. Februar, in der Sporthalle der Nicolaischule in Verden einen mehrstündigen Workshop für Mädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren an, gefolgt von dem mehrwöchigen Grundlagenkurs „Selbstbehauptung/Selbstverteidigung für Frauen“, der am Dienstag, 1. März, in der Seminar-&-Praxishalle 57, Artilleriestraße 6a, in Verden startet.

Maaß: „Hier handelt es sich nicht um einen konkreten Kampfsport, sondern es werden verschiedene Techniken geübt, die sich in Stresssituationen einsetzen lassen, selbst wenn man auf einen Gegner trifft, der über der eigenen Gewichtsklasse liegt.“ Am Freitag, 11. März, bekommen Frauen in dem Workshop „Sich wehren mit Alltagsgegenständen“ gezeigt, wie sie sich mit Handtasche, Schirm, Gürtel oder Kugelschreiber vor Übergriffen schützen können.

„Das Ziel ist, die empfindlichen Körperstellen des Gegners zu treffen, ihn außer Gefecht zu setzen oder wenigstens Zeit für die Flucht zu gewinnen.“ So genannte Abwehrsprays oder gar Elektroschocker spielen in den Kursen und Workshops von Ulrike Maaß allerdings keine Rolle. „Ich halte wenig von solchen Mitteln und betrachte den Einsatz, auch mit Blick auf die rechtlichen Aspekte. mit großer Skepsis“, sagt sie. „Wenn man in Panik und in die Defensive gerät, sind solche Hilfsmittel eher ungünstig und gefährlich. Es hilft auch nichts, wenn ich das Pfefferspray erst in der Handtasche suchen muss.“ Auch könne passieren, dass das Spray keine Wirkung zeige oder man durch Gegenwind selbst etwas davon abbekommt. Außerdem erfordere der Gebrauch den nahen Kontakt zum Täter, sodass die Situation leicht kippen und sich gegen das Opfer kehren könne.

Maaß legt Wert auf die Feststellung, dass es keine absolut sichere Vorbeugung dagegen gibt, in die Opferrolle zu geraten. Aber es gibt laut Maaß einen guten Schutz: stabile und vertrauensvolle Beziehungen, ein gutes und realistisches Selbstwertgefühl, ein solides Selbstbewusstsein und die Zuversicht in die eigene Entwicklung, die Fähigkeit zur Selbständigkeit.

Anmeldungen nimmt Ulrike Maaß unter der Rufnummer 04231/982801 oder unter der E-Mail-Adresse infos@kurse-nach-maass.de entgegen.

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