Überschäumender Empfang für Wandergesellen Tobias Korte (26)

Nach drei Jahren über’s Schild zurück nach Haus

Wieder zu Hause: Nach über dreijähriger Wanderschaft kletterte Zimmermann Tobias Korte (26) nach altem Brauch über das Ortsschild zurück in seinen Heimatort – und in die Arme seiner Familie.

Posthausen - (woe) · Drei Jahre, einen Monat und acht Tage war der 26-jährige Zimmermann auf Wanderschaft. Das Herz von Mutter Heike raste, als sie ihren Sohn Tobias von weitem sah. Vater Johannes Korte ging es nicht anders. Und dann bereitete die Familie Korte zusammen mit Bekannten, Freunden, Verwandten und Nachbarn aus Allerdorf dem Heimkehrer am Posthausener Ortseingangsschild einen überschäumenden Empfang...

Begleitet von 16 Rolands-zunftbrüdern aus der über 200 Jahre alten Gesellenvereinigung, kletterte und sprang Tobias Korte am Samstagnachmittag über das Ortsschild – als Zeichen, dass er wieder zu Hause angekommen war. Dann herzte er seine Eltern, die Großeltern, Schwester Jasmin (27) und Bruder Marco (32).

Über drei Jahre lang erkundete Tobias Korte auf der traditionellen Wanderschaft der Bremer Bruderschaft Rolandschacht als Zimmermannsgeselle die Welt. Der heute 26-jährige Allerdorfer, der seinen Beruf in einer Völkerser Zimmerei erlernte, begann seine Wanderschaft vor 37 Monaten – reinweg zu Fuß. Der jüngste Spross der Familie Korte reiste in die entlegensten Winkel der Erde und insgesamt durch 14 Länder. „Ich war auf Tonga in der Südsee, in Neuseeland, in Südafrika und in Namibia. Da hätte mich beinahe ein junger Gepard gebissen“, erzählte Tobias Korte von seinen Reiseabenteuern in Übersee, wo ihn Timo Roder aus Stuttgart eineinhalb Jahre begleitet hatte.

Der Allerdorfer sah Land und Leute. An zwölf Arbeitsstationen packte der Geselle unterwegs kräftig an. Korte kam durch halb Europa. In Oberfranken blieb er ein halbes Jahr und knüpfte hier viele Freundschaften. Als begeisterter Fußballer, der für den TSV Posthausen viele Male auflief, spielte er beim SV Schwabthal. Nach sechs Monaten zog er weiter. Besonders in der Schweiz fühlte er sich wohl. In der Nähe des Bodensees baute er an Häusern in traditioneller Bauweise mit. Es war eine Aufgabe, die ihm viel Freude bereitete. Und das Schönste in diesen drei Jahren...? „Wieder nach Hause zu kommen. Ich habe meine Familie und meine Freunde schon sehr vermisst“, sagte Tobias Korte im Überschwang der Gefühle bei seiner Heimkehr. Er wolle in den nächsten Wochen erstmal entspannen. „Und dann eventuell wieder in die Schweiz zu der Firma am Bodensee zurück“, plant Tobias Korte schon weiter, „dort hat es mir sehr gefallen, und die würden mich sofort wieder einstellen.“

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