Musikschule: Eltern verärgert über Umwandlung in Flüchtlingsunterkunft

Schwierige Entscheidung nicht leichtfertig getroffen

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Die Kreismusikschule in Verden wurde zur Flüchtlingsunterkunft.

Verden - Es gibt sie noch, die Kreismusikschule. Auf diese Feststellung legte Ulla Schobert wert. Der grünen Kreistagsabgeordneten und dem Kulturausschuss, dem sie vorsitzt, schlug in der Bürgerfragestunde der geballte Unmut von Eltern entgegen, deren Kinder von den räumlichen Veränderungen betroffen sind. Nachdem der Sitz der Einrichtung in eine Flüchtlingsunterkunft umgewandelt wurde, nutzte auch die entnervte Leiterin Ulrike Petritzki die Sitzung des Gremiums, um ihrem Ärger Luft zu machen.

Die Entscheidung sei nicht leichtfertig gefallen, zeigte sich Schobert überzeugt. Die schwierige Situation erfordere eben auch schmerzliche Lösungen. „Wir können die Menschen nicht auf der Straße schlafen lassen“, entgegnete auch Irmtraud Kutscher (SPD) den Kritikern. Wilhelm Hogrefe (CDU) und Bernd Junker (SPD) machten deutlich, dass der Kreistag hinter der Arbeit der Verwaltung stehe: „Sie hat einen schweren Job richtig gemacht.“ Beide warben für Verständnis, dass hier Prioritäten für die Menschen in einer Notsituation gesetzt werden müssten.

Von einer einseitigen Belastung könne im übrigen nicht die Rede sein, machte Ulla Schobert deutlich. Sie erinnerte daran, dass Schulen und Sportvereine seit Monaten in Mitleidenschaft gezogen seien, weil sie Sporthallen wegen der Belegung als Flüchtlingsunterkunft nicht zur Verfügung stünden.

Noch im Dezember, so hatte Erste Kreisrätin Regina Tryta berichtet, seien 350 Asylbewerber angekommen und untergebracht worden. Anfang des Jahres sei die Nachricht aus Hannover gekommen, dass bis März ein weiteres Kontingent von 1276 Menschen eintreffen werde. Wohnraum habe das Krisenmanagement nicht zur Verfügung gehabt, erklärte die stellvertretende Verwaltungschefin die ungeliebte Entscheidung für das Musikschulgebäude.

Eine Prognose über die Dauer dieser Regelung, die sich die Eltern und ebenso die Grünen gewünscht hatten, konnte Tryta nicht abgeben. „Wir suchen weiterhin nach Unterbringungsmöglichkeiten.“

Jetzt seien im Musikschulgebäude Flüchtlinge untergebracht, die bereits seit fünf Monaten in der BBS-Turnhalle kampiert hätten. Auch für die Menschen in der Turnhalle des Gymnasiums am Wall müsse bald eine andere Lösung gefunden werden. Auch werde überlegt, ob ein geeignetes Gebäude für die Musikschule zu finden und kurzfristig herzurichten sei.

Für die Leiterin der Einrichtung, Ulrike Petritzki, kommt die derzeitige Notlage einer Zerschlagung der Musikschule gleich. Ihre Pädagogen müssten zwischen drei Standorten hin und her hetzen, Ensemblespiel sei wegen der Entfernungen stark beeinträchtigt, die Klassenzimmer nur bedingt geeignet und die Musikschule als Einrichtung quasi gar nicht mehr zu erreichen. Das werde Folgen für die Akzeptanz der Einrichtung und die Nachfrage nach Unterricht haben, befürchtet Petritzki.

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