Bettina Erragihi-Schmidt ist Harfenistin aus Passion / Alte und moderne Stücke / Weitere Auftritte

Musik, die sich nach innen richtet

Wenn Bettina Erragihi-Schmidt in die Saiten greift, wird es still im Publikum.

Oyten - OTTERSTEDT/VERDEN (kr) Dass ein einziges Instrument mühelos den akustischen Raum des mächtigen Verdener Doms füllen kann, bewies die Otterstedter Harfenistin Bettina Erragihi-Schmidt vor einem begeisterten Publikum. Im Rahmen der Sommerkonzerte verzauberte sie einmal mehr Liebhaber so genannter „Alter Musik“.

„Die Harfe ist ein besonderes Instrument. Sie hat Persönlichkeit, möchte individuelle Behandlung erfahren und will gepflegt werden. Ruppigen Umgang verzeiht sie nicht, ebenso wie längere Nichtbeachtung, denn eine Harfe muss regelmäßig bespielt werden, damit die Saiten nicht den notwendigen Gripp verlieren. Ich besitze zwei dieser anspruchsvollen Instrumente. Sie haben ihren Platz in meinem Wohnzimmer, wenn sie nicht bespielt werden, und sind vor Staub durch einen weichen Überzug geschützt“, erzählt Bettina Erragihi-Schmidt.

Dass die kostbaren Stücke niemals von jemand anderem bespielt oder gar verliehen werden, versteht sich von selbst. Das große Instrument, für dessen Transport es einiger Muskelkraft bedarf, ist eine doppelreihige Barockharfe, die 1994 von Claus Hüttel nach dem Vorbild des berühmten J.V. Rabe (1740) in Nordhausen erbaut wurde. Das kleinere Instrument ist nicht weniger kostbar und selten. Es kommt vorwiegend bei Konzerten zum Einsatz, die im Freien oder im kleinen Kreis gegeben werden.

Regelmäßig wird das polierte Holz mit speziellen Pflegemitteln und dünnen Tüchern gewienert, und auch die Saiten werden ständig nachjustiert. „Diese Behandlung danken sie mir durch einen hervorragenden Klang, der sich nicht verändert, denn um Stücke von Telemann, Bach, oder Buxtehude zu spielen, bedarf es einer verlässlichen Klangqualität, die berechenbar sein muss“, so die Musikerin.

Wer ihr längere Zeit beim Spiel auf die Finger schaut, dem wird klar, woher der Begriff „zart besaitet“ kommt. Ob als Solistin oder im Ensemble mit anderen Musikern und Instrumenten, Harfenmusik ist immer ein musikalischer Höhepunkt. Ein leichter, für das Publikum meist kaum zu bemerkender Griff in die Saiten reicht oft schon, um Aufmerksamkeit und Stille bei den Zuhörern zu erzielen. Wenn die zirpenden Töne sich in den Klangraum erheben, kommt es nicht selten vor, dass das Publikum augenblicklich verstummt, um keinen Ton dieses Instruments zu verpassen. Nicht umsonst vergleicht man Harfenklang mit Elfenmusik und spricht ihr einen himmlischen Ausdruck zu.

Ob die Suite von Johann Sebastian Bach „pour Clavecin“, oder Choralvariationen von Buxtehude, aber auch die, für Harfe selten gespielte, Gebrauchsmusik „Blow the cold Wind“, aus der Tanzliedsammlung von Playfords, immer ist es der feierliche Klang, der die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zieht. Dabei spielt Bettina Erragihi-Schmidt ebenso gerne und ebenso gut Stücke wie klassische Tangos, wobei sie sich von der Violinistin und Akkordeonistin Karin Christoph aus Ottersberg begleiten lässt.

Im Herbst diesen Jahres ist ein Solokonzert in der Ottersberger St. Christophorus Kirche, das noch in der Tagespresse bekannt gegeben wird. Dort ist Bettina Erragihi-Schmidt übrigens seit April 2009 als Kirchenmusikerin tätig. Am 14. November ist ein Auftritt im Fischerhuder Buthmanns Hof geplant. Der Literaturkreis der Ottersberger Landfrauen lädt zu einem Rilke-Abend mit Harfenmusik ein.

Ihre Ausbildung absolvierte Bettina Erragihi-Schmidt, die lybische Wurzeln hat, mit einem Studium für Harfe an der Akademie für Alte Musik an der Akademie für Künste in Bremen. Verschiedene Engagements an Opernhäusern und die Mitarbeit in Kammerensembles prägten ihren Werdegang als Künstlerin. Auftritte, auch mit bekannten Jazz-Musikern, und nicht zuletzt die Mitarbeit 1998 und 2000 bei den Verdener Domfestspielen, machten sie in der Region und darüber hinaus bekannt.

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