Beim Bau des Dorfplatzes geben die Kükenmoorer kräftig Gas / Gelände macht es den Arbeitern nicht gerade leicht

Moorkieker nimmt langsam Gestalt an

Kleiner Zauberwald: Schimmernde Birken und dicke Baumwurzeln sind Blickfänge am Moorkieker.

Kükenmoor (rei) · „Wenn man sie braucht, sind sie da.“ So einfach ist das in Kükenmoor. Wenn Arbeit ansteht, wird sie erledigt, erzählt Heinz Bock, der, gemeinsam mit Ursula Hahn, die Eigenleistungen der Dorfbewohner am Moorkieker koordiniert.

Und in diesen Wochen ist es reichlich Arbeit, die es auf dem künftigen Dorfplatz zu erledigen gilt. Gerade wird die Schutzhütte gebaut, und es gibt auch bereits Stellplätze am Gelände gegenüber des Campingplatzes.

„Wir haben hier viele Fachleute, die richtig was auf dem Kasten haben“, lobt Ingenieur Helge Kirchhöfer, der für diesen besonderen Dorfplatz die Planung übernommen hat. „Dieses Projekt beinhaltet viele kleine Herausforderungen“, sagt er mit Blick auf das unebene Gelände mit seinen skurril geformten Birken und Baumwurzeln, seinem tiefen Graben und dem weichen Boden. „Es war von Anfang an klar, dass wir an dem Gelände so wenig wie möglich verändern wollen. Wir wollen diese besondere Atmosphäre erhalten.“ Der Dorfplatz mit uriger Schutzhütte, Seilbahn und Spielgeräten aus Naturhölzern soll sich in das kleine, wilde Waldstück einfügen, als wäre er ein Teil der Natur. Das ist ein guter Plan, der auf allgemeine Zustimmung stieß, die Kükenmoorer nun aber zuweilen an ihre Grenzen bringt. Ein tiefes Fundament für die kleine Schutzhütte musste erst mühsam gefertigt werden, damit sie auf dem moorigen Boden ausreichend Stabilität bekam.

Auch die Klinkersteine, mit denen die Wände der Hütte aufgemauert werden sollen, wurden nicht einfach im Baumarkt gekauft. Sie wurden, um den Eindruck eines historischen Gebäudes im regionalen Baustil entstehen zu lassen, mühsam Stück für Stück von einer Brandruine in Armsen abgetragen.

Das ehrgeizige Projekt wurde großzügig bezuschusst: Die GLL Verden €gab 54 110 Euro dazu, die Henkel AG, Projekt Persil Futurino, gab 18 000 Euro, die Stiftung der Kreissparkasse Verden € 8 900 Euro, die Lottostiftung Bingo Lotto 8 900 Euro und Mars Verden € 300 Euro. Die verbleibenden rund 15 000 Euro werden nun durch die Eigenleistungen erbracht.

„Es ist bereits sehr viel im Stillen passiert. Allein die Stellplätze oder das Fundament haben viel Arbeit gemacht, die zügig und professionell erledigt wurde“, sagt Helge Kirchhöfer zufrieden, als er eine Runde durch das Waldstück dreht, in dem gerade so viel passiert. Es stehen noch viele Herausforderungen an, nicht zuletzt aufwändige Pflanzarbeiten mit naturnahen Gewächsen, für die noch viele Helfer gesucht werden.

Vergangenes Wochenende halfen beim Bau der Schutzhütte zahlreiche Fachleute aus dem Ort. Sie schleppten Holzbalken und arbeiteten viele Stunden am Dachstuhl. Insgesamt gibt es rund 50 Freiwillige aus allen Ortsteilen, die sich in Sachen Moorkieker ehrenamtlich in irgendeiner Form engagieren und sich bereits an das schöne, aber recht unwegsame Gelände gewagt haben. „Ja, das Moor ist eine Wissenschaft für sich“, sagt Karin Drewes schmunzelnd, die die Männer mit frischem Kaffee und stärkenden Mahlzeiten bei Laune hielt.

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