CDU: Schulentwicklungskonzept erläutert / Bei sinkenden Schülerzahlen drohen Schließungen

Die „Mittelschule“ als Ausweg?

Jens Warnke (li.) hatte zu einem Informationsabend mit Wilhelm Hogrefe (2.v.li.) eingeladen.

Daverden - (jw) · „Wenn sich nichts entscheidendes ändert, dann wird es in zehn bis zwölf Jahren in Langwedel keine Schule am Goldbach mehr geben“, wagte der CDU-Landtagsabgeordnete Wilhelm Hogrefe einen Ausblick in die Zukunft. In Gemeinden wie Kirchlinteln oder Dörverden stelle sich die Situation noch dramatischer dar.

Im Langwedeler Bürgermeisterwahlkampf hatte die CDU am Dienstagabend zu einem Informationsabend in das Daverdener „Waldschlößchen“ eingeladen. Titel: „Das Schulentwicklungskonzept in Niedersachsen unter der Berücksichtigung der demographischen Entwicklung der Bevölkerung.“ Was so nüchtern daher kommt, birgt einen dramatischen Hintergrund: Es werden immer weniger Kinder geboren, macht später weniger Schüler – in manchen ländlichen Gebieten so wenig, dass Schulschließungen drohen.

„Derzeit hat das Langwedeler Schulzentrum 624 Schüler, 2017 werden es 419 sein, so die Statistik. Davon zehn bis 13 Hauptschüler“, trug Bürgermeisterkandidat Jens Warnke die Langwedeler Zahlen vor. Auf diesen demographischen Wandel müsse man sich rechtzeitig einstellen. Also am besten sofort.

Die Situation für die Haupt- und Realschulen verschärfe sich noch, so Wilhelm Hogrefe, „wenn noch mehr Kinder in die Gymnasien drängen.“ Was derzeit schon gut die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler tut. „2018 werden wir, vermute ich mal, in manchen Landgemeinden schon gar keine Hauptschule mehr haben.“

Eine Lösung, so Hogrefe, könnte das Bundesland Sachsen, immerhin Pisa-Spitzenreiter in Deutschland, aufzeigen. Hier hat man ein zweigliedriges Schulsystem eingeführt. 40 Prozent aller Kinder gehen auf ein Gymnasium, 60 Prozent auf die „Mittelschule“. Letztere fasst Haupt- und Realschule unter einem Dach zusammen, ermöglicht gemeinsamen Unterricht in den Klassen 5 bis 8 – außer in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und 1. Fremdsprache. „Das ist eigentlich wie in der Gesamtschule“, gab Hogrefe zu und sei die Rettung für kleinere Schulstandorte, denen sonst die Schließung aufgrund zu geringer Schülerzahlen drohe.

Eine neue Gesamtschule im Landkreis Verden lehnt man bei der CDU allerdings strikt ab. „Wir werden keine neue Schule gründen, wenn dabei gemeindliche Einrichtungen auf der Strecke bleiben.“ Und genau das würde mit der Einführung einer Gesamtschule passieren.

Die würde nämlich auch Schüler aus den Gemeinden anziehen, die in Zukunft ohnehin an den Rand ihres Existenzminimums gerieten. Dass dabei ausreichend Kinder für einen gymnasialen Zweig einer Gesamtschule gewonnen werden könnten, sei nicht zu erwarten. Die vier Gymnasien im Landkreis hätten längst den Zug der Zeit erkannt, würden offensiv und erfolgreich für sich werben.

Genau hier liege ein Manko vieler Haupt- und Realschulen, auch der Langwedeler Schule am Goldbach. Es sei eine engere Zusammenarbeit der Schule mit den örtlichen Betrieben anzustreben, meinte Jens Warnke. „Dann muss sich Schule auch mal was sagen lassen. Wir müssen viel mehr miteinander reden, als übereinander zu schimpfen.“

Es gelte die Realschulen zu stärken, so Wilhelm Hogrefe. Die müssten dafür ein eigenes Profil aufstellen, in den Wettbewerb mit anderen Schulen treten, sich selbst besser – etwa mit Broschüren und einem gelungenen Internetauftritt präsentieren. „Es geht um Qualität“, meinte Jens Warnke.

Will man die höchstmögliche Qualität hinbekommen, braucht es die Zusammenarbeit von Schule, Betrieben und Eltern. Und selbstverständlich auch gut ausgebildete und motivierte Lehrer.

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