Ralf Kuthe zeigt seine Werke in der Kreissparkasse Verden / Eigenes Verfahren entwickelt

Mikroskopische Motivsuche

Künstler Ralf Kuthe zeigt seine Werke in der Kreissparkasse Verden.

Verden - (mw) · Ob Tüftler, Bastler, Maler, Fotograf, der Verdener Ralf Kuthe ist auf vielen Gebieten ein Experte und auf jeden Fall ein Künstler. In der Kreissparkasse Verden sind seit gestern seine Werke zu bewundern. Das Thema ist ebenso speziell wie bunt: „Mikrokristalle in polarisiertem Licht – Fotografie zwischen Dokumentation und künstlerischer Abbildung“.

Gebrochenes Licht, schrille Effekte, wer vor den Bildern von Kuthe steht, der braucht nicht viel Fantasie, er bekommt sie serviert. „Märchen und märchenhafte Figuren“, nannte es Leo Paul. Selbst Maler und dazu ein Freund von Kuthe, hielt Paul gestern zur Ausstellungseröffnung die Laudatio. Paul lobte das besondere Auge seines Kollegen und erwähnte zudem dessen Vielseitigkeit: „Male oder fotografiere ich heute?“, so die morgendlichen Alternativen des Freundes. Beides tut er mit sichtbarem Erfolg.

Von der Mikroskopie war Kuthe, auch beruflich bedingt, schon immer fasziniert. Geschäftlich viel unterwegs, wandte er sich jedoch erst seit der Rückkehr nach Verden im Jahre 2002 mehr der Kunst und Fotografie zu und nahm auch an diversen Malkursen an der VHS Verden teil.

Parallel dazu nahm Kuthe auch das Projekt Polarisationsfotografie wieder auf, jetzt jedoch mit digitalen Kameras. „Deutlich einfacher und günstiger“, betonte er. Die Ausgaben für teures Filmmaterial kann er sich sparen.

Kuthe ist in seinem Fach Pionier und Autodidakt. Immer auf der Suche nach Tricks, die Effekte noch besser darzustellen. Ein selbst entwickeltes Aufnahmeverfahren mit besonderer Lichtführung ermöglichten erstmals die Erstellung von Mikrofotos in guter Qualität und mit fotografischer Ausdruckskraft. Die beeindruckenden Resultate dieses Verfahrens sind in der Einzelausstellung zu sehen.

Gezeigt werden Fotos kristallisierter Stoffe in Vergrößerungen von etwa 20- bis 80-fach. Es handelt sich teils um bekannte Substanzen wie Traubenzucker, Vitamin C, Zitronensäure, Backpulver und Süßstoff, aber auch Natriumhydrogencarbonat, Kupfersulfat und Menthol sowie Mischungen aus diesen Stoffen.

Auf einem geeigneten Träger werden die Stoffe zunächst durch das Polarisations-Mikroskop betrachtet und auf interessante Motive untersucht. Polarisiertes Licht hat die Eigenschaft, so genannte doppelt brechende Stoffe zum „Selbstleuchten“ anzuregen. Dabei entstehen Interferenzfarben, die je nach Material sehr bunt und intensiv ausfallen können.

Mit bloßem Auge sind lediglich weißlich-kristalline Substanzen auf den Objektträgern zu erkennen, die Originale sind nur wenige Millimeter groß. „Obwohl mit Digitalkameras fotografiert wurde, handelt es sich bei den Abbildungen nicht um Computerkonstruktionen oder -manipulationen. Die Fotos zeigen, was die Kamera gesehen hat“, betonte Leo Paul. Lediglich Bildausschnitte und die Bildschärfe wurden in Einzelfällen angepasst.

Bemerkenswert ist die Vielfalt der Erscheinungsformen und Strukturen der Substanzen, die oft an moderne Malerei oder Felsen erinnern. Es werden vereinzelt Unterwasser-Assoziationen geweckt oder man wird an Pflanzen und Blumen erinnert, aber auch an märchenhafte Gestalten oder schöne Landschaften.

Die Ausstellung in der KSK-Hauptsstelle ist noch bis zum 16. Juni geöffnet.

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