24-Jähriger brachte Autofahrer in Lebensgefahr / Heute soll es ein Urteil geben

Melker warf Schild aus Frust

Kirchlinteln - KIRCHLINTELN/VERDEN (wb) · „Aus Frust über seine persönliche Lebenssituation“ soll ein 24 Jahre alter Mann am 9. September 2009 nachts ein Straßenschild samt Eisenstange und Kunststofffuß von einer Brücke auf die Autobahn 27 geworfen haben.

Er habe gewollt, dass ein Unfall passiert, um einen „Kick“ zu bekommen, so soll es der damals noch in Kükenmoor beschäftigte Melker bei der Polizei gestanden haben. Seit gestern muss er sich vor dem Landgericht Verden verantworten.

Nachdem er abends bei einer Freundin in Armsen ein paar Bier getrunken hatte, habe er noch einen Abstecher nach Verden gemacht und auf dem Heimweg, aus Richtung Neddenaverbergen kommend, die Autobahnbrücke passiert. Betrunken von fünf bis sechs Bier und gefrustet von Problemen mit seiner damaligen Freundin, warf er das Schild von der Brücke.

Ein 43 Jahre alter Kraftfahrer hatte das Hindernis zunächst mit seinem Smart knapp verfehlt und sofort die Polizei alarmiert. Wenige Minuten später fuhr ein 41-Jähriger aus Stuhr auf das Hindernis zu. „Ich sah plötzlich eine Eisenstange“, sagte er vor Gericht. Er wich aus, erwischte aber noch mit dem Hinterrad seines Geländewagens den Fuß des Schildes, geriet ins Schleudern und knallte gegen die rechte Leitplanke. Ebenso wie seine beiden Hunde im Auto blieb er unverletzt. Er sei „psychisch stabil“ und habe den Vorfall gut verkraftet. Die Schäden an seinem Auto machten den größten Teil des in der Anklageschrift mit 13 000 Euro bezifferten Gesamtschadens aus.

Der Angeklagte, der wieder in seiner mecklenburgischen Heimat lebt, gab vor Gericht alles zu. „Ich war sauer, in Rage, hatte Frust in mir“, so seine Entschuldigungsversuche. Seine Vorstellung war, „dass jemand gegen das Schild fährt und mehrere Autos in einen Unfall verwickelt werden“. Aber den Insassen sollte nichts passieren, merkte er an. „War ihnen der Holzklotz-Fall bekannt, bei dem eine Mutter getötet worden ist?“, wollte die Staatsanwältin wissen. „Nein“, antwortete der Angeklagte. Er lese keine Zeitung und habe keinen Fernseher.

In der Nacht war er abgehauen, als sich eine Funkstreife auf der Autobahn genähert habe und die wäre nach Aussage einer Polizeikommissarin fast selbst ins Hindernis gefahren. Man habe ein reflektierendes Schild vermutet, erklärte sie, aber das lag abgetrennt von der Stange auf der Fahrbahn. Eine weitere Streifenwagenbesatzung kontrolliert kurz darauf den Angeklagten und fuhr ihn wegen fehlender Papiere nach Hause. Dort wurde er am nächsten Morgen von der Kripo geweckt.

Jetzt lautet der ihm gemachte Tatvorwurf „gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr“, aber es kommt auch eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags in Betracht. Heute will das Gericht sein Urteil verkünden.

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