Der Ottersberger Hundetrainer Benjamin Günther schult Hunde und Halter

Meist sitzt das Problem am oberen Ende der Hundeleine

Der Ottersberger Hundetrainer Benjamin Günther verhilft Herrchen, Frauchen und ihren Vierbeinern zu einem stressfreien Miteinander, in dem die Chef-Frage klar geregelt ist. Trotz aller Kurse und Schulungen hat der Hundeprofi noch genügend Zeit für seine eigenen Vierbeiner (v.li.) Janna, Luc, Dana und Leo.
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Der Ottersberger Hundetrainer Benjamin Günther verhilft Herrchen, Frauchen und ihren Vierbeinern zu einem stressfreien Miteinander, in dem die Chef-Frage klar geregelt ist. Trotz aller Kurse und Schulungen hat der Hundeprofi noch genügend Zeit für seine eigenen Vierbeiner (v.li.) Janna, Luc, Dana und Leo.

Ottersberg - Von Ute FetkenhauerDer Anspruch des Menschen an seinen Hund hat sich deutlich verändert. Jahrhundertelang gehörten die Nachkommen der wölfischen Urverwandten zum Mitarbeiterstab ihres Besitzers – als ausgebildete Experten bei der Jagd, als Viehhüter und als Beschützer des Anwesens. Heute sollen Hunde einfach nur noch unkomplizierte Begleiter sein. Aber auch dazu sind klare Regeln und eine konsequente Erziehung erforderlich. Vielen Hundebesitzern gelingt das nicht. Sie stellen ihren Hund auf eine Stufe mit Menschen und sind tief enttäuscht, wenn sich ihr heißgeliebter kleiner Freund zum Boss entwickelt und die Familie tyrannisiert. Bei solch einer instabilen Rangordnung liegt das eigentliche Problem am „oberen Ende“ der Hundeleine.

Hundehalter, die mit ihrer Weisheit am Ende sind und dringend Hilfe benötigen, landen oft bei dem Ottersberger Hundetrainer Benjamin Günther. Er bietet seit einigen Jahren mit erfahrenen Mitarbeiterinnen ein umfangreiches Angebot auf dem Gebiet der Hundeerziehung und -ausbildung.

„Männchen machen“

reicht nicht

In Gruppenkursen oder Einzelstunden lernt der Hund, was er darf und was nicht – vor allem muss er zuverlässig abrufbar sein. Es sei zwar lustig, wenn der Hund auf Befehl „Männchen“ oder „Rolle“ mache, solche Übungen machten aber keinen wohlerzogenen Hund aus, sagt der Hundeprofi.

Unter Anwendung seiner drei Schlüsselworte „Verstehen, respektieren, vertrauen“ lernen der verzweifelte Hundefreund sowie alle Besitzer, die von Anfang an alles richtig machen wollen, dass man mit kleinen Tricks große Erfolge bei der Erziehung erreichen kann. „Natürlich suchen viele Hundebesitzer die Fehler zuerst beim Hund“, erzählt Benjamin Günther, „sie sind überrascht, dass in erster Linie der Mensch umdenken muss.“ Er muss bereit sein, die Ratschläge der Hundekenner anzunehmen, und vor allem muss er lernen, seinem Hund deutliche Grenzen zu setzen.

Lernen, dem Hund

Grenzen zu setzen

Benjamin Günther kennt die Schwierigkeiten seiner Kunden genau, denn er stand mit seinem ersten Hund vor ähnlichen Problemen. „Den gut erzogenen sechsjährigen Rüden habe ich innerhalb eines Jahres aus Unkenntnis ,versaut’“, bekennt er freimütig. Beim Hundesport stellte er dann begeistert fest, dass man Schnitzer dieser Art mit wenigen Handgriffen wieder beheben kann. Fortan ließ ihn das Thema Hundeerziehung nicht mehr los.

Mit seinem zweiten Hund trainierte er aktive Rettungsarbeit und begann gleichzeitig intensiv mit der Ausbildung zum Hundetrainer. Erfahrungen mit Menschen hatte er durch seinen Beruf als Erzieher in der Kinder- und Jugendhilfe erworben, Einblicke ins Hundeleben musste er sich ganz neu verschaffen – und dabei war ihm nichts zuviel. Als Versuchskaninchen begutachtete er die „Pinkelstellen“ der Hunde, um festzustellen, wie die Vierbeiner darauf reagieren. Er biss sogar einem Hund ins Ohr – ganz unter der Prämisse, „man kann nur das beurteilen, was man selber probiert hat“.

Eines Tages reifte in ihm die Idee, eine eigene Hundeschule zu gründen und im August 2009 war es so weit: Benjamin Günther eröffnete die „Hundehütte“ in Ottersberg-Bahnhof. „Es war der berühmte Sprung ins kalte Wasser, denn ich musste für diesen ganz neuen Lebensabschnitt meinen gesichertem Job an den Nagel hängen“, schildert er.

Obwohl sein Umfeld skeptisch reagierte, zeigte sich sehr schnell, dass seine Entscheidung goldrichtig war. Das Interesse der Hundehalter war groß, plötzlich wollten alle einen gut erzogenen Hund am Ende ihrer Leine haben. Trotz des immensen Zulaufs und sehr guter Erfolge musste Benjamin Günther seinen Kunden beweisen, dass er sein Handwerk versteht, weil er es von der Pike auf gelernt hat. „Ich stehe immer wieder vor Grenzen“, betont er und meint dabei in erster Linie die Arbeit mit aggressiven, bereits auffällig gewordenen Hunden. Das sei für ihn zwar eine große Herausforderung, aber nur so könne er Erfahrungen sammeln, die er anderweitig wieder einsetze.

Weite Anfahrten für

eine solide Erziehung

Inzwischen kommen die Leute mit kleinen und großen Rassen, und viele Hundebesitzer nehmen für eine solide Erziehung sogar einen Anfahrtsweg von bis zu 100 Kilometern in Kauf. Bei Themenabenden oder Fachvorträgen, die in zeitlichen Abständen angeboten werden, ist die „Hundehütte“ stets proppenvoll, und auch die wöchentlichen Spielstunden für große und kleine Rassen finden sogar im Winter großen Zuspruch.

Benjamin Günther erlebt besonders während der Einzelstunden urkomische Situationen, sowohl mit Herrchen als auch mit dem „häufig verzogenen Familienmitglied Hund“. Schwieriger gestaltet sich eine ehrliche Beratung, wenn der falsche Hund, das heißt eine unpassende Rasse oder Größe, angeschafft wurde. „In solchen Fällen kann das Zusammenleben Hund/Mensch nicht funktionieren, darum wäre es besser, den Hund wieder abzugeben. Dazu sind allerdings die wenigstens bereit“, sagt der Hundetrainer.

„Hunde als Hunde

wahrnehmen“

Trotz der steilen Karriere und vieler Erfolgserlebnisse hat der Hundeprofi immer noch Visionen. Sein anvisiertes Ziel ist die Jägerprüfung – mit der Absicht, später auch die Ausbildung von Jagdhunden anzubieten.

Seit Sommer brandaktuell ist der für Neu-Hundebesitzer geforderte „Hundeführerschein“, der aus einer theoretischen und einer praktischen Prüfung besteht. Auch für diese neue gesetzliche Anordnung steht die „Hundehütte“ den Möchtegern-Hundehaltern zur Verfügung.

Hundefreund Robert Lembke sagte einmal: „Der Hund braucht sein Hundeleben. Er will zwar keine Flöhe haben, aber die Möglichkeit, sie zu bekommen.“ Dieses Zitat heißt bei Benjamin Günther: „Meine Maxime ist es, die Hunde als Hunde wahrzunehmen, weil es Tiere mit ganz individuellen Bedürfnissen sind.“

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