Alfons Adam aus Daverden erhält Bundesverdienstkreuz für vielfältiges ehrenamtliches Wirken

„Meine Freude ist wirklich groß“

Die Enkelin heftet ihrem Opa Alfons Adam die Auszeichnung ans Revers – stellvertretend für den Landrat. Foto: Niemann
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Die Enkelin heftet ihrem Opa Alfons Adam die Auszeichnung ans Revers – stellvertretend für den Landrat.

Langwedel / Verden - Von Christel Niemann. Alfons Adam schämte sich seiner Rührung nicht, als ihm gestern Vormittag im großen Sitzungssaal des Kreishauses seine siebenjährige Enkelin Marielle das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an das Revers seines, wie Adam schmunzelnd betonte, „nagelneuen Jacketts“ heftete. Das Mädchen tat dies im Auftrag von Landrat Peter Bohlmann, da der die geltende Abstandsregel einhalten musste.

Sichtlich bewegt dankte der „Daverdener aus Leidenschaft“ im Kreise seiner Familie und Weggefährten aus Politik, Wirtschaft und Ehrenamt für die „besondere Auszeichnung“ und unterstrich, dass diese eine beeindruckende Anerkennung für sein vielseitiges Engagement auf kommunalpolitischer Ebene und insbesondere für die Belange behinderter Menschen sei. Er nehme die Ehrung mit Freude und Stolz entgegen – und auch stellvertretend für alle, die ihn in den vergangenen Jahrzehnten begleitet und ihn in vielen Dingen mit Rat und Tat unterstützt hätten. „Meine Freude ist wirklich groß“, so Adam.

Ein Stiller war der zweifache Vater und fünffache Großvater vermutlich nie. Immer schon wollte er mitgestalten, etwas bewirken und sich für andere starkmachen. So jedenfalls muss man die umfangreiche Laudatio des Landrats interpretieren. Der gelernte Handwerker Adam kennt es vermutlich nicht anders: Er packt an, wo es notwendig ist, und treibt voran, was er für erforderlich hält. Bohlmann würdigte das Engagement des überzeugten Sozialdemokraten, der nicht nur in seiner Heimatgemeinde Langwedel politisch aktiv war, sondern sich auch für die Deutsch-Polnische-Gesellschaft und insbesondere als Interessenvertreter für die Belange von Schwerbehinderten eingesetzt hat. Auch auf das Wirken von Adam als Laienschauspieler ging der Landrat ein, indem er an dessen Auftritt als Henker bei den Domfestspielen „Liebesleid und Mauerstreit“ erinnerte, wo der Geehrte zudem seine Frau Monika kennengelernt habe. Auch Alfons Adams berufliche Aktivitäten stehen laut Bohlmann in enger Verbindung zu der Auszeichnung. 1981 nahm Adam seine Tätigkeit bei Daimler in Bremen auf, wo er 1994 Vertrauensperson der schwerbehinderten Menschen im Werk wurde und 2007 zum Vorsitzenden der Gesamtschwerbehindertenvertretung in der Daimler AG gewählt wurde. Nachfolgend war Adam als Vorsitzender der Konzern-Schwerbehindertenvertretung bei Daimler Deutschland aktiv. Bis heute nimmt er die Interessen von 8 500 Mitarbeitern und von mehr als 50 Schwerbehindertenvertretungen der einzelnen Standorte wahr. Doch damit nicht genug: Seit vielen Jahren macht Adam sich an vorderster Front auf weiteren gewerkschaftlichen und politischen Ebenen für die Belange von Schwerbehinderten stark. Von dem, was Adam durch Engagement, Kämpfergeist und Zielstrebigkeit erreicht hat, zeigte sich auch der Landrat beeindruckt. „2005 hatte Daimler deutschlandweit rund 8 000 Azubis, von denen sechs eine Schwerbehinderung hatten. Heute bildet der Konzern rund 7 500 junge Menschen aus, von denen 380 eine anerkannte Behinderung haben“, nannte Bohlmann ein Beispiel. Zum Schluss fand der Landrat persönliche Worte, indem er Adam als offenen Menschen beschrieb, der geradeheraus sei und die Dinge anpacke: „Tatkraft verbindet sich bei dir mit Entschlossenheit und einer riesigen Portion an Gerechtigkeitsempfinden.“

Dem Landrat schlossen sich noch weitere Redner an, die mit wertschätzenden Worten ihre teils sehr persönliche Beziehung zu Alfons Adam beschrieben. Beispielhaft sei hier Martina Gönnawein (Mercedes Benz Bank) genannt, die die Auszeichnung des Kollegen überhaupt erst angeregt hatte. „Er ist mein großes Vorbild“, sagte sie, und dass sie immer wieder von der Art und Weise beeindruckt sei, wie sich Adam für andere einsetze und für diese etwas bewege; oft weit über die Grenze des Üblichen hinaus. „Solch engagierte Menschen sind einfach sehr, sehr selten“, sagte sie.

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