Bürgermeister-Kandidaten geben „Visionen“ für Achim preis / Voller Saal beim Clubabend des Vereins Haus Hünenburg

Mehr „Leben am Fluss“, Indoor-Bahn, Disco

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Gespannt verfolgte das Publikum in der Hünenburg den Auftritt der Kandidaten. ·

Achim - Von Michael Mix. „Mir hat der Abend etwas gebracht. Ich weiß die Kandidaten jetzt einzuschätzen“, bekannte Silke Korthals.

Moderator Dr. Stefan Krolle fühlte Bernd Junker, Silke Thomas und Volker Wrede auf den Zahn.

Aber sie wohne in Verden und dürfe in Achim deshalb ja gar nicht den Bürgermeister wählen, schob die Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Verden gleich hinterher. Rund 80 Mitglieder des Vereins Haus Hünenburg nahmen dort beim ersten Clubabend 2014 die Gelegenheit wahr, mit Bernd Junker (SPD), Volker Wrede (CDU) und Silke Thomas (Grüne) die Bewerber für den Chefsessel im Rathaus auf einen Schlag am Podium zu erleben.

Wer giftige Auseinandersetzungen zwischen den Kontrahenten erwartet hatte, wurde enttäuscht. Bei der von Dr. Stefan Krolle, Chef des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums, moderierten Veranstaltung am Dienstag ging es sachlich und fair zu, obgleich sich die Kandidaten für die Wahl am 25. Mai in Sachfragen mitunter voneinander abgrenzten.

Krolle gelang es, dem Trio zum Teil noch nicht gehörte Positionen zu entlocken. Beim Stichwort „Visionen“ äußerten die Anwärter für das hohe Amt die eine oder andere Idee.

„Achim an der Weser“ – diese Etikette würde Silke Thomas der Stadt gerne anheften. Was Bremen mit der Schlachte geschafft habe, sollte auch hier hinzubekommen sein: „Mehr Leben am Fluss zu entwickeln.“ Erreicht werden könnte das etwa dadurch, dass der Weserradweg abschnittsweise näher an das Wasser verlegt wird, oder durch das Verknüpfen der Achimer und der Bierdener Marsch. Erzielen will Thomas zudem „mehr Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit der Stadt“. Schon bald sollte es heißen: „Ich bin Achimer und wohne im Ortsteil Baden.“

Volker Wrede, der diesen Satz sagen könnte, offenbarte unfreiwillig, dass er da noch nicht angekommen ist und ihm auch Ortskenntnisse fehlen. „Im Internet habe ich gesehen: Der Weserradweg führt ja an Achim vorbei. Besser wäre es doch, wenn die Touristen in die Fußgängerzone geleitet würden.“ Darüber hinaus schwebt Wrede auf dem Scherf-Gelände ein „Terrassenhaus mit Aussichtsturm“ für Ausblicke bis in die Marsch vor. Und auf dem Lieken-Areal könnte eine Indoor-Bahn entstehen. Aber sämtliche Investitionen stünden unter dem Gesichtspunkt der „Haushaltskonsolidierung“, betonte der CDU-Kandidat.

Das Musikerlokal Dröönläänd könnte von der Langenstraße, wo sich Anwohner gestört fühlen, nach der Brotfabrik-Brache umziehen, schlug Bernd Junker vor. Die verkehrsgünstig gelegene Lieken-Fläche eigne sich aber auch als Standort für eine Diskothek oder ein Hotel. Und der „geringsten Verkaufsflächenzahl im Landkreis“ müsse die Stadt durch Neubauten oder „sich bewegende Eigentümer“ in der Fußgängerzone begegnen, sagte Junker.

Klar, Krolle fragte auch „Bildungspositionen“ ab. Thomas hielt eine IGS vor Ort weiterhin für erstrebenswert, diese erlaube „Binnendifferenzierung“. Und mit der kaum noch angewählten Hauptschule stünde auch ein Gebäude zur Verfügung, ergänzte die Kandidatin der Grünen.

Wrede hielt das Thema IGS nach der Elternbefragung dagegen für erledigt und mochte die Hauptschule nicht missen. „Wir brauchen auch Menschen, die an der Drehbank stehen.“

„Dieser Blick auf die Vergangenheit nützt nichts“, erwiderte Junker. „Es wäre ein GAU“, fügte der SPD-Kandidat an, „wenn wir hier in Achim leere Schulen hätten und in Oyten würde für zehn Millionen Euro an die IGS angebaut“.

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