Blender Ratsmehrheit will volle bauliche Ausnutzung der Windparks begrenzen

Maximal acht Riesentürme

Blender - Maximal acht Riesenwindkraftanlagen von je 150 Metern Höhe sollen im gesamten zur Verfügung stehenden Plangebiet in Blender neu gebaut werden dürfen. Außerdem müssten sie in größerem Abstand zur Wohnbebauung als die bisherigen errichtet werden.

Dieser von der SPD-Fraktion erarbeitete Antrag fand am Donnerstagabend auf der Blender Gemeinderatssitzung eine Mehrheit. Drei Gegenstimmen gab es von der CDU. Bei größtmöglicher Ausnutzung der Pläne für die Windparkgebiete wären „zehn bis zwölf Anlagen drin“, hatte Samtgemeindebürgermeister Gerd Schröder zuvor auf eine Nachfrage hin verdeutlicht.

Sowohl in der CDU- als auch in der SPD-Fraktion gebe es unterschiedliche Auffassungen zur zulässigen Anzahl neuer „Türme“. Das hatten die Fraktions-chefs Fritz Suhr und Reinhard Gutjahr deutlich gemacht.

Christdemokrat Suhr plädierte für volle Ausnutzbarkeit der Pläne und befürchtet, dass sich sonst das ganze Vorhaben für die Investoren nicht rechne. Mehrere Parteifreunde im Rat einschließlich des Blender Bürgermeisters Axel Rott hielten hingegen Anzahl-Begrenzungen für sinnvoll.

Wenn jeder der neuen Riesen viermal soviel Leistung erbringe als einer der kleineren Vorgänger, die abgebaut werden – dann sei logisch, dass es insgesamt weniger Anlagen geben müsse, hatte Rolf Thies (SPD) die geforderte Einschränkung auf maximal acht begründet.

Konkret geht es zwar zunächst nur darum, sieben alte Windanlagen durch sechs neue große zu ersetzen. Doch auch die übrigen 100-Meter-Exemplare unter den älteren Anlagen müssten irgendwann repowert – also durch neue, leistungsstärkere Exemplare ersetzt werden, wurde betont.

„Wenn fünf Anlagen wegkommen und sechs neue her, ist das aber kein Repowering, sondern schlicht eine mehr“. Mit diesen Worten setzte sich auch Volker Gefeke von der Wählergemeinschaft Blender (WGB) für Begrenzung der Anzahl ein.

Zweites großes Thema im Rat war das weitere Vorgehen bei der Sanierung des Blender Sees. „Ratzfatz“ gelte es „in die Hufe zu kommen", forderte Gefeke unter allgemeiner Zustimmung. Gerd Schröder zählte einige Schritte auf, die in Anliegerversammlungen und mit Unterstützung des Büros Planungsgruppe Grün erarbeitet wurden.

Das reicht von regelmäßigen Messungen der Wasserbelastung an Zuflüssen des Sees und dem Einbau von Sandfängen bis hin zur Umleitung von Gräben und deren Grundräumung. Auch mit Landwirten und anderen Anwohnern müsse abgestimmt werden, wie Einleitungen von Grundstücken her verringert werden könnten.

Schröder betonte, dass die meisten Maßnahmen gar nicht so sehr viel kosten würden und für den Bereich See-Sanierung 30 000 Euro ohnehin im Haushalt zur Verfügung ständen.

Näheres über konkrete Schritte soll auf einer Versammlung mit allen Beteiligten am 8. Oktober festgeklopft werden. Auf Nachfrage aus dem Ratspublikum machte Schröder zugleich klar, dass die privaten Miteigner des Sees bei der Sanierung wohl nicht mit zur Kasse gebeten würden. Das Gewässer befindet sich nur zu gut der Hälfte in Gemeindebesitz. · la

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