Maulohe: Bisherige Nutzung eingeschränkt

Auch Gastvögel sind zu schützen

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Die Wege mit Anleinpflicht sind gekennzeichnet.

Verden - Die Maulohe soll Naturschutzgebiet werden. Dies bedeutet Einschränkungen bei der bisherigen Nutzung des innerstädtischen Naherholungsgebietes vor allem für die dort täglich anzutreffenden Hundebesitzer. Denn die Stadtverwaltung, die Untere Naturschutzbehörde und das NLWKN wollen eine ganzjährige Anleinpflicht einführen.

Kreismitarbeiter Thomas Arkenau bezeichnete das Gebiet gestern in einem Pressegespräch somit auch als „das Problem“ bei den Plänen, über die gesamte Länge der Aller im Kreisgebiet Schutzgebiete einzurichten. Damit komme man (wie berichtet) einer Forderung der EU nach. Rund 1000 Hektar sollen Naturschutzgebiet und 800 Hek-tar Landschaftsschutzgebiet werden.

Der rund 60 Hektar großen Maulohe wird dabei eine besondere Bedeutung wegen ihrer Pflanzenvielfalt und als Vogelschutzgebiet beigemessen. Hunde würden die Bodenbrüter stören und Zugvögel, wie die „Sing- und Zwergschwäne“ würden bei ihrer Rast gestört. „Eigentlich wäre die Maulohe landwirtschaftliche Nutzfläche. Wenn der Eigentümer einen Zaun drumherum ziehen würde, wäre es sein Recht“, betonte Arkenau.

„Wir müssen die Maulohe störungsfrei halten“, sagte Fachdienstleiterin Silke Brünn. Bernhard Stutzmann, zuständiger Projektleiter beim Eigentümer NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) wies darauf hin, dass Gastvögel zu schützen seien wie Brutvögel.

Ein Biologe wurde mit der Erstellung eines „Konzeptes für eine naturschutzverträgliche Besucherlenkung“ beauftragt. Der Landkreis plant danach, die vorhandenen „Trampelpfade“ zu reduzieren. Teilweise sollen diese als künftige Wege ausgewiesen werden. Außerhalb dieser Wege darf das Naturschutzgebiet nicht betreten werden.

Im vorderen Bereich ist eine Freilaufzone geplant, in der die Hunde ohne Leine laufen dürfen. Während der Brut- und Setzzeit, vom 1. April bis 15. Juli, gilt aber auch dort Anleinpflicht. Diese Freilaufzone wird laut Arkenau zirka 220 mal 220 Meter groß und nicht eingezäunt.

Angler dürfen weiterhin ihrem Hobby in der Maulohe nachkommen, und bezogen auf die gesamte Schutzverordnung gibt es auch sonst einige Ausnahmeregelungen. Beispielsweise für die Schleppjagd durch das Schutzgebiet und die Pferde auf den mittleren Allerwiesen. „Das Bild mit den Pferden gehört zu Verden dazu“, so Brünn. Und auch die Betreiber und Besucher der Pfingstwiese müssen nicht auf dieses Fest verzichten. „Wir müssen gucken, was ist gewachsen und entstanden“, erklärte Brünn. Der Schutz der Natur rückt dann in den Hintergrund.

wb

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