Massenschlägerei vom Dezember 2013 wird vor dem Amtsgericht verhandelt

Schneeschaufel als Tatwaffe

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Die Lage drohte in der Oberen Straße zu eskalieren.

Verden - Nach einer Massenschlägerei am letzten Abend des Verdener Weihnachtsmarktes 2013 führte die Staatsanwaltschaft Verden gegen 28 Beschuldigte Ermittlungsverfahren. Angeklagt wurden fünf Männer, die sich seit gestern wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Verden verantworten. Verhandelt wurde im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Verden, aber nur aus Platzgründen, wie der Vorsitzende Richter betonte.

Bei den Beteiligten handelt es sich um Mitglieder von zwei Großfamilien. Auf der einen Seite die fünf Angeklagten mit gleichem Nachnamen im Alter von 26 bis 37 Jahren. Vier wohnen in Verden und einer in Bremen. Ihnen gegenüber saßen gestern sieben Nebenkläger, was außergewöhnlich viel ist, und auch hier fiel die Namensgleichheit der sieben auf.

Die Anklageschrift listet vier Fälle auf, die sich auf dem Weihnachtsmarkt und im Kreuzungsbereich Obere Straße/Herrlichkeit ereignet haben sollen. Zwischen 20 und 21 Uhr sollen der Geschäftsführer eines Verdener Restaurants, sein Bruder und ein weiterer Mann – alle drei sind Nebenkläger – beim Abbau eines Glühweinstandes angegriffen worden sein. Bei den weiteren Taten soll ein Mann festgehalten und unter anderem mit einem Schlagstock auf den Hinterkopf geschlagen worden sein. Als „Tatwerkzeuge“ sollen außerdem eine Schneeschaufel und Dachlatten gedient haben.

Ein Grund für die Auseinandersetzung wird in der Anklageschrift nicht genannt und blieb auch an diesem ersten Verhandlungstag offen. Keiner der fünf Angeklagten wollte sich zu den Vorwürfen äußern. Gehört wurde daraufhin als erster Zeuge einer der Nebenkläger, doch die Befragung des 41-Jährigen gestaltete sich aufgrund von Übersetzungsproblemen als dermaßen schwierig, dass sie schließlich abgebrochen wurde. Von beiden Seiten wurden Fehler bei der Übersetzung beanstandet. Ein zweiter Dolmetscher erklärte diese damit, dass der Mitarbeiter aus dem syrischen Teil Kurdistans stamme und der Zeuge aus einem türkischen Teil. Es gebe Worte, die nicht übereinstimmen.

Vorher hatte das Gericht noch den Versuch eines Verständigungsgespräches unternommen, das Verteidiger Kay Müffelmann angeregt hatte. „Wir können hier Steine ins Rollen bringen und uns auch noch im November hier treffen, wenn wir alles aufklären wollen“, so der Anwalt. Viele der Verfahrensbeteiligten befürworteten dies. Einer der Nebenkläger lehnte dieses konsequent ab. Somit nahm seine Anwältin an dem Gespräch gar nicht erst teil. Es kam keine Verständigung zustande.

Auf die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen am ersten Verhandlungstag wollte der offenbar sehr optimistisch denkende Vorsitzende bei den nächsten Terminen verzichten, doch dem widersprachen einige Nebenkläger oder deren Anwälte. Die Fronten sind unübersehbar weiter verhärtet, und wenn sich daran nichts ändert, erscheint nach dem ersten Verhandlungstag nur eines sicher: Die insgesamt zehn anberaumten Verhandlungstage bis zum 24. August dürften für diesen Prozess nicht ausreichen.

wb

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