Marcia Bittencourt begeistert Konzertpublikum mit lateinamerikanischem Flair

Ein Kurztrip nach Rio

Marcia Bittencourt und ihre musikalischen Mitstreiter bezauberten das Publikum am Montagabend beim Auftritt im Langwedeler Bürgersaal.
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Marcia Bittencourt und ihre musikalischen Mitstreiter bezauberten das Publikum am Montagabend beim Auftritt im Langwedeler Bürgersaal.

Langwedel - Von Natalie Schrank. Ausgelassene, fast südländische Stimmung herrschte am Montagabend im Bürgersaal des Langwedeler Rathauses. Rund 80 Gäste horchten der glasklaren Stimme der brasilianischen Künstlerin Marcia Bittencourt und den mitreißenden Rhythmen ihrer musikalischen Begleiter.

Der Kulturverein Langwedel veranstaltete das Konzert mit dem exotischen Anstrich als krönenden Jahresabschluss. Vorsitzender Rolf Göbbert begrüßte die Besucher mit einer kurzen Ansprache und übergab das Mikrofon schließlich an Marcia Bittencourt.

„Lassen Sie uns dieses Jahr ganz einfach mit der frischen Luft Brasiliens zu Ende bringen“, eröffnete die charismatische Sängerin das Konzert in intimer, harmonischer Atmosphäre. Mit Hingabe und Leidenschaft gewährten „Bittencourt & Friends“ dem Publikum Einblicke in die Vielfalt des lateinamerikanischen Jazz' der 50er und 60er Jahre – dem Bossa Nova.

Sobald die ersten schwungvollen Klänge ertönten, stand kein Fuß im Zuschauerraum mehr still. Sowohl die beeindruckende Gesangstechnik der Brasilianerin, als auch die professionellen Instrumentaleinlagen ihrer Band entlockten dem Publikum so manche Tanzbewegung.

„Portugiesen mögen die Melancholie, wir Brasilianer die Fröhlichkeit. Wenn wir einmal traurig sind, dann höchstens ein Lied lang“, leitete die Sängerin das nächste Stück ein. Ruhige Melodien und sanfte Rhythmen brachten die Zuhörer zum Träumen – die kleine Reise in den goldenen Sonnenschein Brasiliens nahm ihren Lauf.

„Wir wollen einfach diesen einzigartigen Musikstil – Bossa Nova – vermitteln“, erklärte Bittencourt. Mittlerweile wohnt die gebürtige Brasilianerin in Bremen und widmet sich nach jahrelangen Erfahrungen auf der Theaterbühne nun ganz ihrer Solokarriere und ihrer Leidenschaft für brasilianischen Jazz.

In dem bekannten Stück „Rio“ von Roberto Menescal und Ronaldo Bôscoli verlieh die Künstlerin ihrer Hingabe zu ihrer Heimatstadt Ausdruck – helle Sommerstimmung und südländisches Ambiente übertönten die tristen Wintertage und den leichten Schneefall hierzulande.

„Der Bossa Nova war damals ein ganz neuer, moderner Stil. In den 30ern und 40ern wurden überwiegend sehnsüchtige Lieder voll Kummer und Traurigkeit geschrieben“, erläuterte Bittencourt. Studenten hätten sich dann aber gedacht: „Das Leben ist schön. Genießt den Strand, genießt die Liebe, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben“ – und die neue Musikrichtung geschaffen.

Auch Lieder des Komponisten Tom Jobim, typische Samba-Songs oder Stücke im Bolero-Stil zeichneten das vielseitige Repertoire der fünf Musiker aus. Zu jedem der brasilianischen Lieder erläuterte Bittencourt die Hintergrundgeschichte – viele kleine Erzählungen setzten sich nach und nach zusammen, zu dem optimistischen Weltbild der Studentenbewegung Bossa Nova. Zu guter Letzt stimmte das Publikum in eines der Lieder ein und rundete das Konzert mit tosendem Applaus ab.

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