Theaterverein Völk‘ser Platt wagt sich mit „Een kommodigen Avend“ auf modernes Boulevard-Terrain – und hat Erfolg

Manfred – Allein unter Frauen

So fix kann das gehen: Eben meint Manfred (Reinhard Körte) noch, er hätte einen „kommodigen Avend“ allein zu Haus, schon gerät er zur Begeisterung des Publikums unter ein Rudel Damen.

Völkersen - (woe) · Wer sagt denn das plattdeutsche Stücke immer in der Vergangenheit spielen müssen, vielleicht noch dazu in der guten Stube beim Bauern? Das dachte sich auch die Theatergruppe „Völk‘ser Platt“. Und hat experimentierfreudig mit ihrem neuen Stück „Een kommodigen Avend“ etwas Neues gewagt.

Vor ausgekauften Haus feierte die Theatergruppe am Wochenende erfolgreich Premiere ihres neuen Lustspiels in zwei Akten aus der Feder von Ingo Sax. Und was bei der Premiere besonders auffiel: Viele junge Erwachsene besuchten die Vorstellung.

Das Lustspiel „Een kommodigen Avend“, im Boulevard angesiedelt, unter der Regie von Jörg Meyer zeigt den heutigen Alltag. Denn was früher das Kaffeekränzchen und der Häkelbüdelclub war, ist heute die so genannte „Kitschenparty“.

Was das ist? Das ist ein Treffen berufstätiger Frauen, die miteinander klönen, über andere Leute snacken, den neuesten Tratsch im privaten und im beruflichen Leben in der Nachbarschaft erzählen oder sich von einer Vertreterin Haushaltswaren, Wäsche und Kosmetik präsentieren lassen. Da ist ein Mann unter lauter Frauen absolut fehl am Platze.

Es sei denn, er muss seine Ehefrau vertreten. Wie eben in diesem Stück. Und das ist die Geschichte: Baggerfahrer Manfred, verkörpert von Reinhard Körte, ist allein im Haus. Seine Kartenfreunde haben soeben alle abgesagt. Und so plant Manni einen „kommodigen Avent“ in den eigenen vier Wänden zu verbringen. Das hätte klappen können – eigentlich.

Wenn nämlich nicht just die fünf Freundinnen seiner Ehefrau Caroline (Erika Schorling), Emily (Jana Wöhler), Katharina (Inga Henke), Lucy (Rieke Aßmann) und Jasmin (Jana Howe) in einem Alter von 25 Jahren bis hin zu gefühlten 25 Jahren, also real mehr als 50 Lebensjahren, sowie Repräsentantin Hanna (Linda Strepkowski) plötzlich auftauchen würden.

Die Ansichten der Damen widersprechen denen von Manni völlig. Und die daraus entstandene Situationskomik ist einfach prächtig unterhaltsam und amüsant.

Da unterhalten sich die Damen auf der Bühne über Küchengeräte, Cocktails und Dessous. Diese geballte Frauenpower trifft nun auf den armen Manni. Und der weiß gar nicht wie ihm geschieht – absolut komisch und auf jeden Fall sehenswert

Und schon einmal vormerken: Neben den Aufführungen am 16., 19., 22. und 23. Januar im Gasthaus „Zur Post“ in Völkersen zeigt die Theatergruppe das Stück auch im benachbarten Posthausen in der ehemaligen Gastwirtschaft „Zu den drei Linden“ am 29. Und 30. Januar. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.

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