„Special Euro Championship“ bringen 280 Aktive mit und ohne Handicap aus Europa und sogar Israel zusammen

Mainz 05 und Achim sportliche Sieger

Mainz, wie es siegt und zusammen mit Offiziellen lacht: Mainz 05 setzte sich beim Neunmeterschießen mit 3:1 gegen Schalke 04 durch und gewann schließlich bei den Kindern und Jugendlichen die Special Euro Championship. ·

Achim - Von Anne Schmidtke. Spannende Duelle, faire Zweikämpfe und viele Tore bekamen die Zuschauer der „Special Euro Championship“ am Wochenende auf dem Sportgelände des TSV Achim geboten. Bei den Kindern und Jugendlichen gewannen die Fußballer von Mainz 05 das vom TSV Achim und dem SV Werder Bremen organisierte Handicap-Turnier. Bei den Erwachsenen siegte hingegen das Team von Achim 1.

Insgesamt beteiligten sich etwa 280 Athleten in 18 Mannschaften an dem dreitägigen Wettkampf für Menschen mit Beeinträchtigung. Die weiteste Anreise hatten die Sportler aus Tel Aviv. „Es ist wunderbar, hier zu sein“, freute sich Tom Marsland. Der israelische Trainer berichtete, dass seine Schützlinge sehr aufgeregt seien.

Die Ruhe in Person war stattdessen der 14-jährige Schiedsrichter Daniel Behr. „Je älter die Sportler werden, desto weniger fallen die Behinderungen auf. Schalke 04 und Mainz 05 spielen sogar richtig guten Fußball“, erklärte der Unparteiische beeindruckt.

Liner Osmers, Mitglied der B-Mädchenmannschaft des TSV Achim, würdigte ebenfalls die Leistungen der Handicap-Kicker. „Von den Beeinträchtigungen habe ich nicht viel gemerkt. Nur manchmal klappte bei denen das Zusammenspiel nicht. Doch das konnten die Handicap-Kicker meistens durch ihre Schnelligkeit wieder ausgleichen“, sagte die 16-Jährige.

Neben den B-Mädchen des TSV Achim nahmen noch die Frauen des SV Holtebüttel – in beiden Gruppen waren nur Fußballerinnen ohne Beeinträchtigungen – an der Special Euro Championship teil. „Die Achimer Mädels haben sofort zugesagt, weil sie sozial sehr engagiert sind und die Holtebüttelerinnen haben sich beteiligt, weil sie die Patenschaft für die Achimer Erwachsenen-Handicap-Mannschaft übernommen haben“, zeigte sich Kai Tietjen, Leiter der Fußballsparte des TSV Achim, erfreut.

Stattdessen bedauerte der stellvertretende Vorsitzende des TSV Achim, dass das Einlagespiel im Blindenfußball nicht stattfinden konnte, da beide Teams kurzfristig abgesagt hätten. Doch das sei im Behindertenfußball nicht selten, da viele Spieler aus sozial schwachen Familien kämen.

„Obwohl es unter diesen Umständen schwierig ist, so ein Turnier durchzuführen, werden wir den Wettkampf in zwei Jahren wieder organisieren“, versprach Tietjen. Er machte darauf aufmerksam, dass die Veranstaltung ungefähr 30 000 Euro gekostet habe und dass es nicht einfach gewesen sei, das Geld aufzutreiben, da es vom Fußballverband keine finanzielle Unterstützung gegeben habe.

Doch der Stress der vergangenen Wochen war bei der Siegerehrung schnell vergessen. Unter tosendem Jubel bekamen die Mannschaften Mainz 05 und Achim 1 aus den Händen von Klaus-Dieter Fischer, Werders Vereinspräsident, und Achims Bürgermeister Uwe Kellner jeweils einen Wanderpokal überreicht.

Bei den Erwachsenen belegten die Teams aus Eichede und aus Worpswede die Plätze 2 und 3. Bei den Kindern und Jugendlichen standen zudem die Spieler von Schalke 04 und der Anne-Frank-Schule Bremerhaven mit auf dem Siegerpodest. Patrick Händler (Achim 1) ist mit nur einem Gegentor zum besten Torwart ernannt wurden und Alex Papazoglu (Achim 1) durfte sich mit sieben Treffern über den Titel des Torschützenkönigs freuen.

„Wir haben den Jungs versprochen, ihre Weihnachtsfeier auf der Reeperbahn auszurichten. Die Bedingung war allerdings, mindestens den dritten Platz zu belegen. Das war anscheinend Anreiz genug“, schmunzelte Mirco Buttgereit, Trainer von Achim 1.

Vor den Finalspielen präsentierte die Showband der Freiwilligen Feuerwehr Verden einige Stücke aus ihrem Programm. Zudem maßen sich Bürgermeister Kellner und Werder-Boss Fischer im Neunmeterschießen. Die beiden feuerten das runde Leder auf Justins Tor. Der Junge hielt die Bälle auf ungewöhnliche Art, da er währenddessen auf einem eigens für ihn angefertigten Rollstuhl saß. „Für mich ist er der Spieler des Tages“, erklärte Fischer.

Neben den Spielen gab es ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Torwandschießen, einem menschlichen Kicker, einer Torschussanlage und einer Tombola. Die Stiftung Waldheim bot zudem im Rahmen ihres Projektes „Anders sehen“ kostenlose Seh- und Hörtests an. „Da für die meisten Menschen der Gang zum Augenarzt oder zum Optiker oftmals eine große Hürde darstellt, nehmen viele unser Angebot wahr“, freute sich Saskia Schirmacher, Wohnbereichsleiterin bei der Stiftung Waldheim.

Auch Heiko Strüver, Vorsitzender des TSV Achim, war zufrieden. Die Resonanz der Special Euro Championship sei super gewesen. Die Spieler hätten nicht nur auf dem Feld, sondern auch abends beim Feiern viel Spaß gehabt.

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