Anwohner der Verdener Straße fordern „Ende der Raserei“ / Ortsrat diskutiert

„Macht wütend und krank“

Ottersberg - Ein „Ende der Raserei“ auf der Verdener Straße im Ottersberger Ortsteil Bahnhof fordern 50 Anwohner, die den Flecken Ottersberg per Antrag samt Unterschriftenliste zum Handeln auffordern. Mit der Problematik beschäftigt sich der Ortsrat Ottersberg in seiner öffentlichen Sitzung am kommenden Montag ab 20 Uhr im Rathaus.

„Wir haben durch das hohe Verkehrsaufkommen der Autobahnabfahrt Posthausen schon sehr an Wohnqualität verloren – und die Raserei macht wütend und krank“, schreiben Gerwert und Hanna Kettenburg namens der Anwohner der Verdener Straße an die Gemeinde Ottersberg. Sie fordern eine Geschwindigkeitsbegrenzung am Ottersberger Ortseingang aus Richtung Posthausen oder eine fest installierte Radaranlage: „Es muss etwas getan werden, bevor ein Unglück passiert.“ Alle Einwohner des Ortsteils Bahnhof seien beim Überqueren der Verdener Straße extrem gefährdet – insbesondere gelte das für die Kinder an den beiden Schulbushaltestellen.

„Eine zehntägige Überprüfung der gefahrenen Geschwindigkeiten durch das Ordnungsamt im November konnte durchaus die Eindrücke der Antragsteller bestätigen“, so Jürgen Buthmann-von Schwartz, stellvertretender Chef der Gemeindeverwaltung. Exemplarisch wurde im Zuge der Messungen ein voller Kalendertag im Detail ausgewertet: „Von 2207 in die geschlossene Ortschaft einfahrenden Kraftfahrzeugen waren immerhin 1650 mit einer Geschwindigkeit von über 50 Stundenkilometer unterwegs“, berichtet Buthmann-von Schwartz. Bei den Messungen am 9. November wurden allein während der Schulwegzeiten von 7 bis 8 Uhr 42 Verstöße und von 12.30 bis 13.30 Uhr 46 Verstöße gegen das Tempo-50-Gebot registriert. 22 und damit ein Viertel der Fahrer war mit 70 km/h oder schneller im Ort unterwegs. Die meisten der Verstöße bewegten sich zwischen 60 und 66 km/h.

Dennoch räumt Buthmann-von Schwartz der Forderung der Anwohner nach einem dauerhaft installierten „Blitzgerät“ an der Ortseinfahrt eher geringe Chancen auf Verwirklichung ein. Eine stationäre Radarmessanlage liege im Ermessen des Landkreises als der zuständigen Straßenverkehrsbehörde. Und „die strategischen Planungen des Landkreises beziehen sich nicht nur auf das Geschwindigkeitsniveau, sondern vor allem auch auf weitere Faktoren wie das nachweisbare Unfallaufkommen und spezielle Eigenheiten der Örtlichkeit“, erläutert Buthmann-von Schwartz. Und eine Herabsetzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit in der Ortsdurchfahrt von 50 auf 30 km/h werde sich nach Auskunft des Landkreises keinesfalls verwirklichen lassen, da es sich um eine Landesstraße handele, die der flüssigen Verkehrsführung diene und keine verkehrsberuhigte Zone sein könne.

Wie mit dem Antrag der Anwohner weiter umzugehen ist und wie das Gefährdungspotenzial an der Verdener Straße gemildert werden kann, darüber berät der Ortsrat am Montag. Weitere Themen der Sitzung sind die Verkehrssituation im Gebiet Lerchenweg / Kiebitzweg, das Ottersberger Gesundheitszentrum und das Planungskonzept des TSV Ottersberg, Abteilung Fußball, zur Erfüllung der Zulassungsvoraussetzungen im Fall des Aufstiegs in die Regionalliga Nord. · pee

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