Hexendreieck und Apothekerschach: Schaugarten im Landschaftskulturzentrum Eschels Hoff in Benkel ist eröffnet

Lustwandeln zwischen 350 Kräutern

Prof. Dr. Ludwig Fischer, hier mit einer alten Apothekerrose, ist in Benkel zum Kräuterexperten geworden. Auf seinem Eschels Hoff ist ab heute ein einzigartiger Kräuterschaugarten für Interessierte geöffnet.

Oyten - BENKEL (kr) · „Wir haben lange geplant, vorbereitet, gebaut und gepflanzt. Jetzt ist es soweit – wir machen auf.“ Prof. Dr. Ludwig Fischer, Besitzer von Eschels Hoff im kleinen Dorf Benkel am äußersten Zipfel der Gemeinde Ottersberg und Geschäftsführer des gleichnamigen Landschafts-Kultur-Zentrums, ist voller Vorfreude: An diesem Wochenende wird auf Eschels Hoff ein einzigartiger Schaugarten als neuer Mittelpunkt der Kräuterregion Wiesteniederung eröffnet.

Rund um das reetgedeckte Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert, das vor 15 Jahren aus einer 100 Meter entfernt liegenden Hofstelle herausgenommen und aufwändig restauriert wurde, erstreckt sich der Schaugarten auf fast 2000 Quadratmetern. „Etwas Vergleichbares gibt es in der Region nicht. Wir zeigen Pflanzenthemen und einen Wassergarten, haben ein Café mit kleinem Shop und eine Boule-Anlage. Die große, authentisch erhaltene Tenne des Haupthauses wird derzeit für Ausstellungen und Veranstaltungen vorbereitet. Alles soll Bezug zum Garten, zum Hofensemble und zur umgebenden Kulturlandschaft haben“, erläutert Ludwig Fischer die Philosophie der „Eschels Hoff. Garten – Landschaft – Kultur GmbH“.

Der Name Eschel stammt von Ludwig Fischer selbst, der unter diesem Pseudonym Bücher veröffentlicht. Finanziert wurde die Anlage des Kräuterschaugartens mit rund 60 000 Euro Fördergeldern des Landes Niedersachsen, der EU und der Umweltlotterie „Bingo“.

Die Außenanlagen des Hofes sind als gärtnerisches Kunstwerk konzipiert. Besucher können auf breiten Wegen zwischen mehr als 350 verschiedenen Kräutern lustwandeln, sich auf massiven Bänken ausruhen und dabei einen weiten Blick in die Landschaft genießen. Duft-, Würz- und Heilkräuter, darunter viele Raritäten, ein Lavendel-Bogen, eine Thymian-Mauer und ein Gourmet-Plateau mit Küchenzeile wurden mit einem Duftkreis, einem Lustgärtlein und einem Klostergeviert zu einem großen Ganzen angelegt. Dabei auch ein schachbrettartiger Apothekergarten, ein Hexendreieck und ein Platz für „wilde Gäste“. Eine Terrasse unter einem riesigen alten Kirschbaum, Sumpf- und Flachwasserzonen und verschiedene Pflanzensammlungen sprechen alle Sinne der Besucher an.

Auch der alte Garten von Eschels Hoff beinhaltete schon einen Kräutergarten, der von Ludwig Fischer privat genutzt und gepflegt wurde und deutlich kleiner war. Zahlreiche Pflanzen aus diesem Refugium, darunter auch alte Apothekerrosen, zogen um in den neuen Schaugarten und sind bereits prächtig gewachsen. Ludwig Fischer, ehemals Inhaber eines Lehrstuhls für Germanistik an der Universität Hamburg, entwickelte sich in Benkel zum Kräuterexperten und zieht durchaus Parallelen zu seinem früheren Beruf: Kräuter und Literatur seien in der Kulturgeschichte nahe beieinander angesiedelt. Schon im 16. Jahrhundert wurden von Gelehrten Bücher über Heilkräuter und deren Anwendungen geschrieben, teilweise mit detailreichen Illustrationen.

An diese alten Vorbilder will Ludwig Fischer anknüpfen und Fachleute, Kräuterkundige sowie Kunstschaffende zu Seminaren, Führungen und Workshops in sein Landschaftskulturzentrum einladen. Sowohl im Garten als auch auf der Tenne sollen Veranstaltungen zur Gartenpraxis und Gartengestaltung, zu Fotografie, Malerei und Zeichnung stattfinden. Aktionstage zu Höhepunkten des Gartenjahres und zu besonderen Gelegenheiten sind geplant.

Eschels Hoff ist in das Radwegenetz der Kräuterregion Wiesteniederung einbezogen und vom Radfernweg Elbe-Weser aus leicht anzufahren. Am gestrigen Freitag fand die offizielle Eröffnung des Kräuterschaugartens statt, ab heute ist Eschels Hoff für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Garten wird bis Mitte Oktober täglich außer dienstags von 11 bis 17 Uhr geöffnet sein. Am heutigen Samstag gibt es für Besucher ab 10.30 Uhr Führungen, von 14 bis 18 Uhr einen Kurs im Pflanzenzeichnen und ab 15 Uhr eine Einführung in die Heilpflanzenkunde. Das von Landfrauen betreute Hofcafé wartet mit Kuchen, Getränken und Eis auf.

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