Die erste ehrenamtliche Fahrt für „Essen auf Rädern“: Ein Erlebnisbericht

Leider wenig Zeit zum Klönen

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Dirk Kattwinkel gibt sich Mühe beim Verschweißen der Essensbehälter, Evelyn Kehr packt gewissenhaft die Portionen ein.

Dörverden - Von Dirk Kattwinkel Ich bin ziemlich nervös. Es ist Montagmorgen, 10 Uhr. Ich muss zwar keine Prüfungsarbeit schreiben, aber heute liefere ich zum ersten Mal „Essen auf Rädern“ für die Awo aus. Wenn ich auch schon zweimal zum Kennenlernen als Begleiter mitgefahren bin, so ist es allein doch etwas anderes.

Zu meinem Glück hat aber die erfahrene Evelyn Kehr, die bereits seit einigen Jahren dabei ist, mit mir zusammen Dienst. Sie übernimmt die örtliche Tour, das heißt Dörverden, Stedorf, Barme und so weiter, während ich Diensthop, Hülsen, Westen, Barnstedt, Ahnebergen und Stedebergen, eine Strecke von zirka 40 Kilometern mit bis zu 30 Kunden, anfahre.

Bevor es in die Küche des Kreisaltenheims Dörverden geht, stelle ich mit Evelyn die notwendigen Warmhalteboxen zusammen. Dabei kommt es nicht nur auf die richtige Anzahl an, sondern es müssen auch die Besonderheiten berücksichtigt werden. So bekommen einige Senioren Schonkost, pürierte oder sogar gemahlene Mahlzeiten. Andere dürfen keine Milchprodukte essen. Und auch Geschmacksfragen, wie zum Beispiel kein Fisch, keine Hülsenfrüchte oder kein Spinat, werden berücksichtigt. Das wird auf den Boxen, die mit dem jeweiligen Namen versehen sind, vermerkt.

Um 10.30 Uhr können wir in die Küche, um das Essen zu empfangen, das Küchenchef Andre Schmidt und sein Team jeden Tag frisch zubereiten. Während ich die Essensschalen mit Folie verschließe, packt Evelyn sie in die Boxen und sortiert sie nach Touren. Das muss alles ziemlich schnell gehen, denn wenn möglich sollte ich um 11 Uhr meine Tour starten, damit die Kinder der KiTa Westen, die zu meiner Tour gehört, noch in Ruhe essen können, bevor sie um etwa 11.30 abgeholt werden. Außerdem liefere ich dort auch das Essen für die Grundschule Westen/Hülsen aus.

Die restlichen Mahlzeiten sollten bis spätestens 13 Uhr ausgeliefert sein. Aber meistens hat der letzte Kunde sein Essen gegen 12.30 Uhr auf dem Tisch.

Leider kann ich aus Zeitnot immer nur viel kurz mit den Senioren reden. Dabei ging es meistens um das Wetter, die Gesundheit, den Garten oder die Frage: „Was gibt es heute zu essen?“ Der eine freute sich über den Eintopf, der andere über den leckeren Fisch. So hat jeder sein Lieblingsgericht. Aber sie sind sich alle einig, dass das Essen abwechslungsreich ist. Am Ende führt die Fahrt zurück zum Kreisaltenheim, wo das Leergut ausgeladen wird.

Ganz ohne Panne ging meine erste Tour nicht zu Ende: Ich hatte ein Essen übrig. Laut meiner Liste hatte ich aber alle Kunden angefahren. Später habe ich festgestellt, dass ich beim Übertragen der Daten von der Liste des Disponenten Johann Murach einen Fehler gemacht hatte. Man muss halt aufpassen. Am nächsten Tag habe ich mich bei der Seniorin, die zum Glück für mein Versehen bei der Premiere Verständnis hatte, entschuldigt.

Auf jeden Fall habe ich es nicht bereut, mich bereit erklärt zu haben, ehrenamtlich für die Awo tätig zu werden. Denn die Freundlichkeit der Senioren, die kurzen Gespräche mit ihnen und fast immer ein herzliches Dankeschön entschädigten mich für die anstrengenden 14 Tage. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Einsatz im August.

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