Rat an Schulabgänger: Bei Ausbildungsplatzsuche auch einmal über die Grenzen schauen

263 Lehrstellen im Kreis offen

Bernd-Uwe Metz und Imke Thielker berichteten über die Lage auf dem Ausbildungsmarkt.

Verden - (reg) · „Es sind noch viele interessante Ausbildungsplätze offen“, berichtet Imke Thielker, Teamleiterin der Berufsberatung Verden. Der Sommer naht und somit auch der Schulabschluss und der damit häufig verbundene Start in das Berufsleben.

Gerade ist die Hochphase angebrochen. Viele Jugendliche gehen täglich zum Briefkasten mit der Hoffnung, dass ein kleiner Umschlag für sie darin liegt. Große Umschläge verheißen hingegen meist schlechte Nachrichten. Viele sind noch immer auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Das Arbeitsamt Verden steht ihnen hierbei mit Rat und Tat zur Seite. Am „Maikäfertag“ in der zweiten Maiwoche klapperten Mitarbeiter der Behörde einzelne Betriebe ab und organisierten so 35 zusätzliche Plätze. „Wir sind gezielt zu den Firmen gegangen, die sich auf unser Schreiben nicht gemeldet haben“, verriet Pressesprecher Bernd-Uwe Metz.

Insgesamt gibt es noch 263 freie Ausbildungsplätze im Landkreis Verden, verteilt auf 343 Jugendliche (Stand April), die eine Arbeit suchen. Nicht alle Suchenden werden also einen Platz erhalten. Alternativ bieten sich weiterführende Schulen an, um die Noten aufzubessern und um möglicherweise einen passgenaueren Abschluss zu machen. Ebenso sei ein freiwilliges soziales Jahr eine Perspektive und für manche auch Wehr- oder Zivildienst.

Auf keinen Fall verschenken die Jugendlichen ein Jahr, weiß Thielker. Häufig stelle sich heraus, dass es nicht nur in ein bestimmter Beruf in Frage kommt.

„Hauptschüler mit einem guten Abschluss haben ebenso Chancen wie Realschüler und Abiturienten“, erklärt Thielker. Natürlich sind gute Zeugnisse wichtig, aber vor allem auch Betriebspraktika seien ein guter Weg, um Türen zu öffnen. Metz empfiehlt deshalb, auch mal zwei oder drei Praktika zu machen und nicht nur solche, die über die Schule laufen.

Weiterhin sind Geschlechterstereotypen noch in den Köpfen verankert. Mädchen suchen häufig Ausbildungsplätze im Pflegesegment, Jungen eher im Handwerk und technischen Bereich. Das Arbeitsamt möchte jedoch dabei helfen, die Hemmschwelle zu überwinden und über die Grenzen hinwegzuschauen. Die so genannte „MINT“-Intiative möchte das Interesse für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik stärken, da diese Berufe besonders in der Zukunft gefragt sind und dringend Nachwuchs benötigt wird.

Der erste Schritt zum Ausbildungsplatz ist immer eine Bewerbung. Arbeitgeber erhalten hierdurch den ersten, wichtigen Eindruck über ihre Bewerber. Neben den Zeugnissen müssen auch die Bewerbungsunterlagen aus diesem Grund einwandfrei sein, so Thielker. Tipps hierzu können sich Jugendliche beim Arbeitsamt einholen. Außerdem sollten sie sich im Vorfeld über den potentiellen Arbeitgeber informieren und nie unvorbereitet in ein Vorstellungsgespräch gehen.

Termine für Beratungsgespräche sowie Informationen zu den offenen Ausbildungsplätzen erhalten Interessierte unter Telefon 01801/555 111.

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