Zuschuss für neue Sternwarte

Langwedeler „Kleinod“ soll vom Dach der Oberschule auf den Sportplatz umziehen

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Auf dem Dach der Oberschule haben die Mitglieder der Volkssternwarte ihre Technik noch in vier Hütten untergebracht. Nach dem Abriss könnte man in zwei Kuppeln am Rand des Sportplatzgeländes eine neue Heimat finden.

Langwedel - Auf dem Dach der neuen Oberschule am Goldbach wollte man sie nicht haben. Tenor in den Beratungen vor Jahr und Tag: „Das wird viel zu teuer und außerdem ist das eine private Arbeitsgemeinschaft“. Nun hat sich aber eine kleine, relativ kostengünstige Lösung auf dem Gelände der Oberschule Langwedel gefunden –und der Fortbestand der Volkssternwarte Langwedel scheint gesichert.

Jedenfalls rannte der Verein Volkssternwarte jetzt mit einem Förderantrag im Ortsrat Daverden sowie im Ausschuss für Umwelt-, Kultur und Tourismus gewissermaßen offene Türen ein. Auch die Gemeindeverwaltung hatte die Planungen im Vorfeld positiv beurteilt und unterstützt.

Die Sternwarte gibt es schon seit 1986 auf dem Dach der Oberschule Langwedel. Seit diesem Jahr jedenfalls hat man vier Rollkuppeln auf dem Dach. „Eine leistungsfähige Amateursternwarte, die in der Vergangenheit an diversen professionellen Forschungsprojekten mitwirken konnte“, heißt es jetzt in der Beratungsvorlage der Verwaltung. Genannt werden das Max-Planck-Insitut für Aeronomie und die Universität Bremen.

Umzug eines Teils der Volkssternwarte

Mal ganz abgesehen davon hat die Sternwarte, die seit 2015 als Verein Volksternwarte firmiert, die Allgemeinheit immer wieder zu besonderen Anlässen zum Sternengucken eingeladen, veranstaltet einen Astro-Klönschnack und Vortragsabende im Langwedeler Rathaus.

Mit dem Abriss der alten Schule könnte die Volkssternwarte nun mit einem Teil ihrer Ausrüstung in zwei Kuppeln mit Ringfundamenten (vier und drei Meter Durchmesser) umziehen. Dafür bräuchte man ein Areal von gerade mal 12,5 mal 7,5 Metern Durchmesser. Ausgeguckt hat man sich dabei eine seit Jahren nicht mehr genutzte Sprunganlage auf dem Schulsportplatz, unweit des Jugendtreffs.

Gesamtkosten von 33.250 Euro

Dicke Datenleitung braucht man in den heutigen Zeiten glücklicherweise nicht mehr. Nach Rücksprache mit den örtlichen Sportverein und der Sternwarte würde es auch für keine Seite ein Problem geben, wenn man den Sportplatz später einmal sanieren und eine Flutlichtanlage aufstellen würde. Nur ein Extra-Zaun muss um die neue Sternwarte herum.

33.250 Euro soll das Ganze kosten, hat die Volkssternwarte ausgerechnet. 9 100 Euro bekommt man von Sponsoren, 12 .800 Euro sind aus Eigenmitteln eingeplant, maximal 11 .100 Euro hätte man gern als Zuschuss vom Flecken Langwedel.

Bereicherung und Aufwertung

„Eine Bereicherung und Aufwertung für den Flecken Langwedel“, befand Sigrid Ernst (SPD) ins Sachen Sternwarte jetzt im Ausschuss. Ist da vielleicht wieder eine engere Kooperation mit der Oberschule möglich?, regten Alfons Adam (SPD) und Thorsten Eggers (CDU) im Ortsrat Daverden an. „Das wir da ein Kleinod haben, hat sich noch gar nicht richtig herumgesprochen“, befand Irmtraud Kutscher (SPD) und plädierte dafür, doch für die neue Sternwarte ein Hinweisschild aufzustellen.

Ortsrat Daverden und der Fachausschuss waren jeweils einstimmig dafür, die Sternwarte mit der gewünschten Summe zu unterstützen. Die endgültige Entscheidung trifft der Verwaltungsausschuss am 22. Februar.

„In keinem akzeptablen Zustand mehr“

Ebenfalls einstimmig waren Ortsrat und Ausschuss dafür, dem TSV Daverden mit einem Drittel der Gesamtkosten bei der Erneuerung der Toilettenanlage auf der Freilichtbühne in Daverden zu helfen. Das wären 6 000 Euro. Die aktuelle Toilettenanlage hat der Verein zwar sehr schön mit Holz verkleidet, innen drin steckt aber ein Container, den man schon 2004 gebraucht gekauft und in kompletter Eigenleistung aufgestellt hat.

Es wurde zwar immer wieder repariert und ausgebessert, nun ist das Ganze aber „in keinem akzeptablen Zustand“ mehr. Außerdem hat sich in den vergangenen Jahren auf der notorisch gut besuchten Bühne auch immer wieder gezeigt, dass die Kapazitäten der alten Anlage im Damenbereich nicht ausreichten. Und eine barrierefreie Behindertentoilette gibt es auch nicht. Das soll sich nun alles mit einer neuen Anlage (die auch günstiger als jede vernünftige Sanierung wäre) ändern.

jw

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