Zottelige Wonneproppen

Nindorf: Lämmer haben Hochsaison bei Schäfer Jörk Hehmsoth

Schäfer Jörk Hehmsoth mit einem wenige Stunden alten Lamm.
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Schäfer Jörk Hehmsoth mit einem wenige Stunden alten Lamm.

Nindorf – Kleine, schwarze Knopfaugen, kurzes, glänzendes Fell und ein unruhig umherhuschender Blick – das junge Lamm, das Schäfer Jörk Hehmsoth behutsam im Arm hält, hat erst vor wenigen Stunden das Licht der Welt erblickt. Jetzt vor Ostern ist Lammzeit.

„Jeden Tag kommen Lämmer zur Welt. Für mich ist das die schönste Zeit des Jahres“, sagt Schäfer Jörk Hehmsoth und lässt das Jungtier langsam wieder zu Boden gleiten. „In diesen Tagen stehe ich frühmorgens im Stall und kümmere mich um den Nachwuchs und die Muttertiere“, berichtet der Schäfer, der mit seiner Heidschnucken-Herde von 1200 Tieren und 600 Muttertieren einen der größten Betriebe in der Region sein Eigen nennt.

Jörk Hehmsoth geht ein paar Schritte zum Gatter, in dem die schwarzen Wollknäule mit den Muttertieren zusammen sind, also eine Art tierischer Kindergarten. Auffällig ist, dass fast alle Lämmer schwarz sind – nur eines nicht. Ein Lamm mit weißem Fell tapst unsicher um seine Mutter herum. „Bei den Heidschnucken kommen alle Lämmer mit schwarzem Fell auf die Welt“, erklärt Hehmsoth.

Blick in den „Kindergarten“ von Schäfer Jörk Hehmsoth, in dem sich Muttertiere und Lämmer tummeln.

Die Ablammzeit beginnt Anfang Februar und endet Mitte Mai. Die Hauptzeit sind Hehmsoth zufolge die Monate März und April. In den vergangenen Tagen sei die Herde um 45 Jungtiere gewachsen. „Geburtshilfe brauche ich nicht zu leisten. Das regelt die Natur. Heidschnucken sind sehr robust“, erläutert der Nindorfer.

„In den ersten Tagen hält sich das Jungtier bei der Mutter im Stiez auf, damit die Mutter ihren Nachwuchs in Ruhe säugen kann. Am dritten Tag nach der Geburt erhalten die Lämmer Ohrmarken, damit ich sie später freilaufend den Müttern zuordnen kann. Mehrere Wochen verbringen die Muttertiere und die Lämmer die Zeit in der Gruppe zusammen“, schildert der Schäfer.

Nanu, was will der Fotograf? Denkt sich vielleicht das Mutterschaf.

Auf Kälte reagieren die Tiere unempfindlich. Die Heidschnucken und ihre Lämmer erkennen sich gegenseitig am Geruch und am Rufen. Instinktiv laufen die Kleinen zur Mutter, um an Milch zu gelangen. Manchmal gibt es auch ein „doppeltes Lottchen“. „Bei 100 Muttertieren kommen in der Regel 110 Lämmer zur Welt, weil jede zehnte Geburt eine Zwillingsgeburt ist“, erklärt Hehmsoth.

Damit die zotteligen Wonneproppen gut genährt aufwachsen, verfüttert der Schäfer an die Tiere Rote Bete, Kartoffeln und Grassilage, die er auf seinen Flächen selbst anbaut. „Weil ich eine Verantwortung gegenüber den Tieren habe, steht das Tierwohl über allem“, stellt er fest.

Schäfer sein bedeutet hohen Arbeitsaufwand und steigende Kosten, das geht aus einem Bericht des Vereins Bundesverband Berufsschäfer hervor. „Vom Verkauf des Fleisches und der Wolle können wir nicht leben“, berichtet Hehmsoth. „Wir verdienen unser Geld mit dem Landschaftsschutz, indem wir unsere Herden auf die Deiche im Landkreis oder in Naturlandschaften wie etwa in die Moore schicken.“ Die Heidschnucken halten das Gras kurz und verdichten mit ihrem Trampeln den Boden an den Deichen, was gegen Wühlmäuse hilft. „Damit ist der Einsatz einer Schnuckenherde aktiver Deichschutz“, betont Hehmsoth.

Derzeit schläft Jörk Hehmsoth nur wenig. „Nach fünf Stunden ist die Nacht für mich vorbei“, berichtet der Nindorfer, „da jederzeit Lämmer zur Welt kommen und ich stets schaue, ob es allen gut geht“. Bei 600 Muttertieren hat Jörk Hehmsoth damit alle Hände voll zu tun.

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